10.000 Tweets später
Posted on 19 Juli 2010 by Falk
Ich hab keine Ahnung mehr, warum genau ich damit angefangen habe. Es kam mir sicher interessant vor und ein recht praktisches Interface, um auf dem Laufenden zu bleiben. Damals, am 03. Mai 2007. Ich haderte zu der Zeit oft mit RSS und der Frage, wie man derartige Techniken für den Journalismus und das Veröffentlichungswesen besser nutzbar machen kann. Bis heute ist beides nicht ganz aus meinem Interessenfokus verschwunden. Aber weniger zentral. Twitter hat einen Großteil meiner aktiven Suchtätigkeit auf die Schultern anderer abgewälzt. Ich surfe definitiv weniger, verlinke dafür mehr öffentlich.
Gelitten hat dabei mein Blog. Hier kommt nur noch selten etwas. Dann, wenn ich denke, dass es mehr bedarf als einer kleinen 140-Zeichen-Nachricht. Wenn ich ohne Limit in die Tasten greifen möchte. So richtig zufrieden bin ich mit dem Angebot aus San Francisco aber trotzdem nicht: statt Listen hätte ich viel lieber eine Ignore-Funktion, eine Art Blacklist. Für Begriffe wie Justin Bieber, für #bsf, #dsds, #tatort und noch so ein paar einschlägige Interessiertmichnicht. Soll sich doch jeder drüber unterhalten, auch die Menschen, die ich sonst lesen mag. Aber das würde die Nutzbarkeit doch deutlich erhöhen.
Twitter ist im Laufe der Zeit deutlich erwachsener geworden. Der anfängliche Nerdspielplatz mit der sinngemäßen Frage “Was tust Du eigentlich hier?” wird inzwischen für ernsthafte und erbittert geführte Debatten gleichermaßen genutzt wie für die klassischen Aufregereien, sinnloses Gebrabbel und – nicht zuletzt – jede Menge Egotainment. Es ist stattdessen relativ normal geworden. Die Community ist groß geworden. Nicht jeder kennt um maximal eine Ecke jeden Twitterer in der gleichen Millionenstadt. Und das ist mit Sicherheit nichts schlechtes. Nur das mit der zentralen Plattform, der fehlende Ignorefunktion und der Frage nach dem Geschäftsmodell, das ist nach wie vor suboptimal. War es aber vor 10.000 Tweets auch schon.

