nicht mehr, nicht weniger.Beiträge-Feed Kommentare-Feed

Archive for Dezember, 2009

Das Jahr im Rückspiegel

Zu jedem Jahresrückblick gehört ein kleines bisschen Gejammer über diese Jahresrückblickskultur. Ich fasse mich kurz: der hier ist einer, der vor allem aus einem dicken Danke besteht, an all jene, die mich 2009 begleitet haben, in guten und weniger guten Tagen. Es ist letztenendes ein schönes Jahr geworden, das 2010 herzlich willkommen macht.

Ich habe wunderbare Menschen um mich herum, viele nette Kollegen, wohne und arbeite in der für mich derzeit wunderbarsten aller Städte, habe keine größeren Sorgen im eigentlichen Sinne und für mich in diesem Jahr ein paar Dinge entdeckt, die ich sehr gerne mache. Die eine davon ist eine Wiederentdeckung: der Spaß daran, sich gegenseitig die Bälle um die Ohren zu hauen. Und die andere ist für mich in diesem Jahr eine der schönsten Entdeckungen überhaupt gewesen: die Abschalttätigkeit schlechthin ist für mich Segeln. Nächstes Jahr werde ich mich da noch etwas intensiver mit auseinandersetzen, glaube ich.

segeln-sommer-2009.jpg - copyright katja klein

Was war sonst noch so? Ein politisch höchst spannendes Jahr mit einem Wahlkampf, der mein altes Steckenpferd Onlinewahlkampf um einige Facetten bereichern konnte, der in seiner Schönheit eher überschaubar war, der mir im Wahllokal viel Spaß gemacht hat und auch ansonsten gab es in der Politik in Verbindung mit Themen wie Datenschutz, Zugangserschwerungsgesetz und Vorratsdatenspeicherung eine Menge Diskussionen. Das Onlinejournalismusfeld bzw. die Frage, wie, ob und auf welche Weise Journalismus sich und seine Vermarktung im Netz neu erfinden kann, wenn wer es nur muss, wird im nächsten Jahr genau so akut bleiben wie in diesem. Aber ich sehe da nicht mehr ganz so schwarz: sowohl in Politik als auch in der Medienbranche kommen langsam die echten Onliner etwas stärker in tragende und entscheidende Funktionen. Was nicht heißt, dass damit alles automatisch gut wird. Aber es heißt, dass zumindest gewisse Grundfragen so nicht mehr gestellt werden müssen. Ausnahmen bestätigen hierbei die Regel, der ein oder andere kämpft seine Rückzugsgefechte gegen dieses schreckliche Internet.

Es bleibt einiges zu tun. Gleich werde ich erstmal ein kleines Weihnachtspäckchen für meine Nachbarn packen. Die haben seit ein paar Monaten wieder ein Telefon. Und einen Computer werden sie in ihrem Leben ziemlich sicher nicht mehr danebenstellen.

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Alltägliche Mittemäßigkeit

“Eigentlich interessiere ich mich ja gar nicht für Fußball.” Hm. “Als Du mich angerufen hast, war ich gerade in Spanien.” Hmhm. “Oh, hast Du gerade einen Film gedreht?” Hmhmhm.

Klinge ich wohl selbst auch so? Ich mein, ich sitze gerne in diesen Cafés. Und kann es mir nicht so ganz genau erklären, warum. Hier sind die richtig wichtigen. Die kennen alle, jeden und zwar besonders die besonders wichtigen. Sind ja selber solche. Ihr Tonfall ist einschlägig, ihre Klamotte auch. Ihr Vokabular: ein Füllwortteppich. Wirklich. Absolut. Phrasenschweinebauchzyklenbetont. Eigentlich betreiben sie nur ein öffentliches Selbstgespräch. Sie reden nicht mit anderen Menschen, sie reden über sich. Und zeigen, wie geil sie sind. Berlinsken, deine Mitte ist voll von solchen Quarkquasslern. Ich glaube, ich würde sie vermissen, würden sie plötzlich sinnvolle Dinge oder gar mit Menschen reden.

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Des Verlegers Klagelied

Weil heut nicht mehr jeder zahlt
was ihm blind wird vorgesetzt
geht ein Businesscase dahin
bloß: wohin weiß keiner schon
Bald vorbei ist’s sicherlich!
Wenn man nicht mehr Geld erhält.
Singt der Manager gequält
Klagelieder bitterlich.

Qualität! Das schreien sie.
Und Rendite meinen sie.
Kaum verlegene Verleger
wohlgeboren, hochinteger
sind sehr skeptisch heutzutage
‘kostenlos’ die Plageklage.

Nein, die Internetgemeinde!
Unter dem Pantoffel Panik.
Überall sind Zeitungsfeinde!
Googles Schuld!
Der Kuchen: sahnig.

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