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Archive for the 'Eigenprodukte' Category

Collaboratory-Bericht zu Innovationskultur und Gesellschaft

In den vergangenen Monaten habe ich mich - soweit es der enge Zeitplan zuließ - am von Google gesponsorten und von Max Senges von Google initiierten “Collaboratory Internet & Gesellschaft” beteiligt.

In einem bunt gemischten Kreis aus Wissenschaftlern, Wirtschafts- und Interessenvertretern, Netizens und anderweitig hierfür qualifizierten Personen haben wir in einem ersten Schritt einen Fragebogen zum Thema Innovationskultur und Gesellschaft erarbeitet. Angelehnt an die “Pew Internet & Life Future of the Internet”-Studien haben wir pro Frageblock zwei Extrema ausgearbeitet, die zum Nachdenken und Stellung nehmen aufforderten. Die so entstandenen Extrempunkte wurden zur Diskussion unter per Schneeballsystem durch die Teilnehmer angeschriebene bzw. über ihre ‘normalen digitalen Kommunikationskanäle’ dazu aufgeforderten Menschen gestellt. Kernpunkt war aus meiner sicht dabei nicht, sich für eine der beiden Optionen zu entscheiden. Das hatten wir ja auch absichtlich schwer gemacht. Sondern eine Tendenz anzugeben und darüber hinaus qualitativ zu begründen, vielleicht auch die getroffene Selektion dadurch einzuschränken.

Dabei haben eine Menge Menschen mitgemacht. Daraufhin hat der Collab-Kreis die Antworten - über 500 - nach einem einfachen Muster ausgewertet: was waren die Kernpunkte oder besondere Aspekte, die die Teilnehmer benannt haben? Die Ergebnisse dieser Befragung sind jetzt nachlesbar. Sie sind nicht repräsentativ und auch was die Methodik angeht haben wir im Laufe der Zeit noch einiges dazulernen können. Aber ich find die Antworten überaus interessant. Und sie zeugen von einer Menge Verstand dort draußen. Der Kreis des Collaboratory hat wirklich schöne Diskussionen führen können - und sich von den Antworten der Teilnehmer dann auch zeigen lassen können, dass Crowds definitiv weitere Mehrwerte beibringen können.

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Das Jahr im Rückspiegel

Zu jedem Jahresrückblick gehört ein kleines bisschen Gejammer über diese Jahresrückblickskultur. Ich fasse mich kurz: der hier ist einer, der vor allem aus einem dicken Danke besteht, an all jene, die mich 2009 begleitet haben, in guten und weniger guten Tagen. Es ist letztenendes ein schönes Jahr geworden, das 2010 herzlich willkommen macht.

Ich habe wunderbare Menschen um mich herum, viele nette Kollegen, wohne und arbeite in der für mich derzeit wunderbarsten aller Städte, habe keine größeren Sorgen im eigentlichen Sinne und für mich in diesem Jahr ein paar Dinge entdeckt, die ich sehr gerne mache. Die eine davon ist eine Wiederentdeckung: der Spaß daran, sich gegenseitig die Bälle um die Ohren zu hauen. Und die andere ist für mich in diesem Jahr eine der schönsten Entdeckungen überhaupt gewesen: die Abschalttätigkeit schlechthin ist für mich Segeln. Nächstes Jahr werde ich mich da noch etwas intensiver mit auseinandersetzen, glaube ich.

segeln-sommer-2009.jpg - copyright katja klein

Was war sonst noch so? Ein politisch höchst spannendes Jahr mit einem Wahlkampf, der mein altes Steckenpferd Onlinewahlkampf um einige Facetten bereichern konnte, der in seiner Schönheit eher überschaubar war, der mir im Wahllokal viel Spaß gemacht hat und auch ansonsten gab es in der Politik in Verbindung mit Themen wie Datenschutz, Zugangserschwerungsgesetz und Vorratsdatenspeicherung eine Menge Diskussionen. Das Onlinejournalismusfeld bzw. die Frage, wie, ob und auf welche Weise Journalismus sich und seine Vermarktung im Netz neu erfinden kann, wenn wer es nur muss, wird im nächsten Jahr genau so akut bleiben wie in diesem. Aber ich sehe da nicht mehr ganz so schwarz: sowohl in Politik als auch in der Medienbranche kommen langsam die echten Onliner etwas stärker in tragende und entscheidende Funktionen. Was nicht heißt, dass damit alles automatisch gut wird. Aber es heißt, dass zumindest gewisse Grundfragen so nicht mehr gestellt werden müssen. Ausnahmen bestätigen hierbei die Regel, der ein oder andere kämpft seine Rückzugsgefechte gegen dieses schreckliche Internet.

