nicht mehr, nicht weniger.Beiträge-Feed Kommentare-Feed

Archive for the 'Textlilien' Category

Augenblick, verzeile doch.

Hier gewesen, dort gewesen,
Hintergrundpapier gelesen.
Eins für dieses, eins für das
und ein weiteres zum Spaß
an der Sache und den Themen
und den wirklichen Problemen.

Alter kommt und lehrt die Ruhe,
die Erfahrung - und die Schuhe
ob sie groß sind oder klein
anprobiert wollen sie sein.

In so mancher der Sekunden
möchte ich, ganz unumwunden,
einfach den Moment genießen,
ein paar Zeilen lang verweilen,
bis die nächsten Zeilen sprießen.

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Ein paar Zeilen

Kurz mal ein paar Zeilen schreiben, Zeilen schinden, dann verweilen.
Ein Gedanke jagt sich selbst, und der zweite plagt selbst sich.
Zeilen wirds bald nicht mehr geben, sind technisch perdu.
Doch das Zeichen ohne Zeile ist viel schwerer zu verwalten
Zeichne Zeilen mir gedanklich, dass mir meine Zeilenzeiten
lange noch erhalten bleiben.

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Des Verlegers Klagelied

Weil heut nicht mehr jeder zahlt
was ihm blind wird vorgesetzt
geht ein Businesscase dahin
bloß: wohin weiß keiner schon
Bald vorbei ist’s sicherlich!
Wenn man nicht mehr Geld erhält.
Singt der Manager gequält
Klagelieder bitterlich.

Qualität! Das schreien sie.
Und Rendite meinen sie.
Kaum verlegene Verleger
wohlgeboren, hochinteger
sind sehr skeptisch heutzutage
‘kostenlos’ die Plageklage.

Nein, die Internetgemeinde!
Unter dem Pantoffel Panik.
Überall sind Zeitungsfeinde!
Googles Schuld!
Der Kuchen: sahnig.

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Unlustig

Wenig Bloglust diese Wochen. Auch das Wahlergebnis nicht gerochen.
Und stattdessen hab ich mich inhaltsarbeitsattgegessen.
Ärgere mich täglich: über diesen Bäcker, kläglich.
Dort verkauft man Schweineohren ohne Schokoüberzug,
für den Schweineohrgenießer nah zum Auszeichnungsbetrug

Ja, das sind dann die Probleme
die ich selbst als Luxus sehe
und bei fernerer Betrachtung
dennoch nicht so ganz verstehe.
Schweineohrenüberzüge
sind kein Fortbewegungsmittel
doch so ohne Schokolade
fehlt zum Ziel halt doch ein Drittel.

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Wenn ich ein Buch über Berlin schriebe…

Immer wieder ist man versucht, ein Buch über Berlin zu schreiben. Man weiß, es gibt schon viel zu viele Berlinbücher. Die liest man als Berlinbewohner aber nicht. Und würde man sie lesen, man fände darin nur den Hinweis, dass Berliner keine Bücher lesen, sie tun nur so als ob. So sind Berliner. Die tun nur so. Manche zum Beispiel, die sitzen in Cafés wie dem Weltempfänger und überlegen ein Buch zu schreiben. Eines über Berlin. Und wissen, es gibt schon viel zu viele Berlinbücher. Aber die hat man dann als Berlinbewohner nicht gelesen. Und hätte man, so fände man darin nur den Hinweis, dass Berliner keine Bücher lesen, sie tun nur so als ob. Denn so sind sie, die Berliner.

Und dann gibt es da die anderen. Die anderen, das sind die, die gar keine Bücher mehr schreiben, weil sie die gar nicht lesen wollen würden. Zwar haben sie ganz heimlich im letzten Jahr viel zu viel Geld für Bücher ausgegeben, dass sie gar nicht haben, weil sie ja dafür Geld verdienen müssten - zum Beispiel, in dem sie Bücher über Berlin schreiben würden, obwohl sie wissen, dass es schon zu viele Berlinbücher gibt. Aber eigentlich würden sie viel lieber da sitzen und einen Blogeintrag schreiben. Jeder weiß, es gibt schon zu viele Blogeinträge. Die schreibt man als Berlinbewohner daher gar nicht mehr. Und würde man sie schreiben, man fände darin nur den Hinweis, dass Berliner keine Blogeinträge schreiben wollen, da die alle schlecht wären. So wie die zu vielen Blogeinträge über Berlin. Daher lassen sie es fast, die Berliner.

Der Biokakao kostet 2,90. Ich sollte schnell mal ein Buch schreiben.

