Der Egotainer als Alleinunterhalter 2.0
Posted on 29 August 2010 by Falk
Vielleicht hab ich einfach nur keinen Humor. Oder ich bin zu arrogant, verwöhnt, kritisch. Aber ich mag die ganzen Spaß-Twitterer langsam nicht mehr. Diese Mario Barths des digitalen Alltags. Die nur und ausschließlich lustig sein wollen. Die keine Inhalte haben außer der nächsten Pointe, so mies sie auch sei. Die in ihrer Selbstbespaßung (aka Egotainment) um etwas Aufmerksamkeit heischend wirken, wie der Radiosidekick mit seinen schlechten Witzen am Morgen – weshalb ich das Radio abgeschaltet habe.
Die meisten von ihnen wirken so traurig, wie ein Alleinunterhalter auf einer Landhochzeit, ein Clown in einem Kinderzirkus. Trifft man sie dann im realen Leben, bestätigt sich das Urteil meist. Irgendwie ist es mir lieber, wenn Menschen, die auch andere Inhalte haben, auch mal einen Witz machen. Und nicht mit ihrem digitalen Alter Ego auf Fav-Jagd gehen müssen. Alles andere ist Timelineverschwendung. Aber nur für mich.


“Hab mal einen Witz gehört. Mann geht zum Arzt, sagt er ist deprimiert. Das Leben kommt ihm rauh vor und herzlos. Sagt, er fühlt sich allein in einer bedrohlichen Welt. Arzt sagt “Behandlung ist einfach! Der große Clown Paleacci ist in der Stadt. Gehen Sie hin, wird Sie aufheitern.” Mann bricht in Tränen aus. “Aber Doktor”, sagt er, “ich bin Paleacci!”
Guter Witz. Alles lacht. Tusch! Vorhang…”
Filmzitat “Watchmen”
Und doch schaffen es viele dieser “Spaß-Twitterer” immer wieder, mir ein kurzes Grinsen, manchmal auch ein längeres oder gar ein Auflachen zu entlocken. Genau deswegen liebe ich sie. Das Leben außerhalb von Twitter ist ernst genug.