Es ist bedruckend
Posted on 15 Februar 2009 by Falk
Kai-Hinrich Renner in der WamS:
Es sind aber gerade qualitativ hochwertige, in die Tiefe gehende Informationen, die Print- von flüchtigen Online-Medien unterscheiden. Welchen Grund haben Leser, noch zur Zeitung zu greifen, wenn sie nicht mehr Qualität bietet als das Gratismedium Internet?
Dieses Gerede von den qualitativ hochwertigen Printmedien und den flüchtigen Onlinemedien, es ist und bleibt gequirlter Quark. Print ist auf dem Weg ins Nirvana, dort publiziertes verflüchtigt sich im Regelfall binnen Tagesfrist ins Versendete und dass Online alle immer auf “Schnell schnell” setzen, ist kein Fehler des Publikationsmediums sondern strukturell bedingter Kurzsichtigkeit geschuldet. Dass man diese Eigenwahrnehmung in manchem Printorgan nach wie vor findet, ist Ausdruck der Sinnkrise der bedrückten Bedruckten.


Dass die Printmedien auf dem Weg ins Nirvana sind würde ich nicht behaupten – wohl aber, dass es bei den Print- wie auch bei den Onlinemedien grosse Differenzen von ‘gequirltem Quark’ bis hin zu ‘qualitativer Hochwertigkeit’ gibt. Der Konsument entwickelt dann eine Eigenwahrnehmung, die entweder für das eine oder das andere tendiert – oder je nach Aufenthaltsort (im Zug die Printmedien, am Schreibtisch das Onlineportal…) ändert.