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Adventskalendergeschichte #2: Die Knuwingson-Saga

An einem kleinen Ort, nicht weit von einem größeren auf der anderen Fjordseite, saßen sie in ihrem langbohligen Blockhaus. Auf «große Fahrt» sei er gegangen, habe «wilde Meere», dunkle Araber und wilde Skrælingar entdeckt, berichtete Thomassur Knuwingson. Einmal sei er im Sturm eine Woche lang so weit abgetrieben worden, dass er fischende Fliegen gesehen habe.

Er sei daraufhin noch fünf Tage gen Westen gesegelt und sei auf gar wundersame Inseln gestoßen. Gesehen habe er niemand, doch Zeugnis von Besiedlung gibt er. «Aus Steinen gebaut, ein Haus mit fünf Ecken - mit 140 Stufen zu erklimmen», berichtet die Knuwingson-Saga. Da lachte die Versammlung der Seeleute: niemand außer ihnen könne segeln, Häuser bauen und Knuwingson? Der Aufschneider, noch nie in seinem Leben habe der auch nur einmal die Planken zu einem Schiff verbaut. Überliefert sind die Aussprüche des Iwerson: «Land? Mehr als fünf Tage westlich von Grönland? Jeder weiß, dass ich zu Fuß von Haithabu bis zu den Papeyar laufen kann. Während Du dir im Sommer im Haus von deinen Sklavinnen wilde Geschichten erzählen lässt, die Du uns im Winter als die Deinen verkaufst.»

Da lachte die Wikingerrunde und trank ein Schlückchen Beerenwein. Später schlich Knuwingson sich mit seinen Gefährten aus dem Haus und setzte das Segel gen Zukunft. Zurück blieben Iwerson und die seinigen. Es ging ihnen gut.

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Manchmal

Verlier ich die Worte,
Worte verlieren mich,
verliert ein mich das nächste,
ein mich dich sich erschlich.


AnWendungen

Im Warten auf Antwort verantwortet sich,
AnWendungen ÜberFluss es
Gartennutzungserlaubnisgesellschaftet,
kampiert, kopiert, kapiert sie
AnWendungen Überdrusses.

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Kartoffelfeuer

20081110-kartoffelfeuer-bei-tagesschaude.png

(via Torsten)

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Wie Medien heute doch Leser finden und was Sex damit zu tun hat

Reingelegt! Thomas Knüwer hatte damit einfach nicht gerechnet. Und wer soll schon damit rechnen? Continue Reading »

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Geschichten in Gedichten #01

Dilettantenballett

Welche Sprachen sprechen Sie,
Ruby, Ajax, PHP?
Trinken Kaffee, Mate-Tee?

Haben Sie Projekterfahrung?
Mögen Sie auch Flüssignahrung?

Arbeiten Sie sehr gern im Team,
sieben Leute, sehr intim,
Arbeitsfläche überschaubar?
Küche dabei selten sauber?

Sind mit wenig Geld zufrieden?
Nicht verheiratet, geschieden?

Arbeiten auch gern am Stück,
sieben Tage, bis das Glück
eines Milestones Sie erreichen?
Mordgelüste Sie beschleichen?

Sagen Sie zu allem «Ja!»
stellen wir Sie ein, na klar!

[Das Gedicht hat überhaupt keinen konkreten Bezug. Aber irgendwie kam es mir gerade über die Tastatur.]

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Alles, Prosa

Ich will mal wieder alles, gleichzeitig und sofort. Am Ende mache ich fast nichts. Keine gute Bilanz. Schreib mir jetzt eine To-Do-Liste. Mit allem drauf.

Etwas geplant
und schon geahnt:
perfekt gedacht,
nichts draus gemacht.

Woran es lag werd ich nie wissen
plötzlich gabs andere Prämissen
und gabs sie nicht so hab ichs doch
ganz einfach wieder weggeschmissen.

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Missverständlich

Eben im Brötchengeber-Drupal gesehen:

«Dieser Beitrag wurde 1981 mal angesehen.»

Nun. Staubige Sache.

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Lesefehler, gegendert

“Die Vorsitzende des Landtagsinnenausschusses und SPD-Abgeordnete Margit Weihnert”

Fragte mich, warum man Landtagsausschuss gegendert habe.

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Setzergeschichten

Das Entsetzen war groß über das Besetzen der Insel, versetzt hatten die Setzlinge ihre Satzung, während die gesetzten Letzten die sitzenden Verletzten schätzten.
Die Vergrätzten unter ihnen setzten den Gesetzen in der Setzerei Denkmäler, der Absatz von Schatztruhen erlitt Umsatzeinbußen, während Schätzings Aufsatz über aufgesetzte Spatzen von den Kritikern seziert wurde.
Der Durchsatz der Netzwerke litt unter der Umsetzung von Versatzstücken, die als Fetzen den Mäzen verpetzten.
Daraufhin wurde eine Entsatzungsarmee eingesetzt, die bis zuletzt, als ihr Vorgesetzter gemetzelt, die Zeit zur Satzsuche nutzten.

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