nicht mehr, nicht weniger.Beiträge-Feed Kommentare-Feed

Archive for Juni, 2009

Es ändert sich was

Philip Steffan schrieb auf netzpolitik.org:

Nach Informationen, die uns vorliegen, wird es am kommenden Dienstag, den 30. Juni im Rahmen der Konferenz Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Fokus auf neue Medien: Perspektiven für Europa, die das Familienministerium veranstaltet, eine große Abschlusserklärung geben. [..] Laut unseren Informationen sitzen alle großen Social Networks in Deutschland (studiVZ-Gruppe, wer-kennt-wen, Lokalisten usw., Knuddels) mit im Boot.

Ohne inhaltlich drauf eingehen zu wollen:
In Kommentar #32 reagierte XING offiziell.
In Kommentar #40 reagierte StudiVZ offiziell.
In Kommentar #58 reagierte Wer-Kennt-Wen offiziell. (Nachtrag, Dank an Daniel Hartmann)
In Kommentar #91 schickte Lokalisten einen offiziellen Reaktionspingback.

Offenbar gibt es ein Bedürfnis, zu reagieren. Die gleiche Szene hätte vor drei Jahren wohl noch anders ausgesehen.

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Was war denn das?

Habe gestern Abend überlegt, ob man als Internetnutzer in den Bund der Heimatvertriebenen eintreten sollte. Heute dann dagegen entschieden.

P.S.: Es wäre alles sehr lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

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Ich will nicht Recht behalten müssen

Anfang April schrieb ich - ziemlich genervt - einen länglichen Blogeintrag zum Thema Onlinewahlkampf und warum ich den 2009er-Onlinewahlkampf bereits für gescheitert erachte. Noch ist etwas Zeit bis zur Bundestagswahl, aber es bleibt dabei: solange die Parteien es nicht verstehen, dass das Gewinnen der Multiplikatoren auch online davon abhängt, dass man ihre Themen als relevant erachtet, wie man es bei Bauernfunktionären, Finanzbranchengrößen und Gewerkschaftern schon lange tut, solange wird man diese nicht für sich gewinnen können. Das wiederum ist sehr, sehr schade.

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Europawahl 2009: Wählerisch sein!

Ich will nicht lange drumrumreden: ich werde morgen mein Kreuzchen bei den Grünen machen.

Sie sind die einzige Partei, die einen pro-europäischen (überhaupt einen europäischen!) Wahlkampf geführt haben, die eine Idee für ein schöneres Europa zu formulieren in der Lage ware und auch netzpolitisch für mich ein klarer Pluspunkt auf Europaebene sind. Da stört mich auch nicht der bumsdämliche “Wums”-Claim sowie andere Campaigningdussligkeiten.
Und ganz personalisiert hoffe ich, dass Jan Philipp Albrecht es mit Listenplatz 12 ins EP schafft, was knapp wird.

Die Meinungen muss ja keiner teilen. Aber ich würd mich freuen, wenn jeder, der hier mitliest, morgen sein Kreuz machen geht. Europa lässt sich nicht demokratischer gestalten, indem man das einzige demokratisch direkt legitimierte Gremium zum Abstrafen von Fehlern anderer Ebenen nutzt.

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Zum Hintergrund der Zeit-Debatte ums Internet

Böses Internet, gutes Internet? In der Zeit sind in den letzten Wochen eine erkleckliche Anzahl Artikel erschienen, die sich mit dem Internet auseinandersetzen. Manche sagen darüber sogar eher, sie würden gegen das Internet hetzen. Nun sollte man ein paar Dinge über die Zeit wissen - und auch im Kontext versuchen zu verstehen, warum gerade jetzt das gefühlte intellektuelle Flaggschiff der deutschen Presselandschaft sich so intensiv der Thematik annimmt. Continue Reading »

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Die Dialektik des Jens Jessen

Jens Jessen, Feuilletonchef und spitze Feder bei der Zeit, versucht, irgendwie den Soboczynskitext von vor zwei Wochen zu rechtfertigen (S.52, “Das Netz trügt“). Er schließt sein Stück folgendermaßen:

“Mit anderen Worten: Das Internet, bevor es großmäulig von E-Democracy redet, muss erst einmal eine angstfreie Gesellschaft in seinen Räumen erlauben, in der nicht jeder, aus Furcht vor seinem missgünstigen Nachbarn, sich unter den kleinsten gemeinsamen Nenner duckt. Oder noch einmal anders gesagt: Es steht außer Frage, dass im Netz ein bedeutender Beitrag zur Demokratie geleistet werden kann. Aber die gegenwärtigen sozialen Umgangsformen verraten keine Tendenz zur E-Democracy, sondern eher zum EBolschewismus.”

Abgesehen davon, dass mich der EBolschewismusvergleich angesichts des Leninbildes in Herrn Jessens Büro leicht amüsiert: Soziale Umgangsformen einzufordern und eine zweifelsohne höchst pluralistische Gruppe wie die der Internetnutzer pauschal als “großmäulig” abzutun, das ist in einem Absatz schon mehr als Dialektik: Es ist einfach nur verlogen. Da kann und darf man ganz groß drüber maulen, wenn ein Feuilletonist nur wenig mehr denn 140 Zeichen benötigt, um seinen eigenen Anspruch so frei heraus durch gegenteiliges Verhalten als bloße Hirnwichserei jenseits gelebter Realität zu diskreditieren.

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