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Archive for the Tag 'eCampaigning'

Ich will nicht Recht behalten müssen

Anfang April schrieb ich - ziemlich genervt - einen länglichen Blogeintrag zum Thema Onlinewahlkampf und warum ich den 2009er-Onlinewahlkampf bereits für gescheitert erachte. Noch ist etwas Zeit bis zur Bundestagswahl, aber es bleibt dabei: solange die Parteien es nicht verstehen, dass das Gewinnen der Multiplikatoren auch online davon abhängt, dass man ihre Themen als relevant erachtet, wie man es bei Bauernfunktionären, Finanzbranchengrößen und Gewerkschaftern schon lange tut, solange wird man diese nicht für sich gewinnen können. Das wiederum ist sehr, sehr schade.

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Politik im Web 2.0 Ausgabe 4

Nebenan bei Netzpolitik:

Klar ist: YouTube und Facebook sind von den Parteistrategen als Plattformen ausgemacht worden, auf denen sie sich den Onlinewahlkampf zutrauen. Hinzu kommt ein wenig Twitter, das in Deutschland trotz starker Medienpräsenz in den letzten Wochen dennoch nicht die große Menge Wähler erreicht. Allerdings wird Twitter den Onlinewahlkampf beschleunigen und viele Multiplikatoren sind jetzt schon auf diesem Wege schnell erreichbar.

Die Zahlen wie immer ohne Gewehr, aber besser als die des einen oder anderen MaFo-Institut sind sie zweifelsohne.

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Postelection-Campaigning

Die SPD hat eine Facebook-Gruppe. Hat die SPD eine Facebookgruppe? Auf jeden Fall gibt es eine SPD-Facebookgruppe. Und genau dort erreichte mich am 22. Januar dieser Link mit der Bitte, ein für Thorsten Schäfer-Gümbel und die SPD etwas genehmeres Ergebnis herbeizuwetten.

Das wäre ja vielleicht gar nicht so dumm. Nur war der Administrator der Gruppe, der nicht in leitender SPD-Funktion ist, nicht sonderlich am hessischen Wahlkampf interessiert. Fünf Tage nach einer Wahl ist solches Campaigning zwar sehr vorausschauend, aber im konkreten Fall jedoch obsolet. Wie die SPD nun mit dem Problem umgehen wird? Wir werden sehen.

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Kurze Klarstellung

Das Zitat von Hans-Jürgen Beerfeltz, genannt in der 3. Ausgabe der Kurzstudie “Parteien und Politiker im Web 2.0″, entspringt diesem Tagesspiegel-Artikelchen. Für quantitative (Kurz-)Studien verzichte ich für gewöhnlich auf (qualitative) Interviews. Ich halte es aber, soviel Einordnung gestatte ich mir da doch, für inhaltsunabhängig formulierte PR. So wie auch diese Vermeldung der FDP-Bundespartei.

Dass die FDP unter den fünf am Besten für e-Campaigning aufgestellten der sechs im Bundestag vertretenen Parteien zu finden und damit in der Spitzengruppe ist, kann ich auf Grundlage der erhobenen Daten derweil bestätigen.

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My.FrangelaWestnasy.de?

Markus, mit dem ich in diesem Bereich viel diskutiere und viele Einschätzungen teile, hat auf netzpolitik.org seine eher pessimistische Erwartungshaltung an die Kampagnen zur Wahl des 17. Deutschen Bundestages formuliert.

Meiner Meinung nach kann man aber den Kontrollverlust komplett vergessen und sollte strategisch lieber vom Gegenteil ausgehen. … Man muss Angebote machen, die Menschen in politische Prozesse einzubinden. Und dies nicht nur durch die berühmte “Ochsentour”, sondern durch temporäre Angebote. Vor allem sollte man mehr in den Wahlkampf in Internet investieren. Solange die Parteien soviel Geld in den kompletten Internetwahlkampf stecken, wie für eine Großveranstaltung, wird sich auch nicht ändern. Auch hier bestätigen Ausnahmen eher die Regel. Und solange das Internet nicht in den Parteien und bei den Politikern richtig angekommen ist, wird sich auch nichts groß ändern.

Ich bitte darum, zu lesen und zu kommentieren.

Neulich stieß ich auf einen alten Screenshot von 18zweitausendzwei.de. Da fiel mir auf: Ich beschäftige mich seit mittlerweile fast 10 Jahren mit politischen Onlinekampagnen. Bis heute bin ich versucht, in dem Bereich auch noch eine (politik- oder medienwissenschaftliche) Dissertation anzufertigen. Allein: mir fehlen Prüfer, die ein genuines Interesse und zumindest ein gewisses Maß an inhaltlicher Expertise jenseits der normalen politischen Kommunikation mitbringen. Vorschläge sind herzlich willkommen.

Zurück zum eigentlichen Thema. Ist das Gerede von Grassroots-Campaigning für die BTW 2009 zutreffend oder doch nur heiße Luft?

Meine kurze Antwort lautet: nur wer seine Kampagne mit anderen betreiben möchte, also tatsächlich ein Interesse daran hat, dass mehr Menschen am politischen Willensbildungsprozess teilhaben, der kann in diesem Feld etwas gewinnen. Wer nur auf der Suche nach Kampagnen-Lastgoldeseln ist, muss und wird scheitern.