Es bleibt einiges zu tun. Gleich werde ich erstmal ein kleines Weihnachtspäckchen für meine Nachbarn packen. Die haben seit ein paar Monaten wieder ein Telefon. Und einen Computer werden sie in ihrem Leben ziemlich sicher nicht mehr danebenstellen.

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Erstes Release von Schnittchenvergiftung

Endlich ist es soweit: nachdem die Branche monatelang auf das neue StartUp aus dem Hause Falk Lüke gewartet hat, ist es jetzt da. “Social Media changed unser Life rapide und ohne unseren consent”, erklärt Falk Lüke, Founder von Schnittchenvergiftung.de. “Mit unserem fantastischen neuartigen Social Media Approach gewinnen wir tiefe Einblicke in die deutschsprachige Schnittchensociety.”

Schnittchenvergiftung.de analysiert in einem ersten Schritt Milliarden von Social Media-Beiträgen auf ihre Schnittchenlast und zeigt chronologisch invers die Verschnittchung. Doch das ist erst der Anfang: “In einem der nächsten Releases werden wir mit unserem top secret Schnittchensocietyanalyzer Maßstäbe für das Social Media Monitoring setzen”, sagt Lüke. “Die gesamte Branche wird vor Neid in die Leberwurst beißen - das Leberwurstcase-Szenario, sozusagen!” Schnittchenvergiftung.de ist mit dem Start bereits Marktführer im Bereich Schnittchentalkanalyse. Die geplante Releaseparty mit Guido Westerwave musste leider wegen Terminproblemen entfallen.

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Mal was dienstliches

In den letzten Tagen, Wochen, Monaten haben die Projektkolleginnen und ich etwas zusammengestellt: surfer-haben-rechte.de Ich finds ziemlich hübsch geraten, freu mich aber auf Eure Meinungen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge.

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Im Zweifel privat

Unsere Gesellschaft kennt eine Unterscheidung in A jobtechnisch/dienstlich und B privat. Das ist gefühlt zwar eine etwas künstliche Sache, da die meisten von uns nur über ein Gehirn verfügen und das nicht so ganz umschaltet. Aber man muss es als Faktum hinnehmen.

Dieses Internet hat das alles etwas schwieriger gemacht. Zumindest für die, die von sich sagen würden: I work for the Internets oder zumindest im und mit dem Internet. Da es selbst zeit- und ortsunabhängig ist und der Aufwand für eine Doppelhaushaltung unvertretbar (außerdem kaum zu gewährleisten), habe ich nur einen Twitteraccount, einen Facebookaccount, einen Xing-Account usw., so wie ich nur ein einziges Leben habe. Das führt teils zu Vermischungen: manch guter Freund muss quasi-dienstliches aushalten, obwohl ihn primär interessiert, ob ich heute Zeit hätte um ins Kino zu gehen. Und manch Kollege muss ertragen, dass ich liebend gerne “genervt-Tweets” über massiert auftretende muffelige Kontrolleure, miese Musikanten und Straßenzeitungsverkäufer schreibe.

Das alles führt aber auch dazu, dass Menschen auch meine Meinungsäußerungen, auch mal ein bisschen Geifersucht, offensive Polemiken - sprich: weniger diplomatisches, weniger wohlabgewogenes, vielleicht manchmal auch weniger überlegtes - zu sehen bekommen, die primär beruflicher Kontakt sind.

Ich kenne das Gefühl, wenn jemand etwas zu einem Zeitpunkt versprochen hat und dann, dann lese ich auf Twitter, was der Mensch gerade tut. Und das ist etwas anderes. Dass das normal ist, weil Menschen nicht 24/7 arbeiten dürfen (dann kommt nämlich nur Quatsch raus), vergisst man in solchen Momenten.

Also gibts daher aus meiner Sicht nur eines: im Zweifel sind alle Social Media-Veröffentlichungen nicht als jobbezogene Veröffentlichungen zu verstehen. Sie sind dann privat und als solche zu behandeln - in jederlei Hinsicht. Und jeder, der das nicht versteht und nicht akzeptiert, möge sich stante pede hinfortschleichen aus all meinen individuellen Umfeldmedien.

