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Archive for Januar, 2009

Kleine Präventivinformation

Hausdurchsage: Das hier ist und bleibt mein privates Notizblog, das wird auch im nächsten Monat und darauffolgend so sein. Trotzdem kann es hin und wieder Arbeitsverweise enthalten. Hausdurchsage Ende.

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Lieber Mitbürger…

Lieber bärtiger Mitbürger islamischen Glaubens, der Du vorhin U8 in Richtung Wittenau fuhrst. Ich möchte Dich um etwas bitten.

Wenn Du das nächste Mal in traditioneller Kleidung und mit großem Rucksack durch Berlin oder eine andere große Stadt des Okzidents fährst, lass doch deinen Koran zugeklappt und rezitiere nicht halblaut das gerade gelesene. Das macht Menschen um dich herum ungute Gefühle. Danke.

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Postelection-Campaigning

Die SPD hat eine Facebook-Gruppe. Hat die SPD eine Facebookgruppe? Auf jeden Fall gibt es eine SPD-Facebookgruppe. Und genau dort erreichte mich am 22. Januar dieser Link mit der Bitte, ein für Thorsten Schäfer-Gümbel und die SPD etwas genehmeres Ergebnis herbeizuwetten.

Das wäre ja vielleicht gar nicht so dumm. Nur war der Administrator der Gruppe, der nicht in leitender SPD-Funktion ist, nicht sonderlich am hessischen Wahlkampf interessiert. Fünf Tage nach einer Wahl ist solches Campaigning zwar sehr vorausschauend, aber im konkreten Fall jedoch obsolet. Wie die SPD nun mit dem Problem umgehen wird? Wir werden sehen.

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Kunst am Bau

Ich habe nun wahrlich meine Probleme sowohl mit zeitgenössischer Kunst als auch zeitgenössischer Comedy. Aber diese Aktion ist so großartig, dass sie mir wunderbar gefällt: ich habe sehr, sehr laut gelacht. Offiziell darauf zu reagieren und sich über die vorurteilsbeladene Aktion zu echauffieren, ist ein Zeichen vollkommener Humorbefreitheit, die nur sagen will: der Künstler hat wohl nicht gerade Unrecht.

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Wenn ein Flugzeug vom Himmel fällt und Twitter online bleibt

Vor wenigen Wochen gab es eine lebendige Diskussion über die Reportage- und/oder Journalismusqualität, die Twitter erlaubt, beeinflust oder für die es steht. Meine Position: ohne Referenzierung ist Twitter wertlos (Englisches Blog). Heute ist ein Flugzeug auf dem Hudson River heruntergekommen.

Innerhalb von Sekunden wurde von verschiedenen Twitternutzern berichtet, zum Beispiel @manolantern, von @trappedinabay, von @jdackerman und von @jkrums.

us-air-hudson-full.jpg

Janis Krums berichtete auf einer Fähre zu sein, die so dicht wie möglich an das gewasserte Flugzeug heranzukommen versuchte, um Passagiere retten zu können. Er machte ein Foto, dass es in den nächsten Stunden noch rund um den Globus schaffen wird, schickte es via TwitPic in die Welt. Obwohl TwitPics Server die hohe Anzahl Anfragen nicht überlebte, wurde das Bild von verschiedenen anderen Wiederveröffentlich (ich veröffentliche es hier ebenfalls, werde es jedoch durch einen Link ersetzen sobald TwitPic wieder da ist).

Einige der interessantesten Bilder die ich vom Ort des Geschehens sah, finden sich im Flickr-Stream von GregoryLam, der die ersten Bilder offensichtlich innerhalb von Sekunden nach der Flugzeugwasserung schoss (man beachte die Wellenkämme hinter dem Flieger). Die Bilder sind zudem sehr interessant für alle Arten von Medien, weil sie unter der Creative Commons 2.0 BY Lizenz stehen, was bedeuet: abgesehen von der Pflicht zur Namensnennung ist die Verwendung der Bilder vollkommen frei, für welchen Zweck auch immer.

