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Archive for the Tag 'Wahlkampf'

Was fehlt: Faszination

Barack Obama hat die Massen elektrisiert. Hätte man eine Glühlampe in seine Nähe gehalten, jeder hätte erwartet, dass sie leuchtet. Frank-Walter “Wrack-Falter” Steinmeier hat das genauso wenig wie Angela “Abwarten” Merkel, das politische Guidogotchi Westerwelle, das lethargische Duo Trittin und Künast oder gar die Spitzenlinken, die sich auf die plakative Polemik reduziert positionieren. Warum?

Deutschland ist ein schönes Land. Den Menschen geht es gut. Nur: die meisten Deutschen sind nicht zufrieden. Das Land der perfiden Perfektionisten will mehr als “und dafür stehe ich mit meinem Namen”-Werbebotschaften. Onkel Dittmeyer und Dr. Best sind nämlich zum einen schon tot und zum anderen sind die 80er langsam vorbei. Claus Hipp lebt natürlich noch.

Die SPD hat das Image einer Angestellten- und keiner Anpackerpartei. Die FDP ist so einheitlich frei, dass man sie profilfrei nennen muss. Am ehesten noch haftet ihr das Image solariumsgebräunter Berater - von Anlage- bis Steuer- - an. Die Union hat in der Regierung nicht so weh getan, wie das viele gedacht hatten (außer ziemlich häufig im Kopf). Sie krebst zwar eigentlich auch am unteren Limit ihrer Selbsteinschätzung, trägt dies aber nicht so offen vor sich her wie die SPD. Sie hält still und piekst manchmal in das Spanferkel, das sich selbst ins Ofenrohr verkroch. Solange es noch quiekt, ist es wohl noch nicht gar. Nur das mit dem Anstellen des Ofens hat die Union bis heute nicht auf die Reihe bekommen. Die Grünen merken, dass sie langsam auch alt werden. Die als Feinde technologischen Übermuts (kerngesunde Skepsis) gestarteten Ökobewegten sind inzwischen nicht zuletzt einer sehr speziellen Form der Technikfeindlichkeit erlegen. Technik darf für viele in der Partei nur dann gut sein, wenn sie urgrünen Zwecken dient. Ihr politisch-esoterischer Flügel wird zwar meist unter Verschluss gehalten, existiert aber bis heute. Bei der Linkspartei ist die Beliebigkeit nach wie vor groß, ihre Anziehungskraft auf jüngere (also unter 60-jährige) Wählerschichten ist auch aufgrund ihres Spitzenpersonals maximal subliminal zu nennen, wie ihre Wahlergebnisse regelmäßig zeigen.

Wo sind sie also, die Politiker, die Wege in die Zukunft zeigen? Die sagen, was sie erreichen wollen, mit welchen Mitteln? Die vielleicht größere Visionen formulieren, als sie in einer Wahlperiode erreichen könnten - und dennoch konkrete Maßnahmen benennen können, den Weg dahin einzuschlagen? Die gesamtgesellschaftliche Ziele, für Deutschland, Europa und die Welt in der wir alle Leben postulieren können? Ich fühle mich von den Kampagnen unterfordert. Natürlich werde ich wählen gehen und natürlich wird eine Partei die Stimme für sie als Zustimmung für ihren Wahlkampf, ihre Programmatik und ihr Personal vermarkten. Aber das stimmt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit leider nicht. Ich wähle nur das bestverfügbare, nicht das, was mir gefällt.

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Postelection-Campaigning

Die SPD hat eine Facebook-Gruppe. Hat die SPD eine Facebookgruppe? Auf jeden Fall gibt es eine SPD-Facebookgruppe. Und genau dort erreichte mich am 22. Januar dieser Link mit der Bitte, ein für Thorsten Schäfer-Gümbel und die SPD etwas genehmeres Ergebnis herbeizuwetten.

Das wäre ja vielleicht gar nicht so dumm. Nur war der Administrator der Gruppe, der nicht in leitender SPD-Funktion ist, nicht sonderlich am hessischen Wahlkampf interessiert. Fünf Tage nach einer Wahl ist solches Campaigning zwar sehr vorausschauend, aber im konkreten Fall jedoch obsolet. Wie die SPD nun mit dem Problem umgehen wird? Wir werden sehen.

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Spiel mit: Zitate zuordnen

Ich habe vier Personen im Angebot. Der oder die Erste, welche oder welcher alle Zitate richtig zuordnet, bekommt eine Kugel Eis. Die Personen sind: Kajo Wasserhövel (SPD), Grietje Staffelt, ehedem Bettin (Grüne), Hans-Joachim Otto (FDP) und Philipp Mißfelder (CDU).

1. «Der richtige Weg ist die direkte Kommunikation.» (statt Online)
2. «Dass da einer anklickt und 10.000 Euro spendet: vergesst es!»
3. «Die Addition von Tools und Plattformen ergibt noch keine Idee für politische Kommunikation.»
4. «StudiVZ ist für die XXXXX sehr wichtig. Wir versuchen, die Mitglieder dazu anzuhalten, für Veranstaltungen zu werben.»
5. «Die XXX wird auch mit dem allerschönsten Blog nicht stärkste Partei werden.»
6. «Das Internet ist auch für Politiker am einfachsten zu beobachten.»
7. «Das Problem der Politikverdrossenheit wird sich durch Web 2.0 nicht lösen lassen.»
8. «Ich hoffe, das wir Onlinewahlkampf um Inhalte und Orientierung bekommen.»
9. Auch wenn man viel per SMS zu Veranstaltungen aufruft: «Ein Flashmob ist das trotzdem nicht.»
10. «GreenVZ wird es mit Sicherheit nicht geben.»

Alle Zitate sind von einer Veranstaltung vor wenigen Tagen.

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