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Politik im Web 2.0 Ausgabe 4

Nebenan bei Netzpolitik:

Klar ist: YouTube und Facebook sind von den Parteistrategen als Plattformen ausgemacht worden, auf denen sie sich den Onlinewahlkampf zutrauen. Hinzu kommt ein wenig Twitter, das in Deutschland trotz starker Medienpräsenz in den letzten Wochen dennoch nicht die große Menge Wähler erreicht. Allerdings wird Twitter den Onlinewahlkampf beschleunigen und viele Multiplikatoren sind jetzt schon auf diesem Wege schnell erreichbar.

Die Zahlen wie immer ohne Gewehr, aber besser als die des einen oder anderen MaFo-Institut sind sie zweifelsohne.

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An neuen Ufern - Dankeschön!

Manche haben die Veränderung in meinem XING-Profil bemerkt, einige haben mich drauf angesprochen und viele haben mir gratuliert, manche waren irritiert und wieder andere fanden das aus unterschiedlichen, meist persönlichen Gründen “irgendwie doof”. Ich mache seit zwei Wochen etwas neues. Die meisten haben mir aber einen guten Start gewünscht. Dafür: Danke.

Die ersten zwei Wochen waren interessant und spannend, für mich gibts dort viel zu lernen und zu entdecken. Meinen Themenfeldern bin ich im Großen und Ganzen weiterhin treu, nur spaziere ich nun wieder häufiger durch Paragrafenwälder (wobei mir liebe und hierin sehr viel kompetentere Kolleginnen und Kollegen zur Seite stehen) und kann mich inhaltlich etwas tiefer mit Materie beschäftigen als ich das oft konnte. Das war mein Wunsch und wird mir so möglich. Dass ich dafür seltener in Cafés arbeiten und meine Zeiten vollkommen frei definieren kann, ist mein persönlicher Tradeoff. Auch meine Freizeitgestaltungen folgen nun wieder einem etwas anderen Rhythmus - ob das gut oder schlecht ist, werde ich vielleicht irgendwann herausfinden.

Was ich bloggen oder twittern kann, was ich bloggen und twittern möchte und was ich bloggen und twittern werde: time will tell.

Weil ich bekanntlich aber jederzeit für schlechte Wortwitze zu haben bin, gibts hier noch denjenigen, mit dem ich meinen neuen Job beschrieben habe:

Kann man Nomen, Adjektive oder Verben rauchen? (Antwort meist: Hä? Nein!)
Aber wenn man die gar nicht rauchen kann, wieso kann man dann Verb-Raucher schützen?

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Das Jahr in Bildern

So kann man das sehen. Oder auch anders.

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Urlaub

Natürlich kein echter. Aber vom Social Web. Mal schauen, wie lang.

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Kurzstudie: Kurt Beck hat keine Freunde - Politiker und Parteien im Web 2.0

Zusammen mit Markus Beckedahl ist eine Kurzstudie entstanden: wie nutzen Politiker und Parteien das Web 2.0 derzeit - oder auch nicht. Da in den Diskussionen häufig argumentiert wird, dass das junge Medium auch eher von jungen Politikern eingesetzt werden sollte, haben wir dabei auch die Jugendorganisationen und ihre Spitzenpolitiker mituntersucht. Die Kurzstudie steht unter CCBYNCSA-Lizenz (sprich: jeder darf sie weiterverbreiten und ihre Inhalte verarbeiten, solange unter Namensnennung, nichtkommerziell und unter gleicher Lizenz geschehend) und gibt es hier zum Download.

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I want your bucks

Wer genau wissen will, worum es geht, der kann mich gerne auf den bekannten Wegen erreichen. Wer mir mehr oder minder blind Vertrauen schenken und etwas Geld geben möchte, der ist natürlich auch sehr herzlich willkommen.

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Ein bisschen Spaß muß sein..

Aber ob man bei der SPD wirklich gut darüber lachen kann? Hihi..

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Wer ist wo?

Für den ZEIT-Zuender habe ich mir angeschaut, in welcher Nation Europas welche Social Networks populär sind. Dabei bin ich über einiges gestolpert, das mir bislang selbst fremd war. Das Ergebnis konsumiert sich binnen Minuten - die Arbeit dafür war ziemlich aufreibend (vor allem, weil man bei manchen Ländern an “keines” einfach nicht glauben mag).