Aber was geschah auf Twitter nach dem Crash? Mengen an Menschen berichteten, dass andere berichteten, dass ein Flugzeug im Hudson landete. Die meisten referenzierten keinerlei Quellen und fingen an, darüber zu chatten, so dass ihre Inhalte bedeutungs- wie wertlos waren. Die Twittersuche war binnen 30 Minuten zu den Schlagworten Plane/Hudson überflutet, so dass es schwer wurde, Originalbeiträge zu finden. Es gab keinen Journalismus auf Twitter, nachdem die ersten Berichte vorbei waren bzw. die Berichterstattung von Vertretern traditioneller Medien übernommen wurde.

CNN just called me!?!? How did they get my number

Für mich war dies der interessanteste Tweet des Tages. Oh, und im übrigen, es ist immer gut, ein gutes Positionierungssystem zu haben.

Die NY Times schickte etwa eine Stunde nach dem Absturz einen “News Alert”. Inhalt: Flugroute, Anzahl Passagiere und Personal, angenommene Absturzursache. Twitter wurde nicht erwähnt.

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Liebe Prenzlberger ADAC-Mitglieder

Ich hab da mal eine Frage…


Geht es nach den Wünschen der Auto-Lobbyisten, soll künftig eine Autobahn quer durch Prenzlauer Berg führen. 1,5 Milliarden Euro würde das kosten, für den Ost-West-Tunnel Unter den Linden veranschlagt der ADAC 300 Millionen Euro. Für Müller kein Problem: Das Land habe seit 2000 rund 2,74 Milliarden Euro durch Kraftfahrzeuge eingenommen. Darin sind Steuern ebenso wie Einnahmen aus Parkraumbewirtschaftung und Verkehrsordnungswidrigkeiten enthalten. In die Straßeninstandhaltung seien aber nur 300 Millionen Euro geflossen. „Wir Autofahrer sind keine Bittsteller, da erfolgt eine Umverteilung in welche Kanäle auch immer. Das muss in Zukunft anders gewichtet werden.“

Wer von Euch ist Mitglied im ADAC Berlin-Brandenburg? Wer von Euch ist Mitglied in dem riesigen Verein, bei dem ich niemanden kenne, der jemals auf einer Mitgliederversammlung war? Der auch so gut wie kein Vereinsleben auf seiner Homepage hat? Ihr finanziert den Verein, er macht in Eurem Namen Lobbyismus. Prenzlberger ADAC-Mitglieder, wollt Ihr eine Autobahn?

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Kurze Klarstellung

Das Zitat von Hans-Jürgen Beerfeltz, genannt in der 3. Ausgabe der Kurzstudie “Parteien und Politiker im Web 2.0″, entspringt diesem Tagesspiegel-Artikelchen. Für quantitative (Kurz-)Studien verzichte ich für gewöhnlich auf (qualitative) Interviews. Ich halte es aber, soviel Einordnung gestatte ich mir da doch, für inhaltsunabhängig formulierte PR. So wie auch diese Vermeldung der FDP-Bundespartei.

Dass die FDP unter den fünf am Besten für e-Campaigning aufgestellten der sechs im Bundestag vertretenen Parteien zu finden und damit in der Spitzengruppe ist, kann ich auf Grundlage der erhobenen Daten derweil bestätigen.

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Postmoderne Reichweiten-Relativitätstheorie und Zahlenspiele

Ich schrieb hier im Juni:

Von Februar zu Mai 2008 veränderte sich die Ratio bei ZEIT online zwischen Visitors und PIs laut IVW online wie folgt:
Februar: 7.008.184 Visits / Mai: 6.959.641
Februar: 38.676.074 PIs / Mai: 64.756.789
Februar: 5,52 PIs/Visit / Mai: 9,30 PIs/Visit

Jetzt sind die IVW-Zahlen für Dezember (ein traditionell mäßiger Monat) draußen.
Ergebnis:

7.470.404 Visits = eine halbe Million mehr als im Mai 2008.
47.497.085 PIs = 17 Mio weniger als im Mai 2008.
6,36 PIs/Visit. = fast 3 weniger als im Mai 2008.

