nicht mehr, nicht weniger.Beiträge-Feed Kommentare-Feed

Archive for Oktober, 2009

Ich fuehle mich ja so schlecht

Diese Internetnutzer, die mich den ganzen Tag umgeben, die mich anschauen, mit mir reden, mich sehen, mich mögen oder auch nicht! Diese schrecklichen haarigen Biester! Pardon, falsches Lied.

Auf jeden Fall fühle ich mich so von ihnen umgeben, dass ich mich manchmal frage, ob ich nicht inzwischen auch einer von ihnen geworden bin. Also einer dieser Menschen, die zweifelsohne an Aufmerksamkeitsstörungen leiden (entweder zuviel oder zuwenig, auf jeden Fall aber ADS oder ADHS). Einer von jenen Menschen die den ganzen Tag dieses Internet vollschreiben mit Sachen, die ja niemanden interessieren - außer denen, die reagieren - und die immer so tun, als wären sie egalitär, aber in Wahrheit die neuen Oligarchien nur ignorieren da sie hoffen, Teil dieser Struktur zu werden die die alte ablöst.

Das wäre natürlich sehr schlimm. Ich schäme mich so entsetzlich für die Menschen, die dieses Internet nutzen und sich in ihm wie selbstverständlich bewegen, Kritik mit Sachkenntnis verbinden wollen und sich kaum Zeit lassen, den Misthaufen der vorangengangenen Generationen so zu loben und zu lieben, wie es sich für brave Kinder geziemt. Die sogar die Revolution verschmähen, nur weil sie längst gelernt haben, dass die Revolutionen der Elterngenerationen für sich genommen doch auch nur ein Häufchen Mist mit einem neuen Häufchen Mist überdeckt haben. Schreckliche Kinder, ich fühle mich so schlecht. Ohne Internet wäre die Welt viel, viel besser, lieber Adam S.

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Erstes Release von Schnittchenvergiftung

Endlich ist es soweit: nachdem die Branche monatelang auf das neue StartUp aus dem Hause Falk Lüke gewartet hat, ist es jetzt da. “Social Media changed unser Life rapide und ohne unseren consent”, erklärt Falk Lüke, Founder von Schnittchenvergiftung.de. “Mit unserem fantastischen neuartigen Social Media Approach gewinnen wir tiefe Einblicke in die deutschsprachige Schnittchensociety.”

Schnittchenvergiftung.de analysiert in einem ersten Schritt Milliarden von Social Media-Beiträgen auf ihre Schnittchenlast und zeigt chronologisch invers die Verschnittchung. Doch das ist erst der Anfang: “In einem der nächsten Releases werden wir mit unserem top secret Schnittchensocietyanalyzer Maßstäbe für das Social Media Monitoring setzen”, sagt Lüke. “Die gesamte Branche wird vor Neid in die Leberwurst beißen - das Leberwurstcase-Szenario, sozusagen!” Schnittchenvergiftung.de ist mit dem Start bereits Marktführer im Bereich Schnittchentalkanalyse. Die geplante Releaseparty mit Guido Westerwave musste leider wegen Terminproblemen entfallen.

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Kontextabhängiger texten, heute mit Sueddeutsche.de

Manchmal sollten Journalisten bei ihrer Sprachwahl besonders aufpassen.

In den meisten der 308 Gemeinden wurde derweil bei den Kommunalwahlen mit Duellen zwischen den Kandidaten der Sozialisten und der konservativen PSD gerechnet.

Ein ganz normaler Satz. Aber nicht bei dieser Meldung.

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Betroffenheitsjournalismus

Heinrich Wefing mal wieder. Schreibt in der Zeit darüber, dass Union und FDP die Chance hätten, “Politik für das Internet” zu machen. Ich halte es nach wie vor für ungut, wenn Journalisten aus der gefühlten Betroffenenperspektive schreiben:

So kann die FDP, die bei der Verteidigung der digitalen Bürgerrechte noch einigermaßen oppositionsradikalisiert, also Piraten-nah, auftritt, als wirtschaftsfreundliche Partei nicht achselzuckend die faktische Enteignung zahlloser Kreativer durch illegale Tauschbörsen hinnehmen, wie das die Piraten tun. Eine Modernisierung des Urheberrechts wäre deshalb ein lohnendes Vorhaben für Union und FDP, zudem müsste die Koalition eine Politik gegenüber Google entwickeln.

Heinrich Wefing fühlt sich enteignet. Und er mag Google nicht. Na dann.

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Unlustig

Wenig Bloglust diese Wochen. Auch das Wahlergebnis nicht gerochen.
Und stattdessen hab ich mich inhaltsarbeitsattgegessen.
Ärgere mich täglich: über diesen Bäcker, kläglich.
Dort verkauft man Schweineohren ohne Schokoüberzug,
für den Schweineohrgenießer nah zum Auszeichnungsbetrug

Ja, das sind dann die Probleme
die ich selbst als Luxus sehe
und bei fernerer Betrachtung
dennoch nicht so ganz verstehe.
Schweineohrenüberzüge
sind kein Fortbewegungsmittel
doch so ohne Schokolade
fehlt zum Ziel halt doch ein Drittel.

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