Was hintenrunterfiel, weil nicht EU: Одноклассники (lies: Odnoklassniki, auf Deutsch “Klassenkamerad”) aus Russland, das angeblich 15 Mio User hat. Auch russisch: В Контакте (”im Kontakt”), der erste Facebook-Klon, der noch mehr so aussieht seit dem Start von StudiVZ 2006.
Seit ein paar Tagen nicht mehr erreichbar ist Ekipa.hr (zu Deutsch etwa “Team”), das mir technisch trotz ausgeprägten Mangels an Kroatischkenntnissen eigentlich ganz gut gefiel.

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Arbeiten am Burnout

Mein virtueller Schreibtisch ächzt - und ich auch. Es stellt sich heraus, dass die Limitierung von Tagen auf 24 Stunden leicht problematisch ist. Bin nicht so wahnsinnig glücklich, da ich das Gefühl habe, dass manche der Sachen die ich tue nicht der Qualität entsprechen, die ich gerne bei ihnen sehen würde.

Tatsächlich arbeite ich gerade an sieben verschiedenen Projekten gleichzeitig, nur eines davon mit Enddatum nächste Woche. Ich glaube, das sollte man nicht probieren, es lässt den Kopf platzen und die Schlafzeiten auf inakzeptable Maße sinken.

Andererseits macht mich vieles von dem, was ich gerade treibe, recht glücklich. Die Dinge gehen in die richtige Richtung, manche der Projekte, die mir schon etwas länger im Kopf herumspukten, werden wahrscheinlich wahr. Brauche trotzdem Urlaub, bald. Zwischen Artikeln, Konzepten, Ideen und langen Listen schöner Dinge wird mein Kopf jeden Tag etwas schwerer.

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In eigener Sache: Netzköpfe

Wie bereits angekündigt, habe ich seit heute ein neues Weblog. Es wird von der Welt Online/Axelspringer AG bezahlt und heißt Netzköpfe.

Zu jedem Webprojekt, zu jeder Datenleitung, zu jeder guten Idee gehören Menschen, die sie umsetzen. In Netzköpfe habe ich mir vorgenommen, eben solche zu portraitieren. Das Blog wird wachsen und setzt sehr klar nicht auf kurzfristige PI-Schinderei, sondern auf die Macht des Publizierten über die Zeit. Manche der Menschen dort werden populärer sein, manche weniger. Und jetzt: hier ist der Link.

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Bloggen gegen Bares

Ja. Bin käuflich. Zumindest mein Content. Ab Mai gehts los.

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«Wenn Politiker ins Internet sprechen»

Letzten Freitag habe ich die gleichnamige Diskussion zu politischer Onlinekommunikation per Video auf der Republica moderiert. Der Mitschnitt ist jetzt bei Hobnox online. Danke noch einmal für die nette Runde an Bernd Steinmann (Verdi), Sebastian Reichel (BMAS), Robert Heinrich (B90/Die Grünen), Jan Schmidt (Hans-Bredow-Institut).

Randnotizen:
* SMS-Wall kann man durchaus aktiv in Diskussionen einbeziehen
* ich moderiere nach wie vor ungern im Sitzen
* Schlafmangel scheint bei mir zu verstärkter Augenbrauenakrobatik zu führen
* nächstes Jahr könnte an gleicher Stelle ein richtiges Feuerwerk zur politischen Onlinekommunikation zünden: ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl
* Hobnox-Videos nicht embedden zu können ist ziemlich unpraktisch

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re:publica ‘08

Weil jemand vorhin fragte: ja, ich werde da sein. Auch wenn ich kein Banner für die Veranstaltung im Blog eingebaut habe.

Und ja: ich freu mich auf viele nette Gespräche mit alten und neuen Kontakten, auf interessante Vorträge und auf den Schlaf danach. Auf “mein” Panel allerdings auch.

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Journalismus verpflichtet (aus: journalist 03/08)

Für die aktuelle Ausgabe des Journalist habe ich mich mit dem Vorhaben beschäftigt, den Pressekodex auch auf Onlinemedien zu erweitern. Im Heft findet sich zum Thema ein Interview mit Jochen Wegner, Chefredakteur von Focus Online, ein Beitrag Pro Onlinekodex von Hendrik Zörner (DJV) und ein Contra von Stefan Niggemeier. Hier nun in Absprache mit dem journalist mein Beitrag im Volltext. Er enthält eine markierte Änderung gegenüber der Druckfassung, die ich zu beachten bitte.