Diese Zahlen sind natürlich nur bedingt aussagekräftig, da sie Sommer- und Wintersorten Äpfel und Birnen vergleichen. Da ist es doch besser, wenn man die Obstkonjunktur betrachtet: Bei den PIs liegt Zeit Online im Jahresvergleich zu Dez 2007 bei +50,37, Sueddeutsche.de verzeichnet +58,92 und Welt Online +69,85 Prozent. Nur bei Focus Online sieht es mau aus: +11,8 Prozent im Vorjahresmonatsvergleich. Allerdings sind auch das 12 Millionen PIs - und damit absolut gesehen fast ebensosoviele mehr wie die relativen 50,37 Prozent (= 16 Mio PIs) bei Zeit Online. Von den anderen ganz zu Schweigen.

Disclaimer: ich habe bis Ende Februar 2008 bei ZEIT online als Redakteur gearbeitet.

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Berlinblog: mit 3 Euro sind sie dabei

Ich könnte jetzt viel von meinem ganz großen Plan erzählen: Wie ich nächtelang mit vielen Menschen einen Businessplan erstellt habe, wie wir potenzielle Chefredakteure anriefen und nur jeder zweite Kandidat arbeitslos war, welche superhippen Starlets ihr Testimonial gegeben haben und welcher VC es vorfinanziert.

Stattdessen nur soviel: hier gibt es seit gestern eine Facebookgruppe für ein richtig gutes Berlinblog. Treten Sie ein, kommen Sie näher. Mehr dazu vielleicht auf dem nächsten Webmontag.

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Juhu! Loben!

Passiert mir ja nicht häufig. Aber heute möchte ich mal den in langen Jahren oft bekrittelten Frank Patalong loben: der Schluss seines Stückchens “Die Blauen laufen Rot an” oder so ähnlich, auf jeden Fall eben dieses Stück hier über den Relaunch der SPD-Website, der trifft vollkommen zu. Was er schreibt:

Der Punkt, der bisher in keiner hiesigen Parteizentrale begriffen wurde: Ein wirklich erfolgreicher Polit-Auftritt im Web ist nicht abhängig von Design oder Features. Sondern von der Auffassung, mit der er serviert wird.

Jopps. Ein ganz schöner Ansatz ist z. B. der hier: einfach mal mitdiskutieren.

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QOTD: So war Anfang 2009


Längst aber hat sich gezeigt, dass der Krisenalarmismus Ende 2008 einer eher nüchternen Betrachtung Anfang 2009 gewichen ist

Reinhard Mohr beschreibt bei SpOn die größten Entwicklungen der ersten sieben Tage 2009. Ok, eigentlich sollte es eine Fernsehkritik sein. Daher: Finanzen raus, Plasberg rein in die Krise. (Disclaimer: hab wie fast immer nix gesehen)

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Von Beruf Kopfnicker

Ein kleines Cafékneipenhybridchen, vorgerückte Stunde. Vier Männer mittleren und mitteljungen Alters, sie passten nicht und damit doch hinein, so wie das für Berlin wohl als typisch gilt. Die Hierarchie war klar ersichtlich: Außen saß das Einmann-Prekariat, falsch angezogen und nicht in der Lage, unfallfrei zu essen. Daneben der Assistent. Ihm gegenüber saß der, der etwas wollte und am Kopfende saß der, der etwas geben sollte. Ein hierarchisches P, sozusagen.

