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Wenn die Nachbarschaft strahlt und der Sommer locht

Posted on 10 August 2010 by Falk

Es ist immer wieder erquickend, wenn es doppelte Berichterstattung im Sommerloch gibt. Zum Beispiel zum radioaktiven Fundstück unter der Stargarder Straße in Berlin.

In der Stargarder Straße, im Berliner Familienbezirk Prenzlauer Berg, strahlte es 100.000 Mal stärker, als es der Grenzwert erlaubt.

schreibt die FTD. Und weiter:

Am Montagabend sollte eine Spezialfirma mit der Bergung des radioaktiven Gegenstandes beginnen. “Es muss jedes einzelne Körnchen rund um diese Stelle untersucht werden”, sagt Rath. Bisher konnte die Strahlung durch Bleiplatten unter den üblichen Grenzwert reduziert werden.

Klingt dramatisch. Aber Frank Rieger kam dort zufällig entlang (das tut er häufiger). Und er berichtet in seinem Blog realitätsnah:

Zur Stärke der Radioaktivität meinte besagter Landesamt-Mitarbeiter: “Wenn Sie sich eine Stunde da drauf setzen bekommen sie etwa so viel ab, wie ein Arbeiter pro Jahr an seinem Arbeitsplatz abbekommen darf”. Wir reden also offenbar nicht von unmittelbaren Haarausfall.

Und die Bergung des Strahlenschrotts ist indes auch schon passiert:

Mehrere Details sind auffällig. Zum einen die offensichtlich sehr geringe Tiefe des Bergungsloches. Es ist kaum 10 Zentimeter tief und kratzt gerade so an der Kiesschicht unter der Asphalt-Decke, falls überhaupt.

Ich fühle mich in diesem Fall deutlich besser durch den Nachbarn informiert als durch die sensationsheischende “Qualitätspresse”. Einfach mal vorbeigehen, sich mit den Menschen vor Ort unterhalten und etwas weniger Distanzschreiberei, das kann offensichtlich nicht schaden. In diesem Fall: Danke Frank.

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