Der Deutsche Presserat geht in die Online-Offensive: Die ethischen Leitlinien des Pressekodexes sollen auch für professionell betriebene Onlinemedien gelten. Aber lassen sich die Richtlinien problemlos auf das Internet übertragen? Continue Reading »

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Korrektur + Dank

Bei meinem Text für den Journalist ist mir ein Fehler unterlaufen: «Das Onlineleitmedium legte ihm die Worte in den Mund» schrieb ich in Bezug Spiegel Online / Walden Bello / G8-Gipfel. Das ist nicht korrekt.

Korrekt ist: Das Onlineleitmedium ließ ihm von dpa die Worte in den Mund legen, ohne das in dieser Form hochbrisante Zitat gegenzuprüfen.

Mea culpa, Dank an Stefan Niggemeier für den sachdienlichen Hinweis.

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Das perfekte Werbeumfeld?

Für die Märzausgabe des journalist habe ich einen langen Artikel zur in der frühen Planung befindlichen Onlinevariante bzw. anstehenden Erweiterung des bisher nur für Printprodukte geltenden Pressekodex geschrieben. Kernpunkte: Online ist anders, Online ist viel schneller und direkter, Online ist noch unterfinanzierter. Und entsprechend größeren Versuchungen ausgeliefert als die meisten gedruckten Publikationen.

Um nur einen der vielen Punkte mit Praxisbeispielen zu garnieren:

  • Trennung Werbung und Redaktion: Sowohl Fremde als auch eigene Nebengeschäfte gehören klar als Werbung gekennzeichnet.

    Beispiele (von heute):
    Beim Kölner Stadtanzeiger gibt es in der rechten Spalte plötzlich eine Box “Germanwings”. Bei Zeit Online in der zweiten Navigationsebene auf der Hauptseite den Punkt “Partnersuche”. Bei Spiegel Online findet sich im Navigationsheader unter Wirtschaft “6% aufs Tagesgeld”.

Zu Klickschinderei muss ich nicht mehr viel sagen, das taten andere bereits in ausreichender Länge.

Ein kleiner Punkt im Artikel jedoch ist mir inzwischen sehr wichtig geworden: der Livecharakter und das “Horserace” um die Nachricht. Onlinejournalismus ist quasi-Live, in Zukunft wohl noch etwas mehr als heute. Während eine Zeitung am Tag danach für Unmut sorgen kann, eine Katastrophe wird sie nicht auszulösen in der Lage sein. Onlinemedien hingegen schon.

Fast alle Missstände im Onlinejournalismus haben “wirtschaftliche” Gründe. Häufig genug handelt es sich dabei um den Versuch, den Wettbewerb zu seinen Gunsten zu beeinflussen - z. B. durch möglichst galant untergejubelte Werbung, durch wenig subtile Brustbilder (”instinktorientierte Angebote”, wie ich neulich irgendwo las oder hörte), durch Reichweitensteigerungen bis zum ausgedehnten Erbrechen – und manches Mal auch noch weit darüber hinaus.

Das alles ist: grober Unfug. Und hat mit Journalismus strukturell wenig zu tun, auch wenn die Kollegen in den Redaktionen das ganz sicher nicht hören mögen. Der Onlinejournalismus hat uns - unter anderem - die wohl besten Anzeigenblättchen der bundesrepublikanischen Geschichte beschert.

Wenn der Presserat es daher ernst meint, muss er die Verlagsangebote nach einheitlichen Kriterien messen. Und das meint: Qualitätskriterien. Wer diese Kriterien ignoriert ist nur über relevante finanzielle Sanktionen vor einer Wiederholung zu retten. Um damit dem Journalismus wieder den Stellenwert zu geben, den nicht jeder Verleger (aber leider auch längst nicht jeder Leser) ihm zugestehen mag.

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Winke, Winke

Mit dem heutigen Tag bin ich nicht mehr als Redakteur bei ZEIT online tätig. War nett, manchmal. Dafür: Dankeschön.

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Kleine Kleinigkeiten

Neues Theme, neues Glück. Mir gefällts. Und paar Überraschungen sind auch versteckt.