Und die lange schreibe ich irgendwann auch nochmal.

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Twittri Heil

Hubertus Heil twittert also. Der Generalsekretär der SPD versucht sich im neuen Medium - und das tut er meines Erachtens nach ziemlich gut. Natürlich sind Sätze wie “Wir sozialdemokraten machen einen modernen deutschen wahlkampf, keine billige us-kopie” Hirnsalat. Weil “moderner deutscher Wahlkampf” eine sinnfreie Floskel ist. Doch ich bin (wie zum Beispiel auch Herr Lumma von der SPD) ein großer Freund von Authentizität in der Politik, kein Freund der Talkshowinszenierung. Ich bin kein Freund von Politik als PR-Produkt, bei dem Message, Mensch und Mediengestalt inkongruent sind.

Doch dass Spon und SZ so reagieren, wie sie reagieren, mit Häme nämlich, das ist keine Überraschung. Der Neoboulevard lebt davon, dass Menschen sich anders geben als sie eigentlich sind. Er lebt von der Pseudoinszenierung, von gefärbten Haaren, tiefen Dekolletes, von allem, wo Menschen “Huch” sagen können. Spiegel Online ist “Huch”-Medium par excellence.

Wer Twittert, imitiert Obama. Wer nicht twittert, ist altmodisch. Hauptsache man kann draufhauen. Das ist arm. Und doch so naheliegend: Viele Journalisten haben einen ausgeprägten Geltungsdrang, oft nicht geringeren als mancher Politiker. Dass sie zumindest nicht direkt gestalten können, müssen sie dadurch ausgleichen, dass sie über Artikel Einfluss zu nehmen versuchen. Dass sie dabei oft genug nur zur polemischen statt zur sachlichen Auseinandersetzung mit ihrem Berichtsgegenstand fähig sind, ist bedauerlich.

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Seltsam, seltsam, Sueddeutsche.de

Sueddeutsche.de schaut sich gerade an, wie die Parteien sich im Internet präsentieren. Nun hat sich Carolin Gasteiger der Grünen angenommen. Das kann man so oder so machen und vieles so oder so sehen. Mir gefällt der Artikel allerdings schon sprachlich überhaupt nicht, da ich im Teaser auf ausgestorbene Worte und seltsame Ansprüche stoße:

Im Internet präsentieren sich die Grünen gleich auf mehreren Web-Portalen. Nach fetziger Politposse und flotten Wahlkampf-Clips sucht man allerdings vergeblich.

Fetzig? Flott? Warum nicht endgeil? Oder knorke? Fesch? Fluffig? Flippig? Ich würd es ja so schreiben:

Im Internet machen sich die Grünen breit. Krasse Politposse und voll geile Wahlkampf-Clips sind aber leider nich’. Ey, nix kapiert, wa?

Egal. Kann schonmal passieren, dass man einen schlechten Tag erwischt. Inhaltlich ist der Artikel eher schwach auf der Brust und uninspiriert, aber kein großes Ding.

Was aber nicht passieren kann: laut Auskunft der Grünen haben zweimal Mitarbeiter/Verantwortliche der Grünen versucht, in den Kommentaren zum Artikel Stellung zu nehmen. Und wie geht sueddeutsche.de damit um?

25.08.2008 18:06:57

Die datenschutz-ist-buergerrecht.de Redaktion:

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Na dann ist ja gut.

Disclaimer: Ich arbeite für newthinking communications, die eine der hier angesprochenen Websites umgesetzt hat (datenschutz-ist-buergerrecht.de). Mit der Site war ich nicht befasst.

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Spiel mit: Zitate zuordnen

Ich habe vier Personen im Angebot. Der oder die Erste, welche oder welcher alle Zitate richtig zuordnet, bekommt eine Kugel Eis. Die Personen sind: Kajo Wasserhövel (SPD), Grietje Staffelt, ehedem Bettin (Grüne), Hans-Joachim Otto (FDP) und Philipp Mißfelder (CDU).

1. «Der richtige Weg ist die direkte Kommunikation.» (statt Online)
2. «Dass da einer anklickt und 10.000 Euro spendet: vergesst es!»
3. «Die Addition von Tools und Plattformen ergibt noch keine Idee für politische Kommunikation.»
4. «StudiVZ ist für die XXXXX sehr wichtig. Wir versuchen, die Mitglieder dazu anzuhalten, für Veranstaltungen zu werben.»
5. «Die XXX wird auch mit dem allerschönsten Blog nicht stärkste Partei werden.»
6. «Das Internet ist auch für Politiker am einfachsten zu beobachten.»
7. «Das Problem der Politikverdrossenheit wird sich durch Web 2.0 nicht lösen lassen.»
8. «Ich hoffe, das wir Onlinewahlkampf um Inhalte und Orientierung bekommen.»
9. Auch wenn man viel per SMS zu Veranstaltungen aufruft: «Ein Flashmob ist das trotzdem nicht.»
10. «GreenVZ wird es mit Sicherheit nicht geben.»

Alle Zitate sind von einer Veranstaltung vor wenigen Tagen.

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