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Auf leisen Sohlen

Aus meiner Zeit bei ZEIT online stammt das Konzept für Leserartikel: Leser können nicht nur Kommentare sondern auch Artikel schreiben. Und wenn diese für sehr gut befunden werden, können sie in den normalen Redaktionskreislauf einfließen. Die Autoren werden dann für ihren Text entlohnt, etwa so wie die anderen freien Autoren. Und die Texte werden dann von den Fachredakteuren redigiert.

Ein meiner Meinung nach sehr schönes Stück wurde zum vergangenen Wochenende eingekauft. Ein typischer Länderspiegel-Text.

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Baustellensymbol der End-90er (virtuell)

[Stellen Sie sich hier bitte ein Männchen mit Bohrhammer vor. Es wird derzeit etwas gebaut.]

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Von Lesenden, Schreibenden und Bleibenden

Ein paar Gedanken zu dem, dem, dem, dem, dem, dem und dem. Ob ich mich dazu normalerweise äußern darf, weiß ich nicht - tangiert es doch meinen Arbeitsalltag bei meinem Brötchengeber. Aber ich glaube kaum, dass man mir deswegen kündigen wird (Nur ein kleiner Witz für alte Bekannte, wer ihn nicht versteht, möge ihn bitte ignorieren).

Wir haben bei ZEIT online Leserkommentare in der ZEIT online Community. Eigentlich! Dass diese bei den Videobeiträgen bis dato nicht eingebunden ist, hat weniger mit einem Nicht-Wollen als mit ihrem Nicht-Fertigsein zu tun. Ich habe mich darüber nun sowohl gefreut, als auch geärgert. Jens Jessens spitze Polemik, sei sie überzogen oder auch nicht, hat eine Welle ausgelöst. Oder, um genau zu sein: mehrere Wellen. Der letzte Nachschwapp kommt gerade über das FAZ-Feuilleton, den Kulturteil jener Zeitung, in dem Jens Jessen selbst von 1988 bis 1996 tätig war.

[…] Natürlich sind etliche auf derartigen Internet-Seiten abgedruckten „Leserkommentare“ glatt rechtswidrig oder operieren bewusst an den Grenzen der Legalität. Juristische Kanzleien müssten sich eigentlich herausgefordert fühlen, in dieser Lücke des zivilisierten Umgangs zivilisatorisch zu wirken. Denn jeder Anbieter von Internet-Seiten ist ja gesetzlich gehalten, dafür zu sorgen, dass nicht jeder Dreck und Müll zum Abdruck gelangt.

Gut erkannt. Und genau dem werden wir bei ZEIT online denn auch gerecht. Livemoderation ist nach bisheriger Rechtsprechung eben keine Pflicht. Und die können wir dort auch gar nicht leisten. Die Moderation findet dort im Nachhinein statt und war in den letzten beiden Wochen ganz sicher kein Zuckerschlecken (ich habe zum Beispiel einen großen Teil meines letzten Sonntags mit dem Kehrbesen in Digitalien verbracht, dabei hätte meine Wohnung das sicherlich genauso nötig gehabt).

[…] Es ist allerdings oft die schiere Masse an Beleidigungen, die eine rechtliche Ahndung schwierig macht. Darauf setzen manche Anbieter, wenn sie vorsätzlich den Pöbel-Nutzern ihre Portale öffnen.

Da muss man wohl in diesem Zusammenhang nicht viel sagen, oder? Zitiert haben wollte ich diesen Satz aber dennoch. Denn ich bin derjenige gewesen, der die Dokumentation zusammengestellt hat, auf die weitere (bislang) 690 Antworten folgten. Aus E-Mails an Jessen und die Redaktion, aus Irrläufer-Kommentaren habe ich herausdestilliert, was typische Argumentationsmuster waren, auch was Einzelmeinungen waren.

Ich nenne es Dokumentation, denn: Es ist ein Nachweis der Kampagnenfähigkeit bestimmter Kreise rund um bestimmte Webseiten. Und der Nachweis, dass viele Leute sich vor einem Computer mehr trauen als auf der Straße. Sozialpsychologen haben mit dem Internet ein wahres Paradies vor Augen, verhält sich mancher dort doch eher so wie hinter zugezogenen Gardinen oder zumindest so, wie er es wohl gerne in Gemütswallungen gerne tun würde (wäre er nicht das, was er in Wahrheit ist: ein armes Würstchen).

Es lohnt, sich die Links anzuschauen, die beispielsweise Technorati zu den Beiträgen kennt. Da findet man Webseiten von Menschen, deren Mitbürger zu sein man sich mehr schämt denn der spießigen Jugendlichen und gewalttätigen Rentner dieser Republik und andersherum.

Ich habe vor wenigen Journalisten viel Respekt. Jens Jessen ist einer davon. Nicht primär aufgrund dessen, was er schreibt - ich bin bekennend ignorant gegenüber Texten in der ZEIT. Seine gehören auch des öfteren dazu. Mich faszinieren Art und Weise, Worte zu nehmen, sie zu drechseln, sie zu wechseln, dabei oft auf der feinen Linie zwischen Ironie und Sarkasmus tänzelnd. Und wenn allen schon die Kinnlade herunterfällt, dann kommt manchmal, aber natürlich nicht immer, sonst wäre es nicht Jens Jessen, eine kleine Volte. Manchmal folgt darauf auch eine Revolte. Stets jedoch macht es Spaß, Jessen diskutieren zu hören. Obwohl, oder gerade weil er Feuilletonist ist – und man manchmal das Gefühl hat, dass seine Worte schon schelmisch grinsend über die Tastatur flitzen mussten, das fröhliche Liedchen gefühlten Königressorts unter all den politischen im Herzen tragend. Jens Jessens gleichnamiger Großvater wurde nach dem 20. Juli 1944 in Plötzensee hingerichtet.

Dann gab es da noch eine sehr spezielle Linkquelle: Herrn Herres Blog. Die Kampagnenfähigkeit derartiger Publikationsorte ist tatsächlich verstörend, und die Art ihrer Leserschaft leider nicht minder, denn verstanden haben viele der Kommentatoren Herrn Jessen nicht. Mein Erstaunen darüber war jedoch gering: Teile des Textes dort wurde von vielen “erbosten Zeitlesern”, die umgehend “ihr Abonnement kündigen” wollten, oft erstaunlich wortgleich übernommen. Man könnte also glatt vermuten, dass manch einer den Umweg über das Anschauen des Videos sparte und gleich zum Kommentarfeld, zum Mailformular oder dem E-Mail-Client griff.

Ein Jessen werde ich nie werden. Schon allein deshalb, weil dieser Text wieder einmal viel zu lang, zu pointenlos, zu schnarchig ist. Außerdem mag ich (Cord-)Anzüge nicht. Immerhin habe ich nun in jungen Jahren schon meine eigenen Trolle.

[Nachtrag: Der grandiose Wortwitz des FAZ-Autoren verschlägt mir nun doch die Sprache. »Anbieter von Internet-Seiten … gehalten, dafür zu sorgen, dass nicht jeder Dreck … zum Abdruck gelangt.« So sei es - das schaffen eigentlich sogar alle.]

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Ungewohnte eigene Stimme

Hab mich lange nicht mehr reden gehört. Schon gar nicht knapp zwei Stunden lang - so lange geht jedoch die ChaosradioExpress-Folge, in der mich Tim Pritlove* über die Struktur von Politik und die Frage, was eigentlich Nerds von ihr Wissen sollten und wie sie partizipieren könnten befragt.

Die Idee zu der Podcastepisode ist, nebenbei bemerkt, schon etwas älter.

*(Disclaimer: mit dem ich übrigens schonmal Bier trank und dessen Wissen insbesondere in den Bereichen Syndizierung, Nerdkultur und Audio-Equipment ich sehr schätze)

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Bloggerköpfe

Wunderbare Fotos von Andreas Chudowski. Machte dadurch Spaß zu betexten. Mal mehr und mal weniger einfach.

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Hüstel

Eigentlich wollte ich noch auf eine Podiumsdiskussion gestern abend hinweisen, die ich von der German Privacy Foundation zu moderieren gebeten wurde. Bisschen spät jetzt. War aber gut. Ich verlinke die Videoaufzeichnung, wenn man mir eines Tages dann den Link darauf gibt. Hier gibt es Video- und Audiomitschnitte.

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Sells like teen spirit

Die neuen StudiVZ-AGB sind also notwendig, damit man personalisierte Werbung schalten kann. Schade: Mein Account ist schon seit längerem weg. Dafür habe ich neulich ein lustiges Bild von damals gefunden.

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Hach, was waren das für Zeiten.

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