Als der geschäftliche Teil, der sich vor allem dadurch auszeichnete, dass immer, wenn der Geber sprach, Nehmer und Assistent kräftig zu nicken begannen, endlich vorüber war, da gingen sie über zum gemütlichen Teil. Das Einmann-Prekariat sah seine Chance und warf nun immer wieder “Aber..! Ich bin doch auch da!”-Schlauheiten in den Raum. Der Geber blockte es gönnerisch ab, Nehmer und Assistent nickten bedeutungsvoll. Das Einmann-Prekariat trank derweil zuviel und sah seine Zukunft dann mal “im Kultur oder Erwachsenenbildungsbereich”. Die anderen nickten.

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Pssst. Du!

Du mit der Suchanfrage “cafe ecke rosenthaler straße und torstraße”: Da.

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Liebe NZZ…


Mehr Opernfreunde, Ansturm auf die Museen und ein wiederentdecktes Interesse für die Klassiker der Literatur. Die allgemeine Verblödung ist ein Märchen. Das Zeitalter der Massen-Intelligenz hat eben erst begonnen.

“Kultur”konsum ist also Intelligenz. Ja, natürlich. Wer sich verpoppt, massschneidert (in der Schweiz gibt es kein ß, was zu interpretativen wie kulturellen Differenzen führt), dem wird Erfolg beschieden sein. Ja, die These halte ich für richtig: nie waren die Menschen intelligenter denn heute. Nein, die Induktion auf Basis populartauglichkeitsoptimierter Kulturproduktionsindustrie ist nicht seriös. (via mlese)

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Fragwürdig

Wenn man sich durchliest, wie weit das DHS der USA mit US-VISIT gekommen ist, fragt man sich schon, wieso u. a. die hier das hier durchgeboxt haben.

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Wenn ich ein Buch über Berlin schriebe…

Immer wieder ist man versucht, ein Buch über Berlin zu schreiben. Man weiß, es gibt schon viel zu viele Berlinbücher. Die liest man als Berlinbewohner aber nicht. Und würde man sie lesen, man fände darin nur den Hinweis, dass Berliner keine Bücher lesen, sie tun nur so als ob. So sind Berliner. Die tun nur so. Manche zum Beispiel, die sitzen in Cafés wie dem Weltempfänger und überlegen ein Buch zu schreiben. Eines über Berlin. Und wissen, es gibt schon viel zu viele Berlinbücher. Aber die hat man dann als Berlinbewohner nicht gelesen. Und hätte man, so fände man darin nur den Hinweis, dass Berliner keine Bücher lesen, sie tun nur so als ob. Denn so sind sie, die Berliner.

Und dann gibt es da die anderen. Die anderen, das sind die, die gar keine Bücher mehr schreiben, weil sie die gar nicht lesen wollen würden. Zwar haben sie ganz heimlich im letzten Jahr viel zu viel Geld für Bücher ausgegeben, dass sie gar nicht haben, weil sie ja dafür Geld verdienen müssten - zum Beispiel, in dem sie Bücher über Berlin schreiben würden, obwohl sie wissen, dass es schon zu viele Berlinbücher gibt. Aber eigentlich würden sie viel lieber da sitzen und einen Blogeintrag schreiben. Jeder weiß, es gibt schon zu viele Blogeinträge. Die schreibt man als Berlinbewohner daher gar nicht mehr. Und würde man sie schreiben, man fände darin nur den Hinweis, dass Berliner keine Blogeinträge schreiben wollen, da die alle schlecht wären. So wie die zu vielen Blogeinträge über Berlin. Daher lassen sie es fast, die Berliner.

Der Biokakao kostet 2,90. Ich sollte schnell mal ein Buch schreiben.

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Social Media in Deutschland 2009 - Was ist, was werden könnte

Ein paar Jahresauftaktgedanken, über deren Lesen, kritisieren und darauf basierend Revidieren ich mich freue.

Wenn wir auf das Jahr 2009 schauen, liegt einiges vor der Bevölkerung der Bundesrepublik. Wirtschaftskrise, Wahlen, Wandlungsbereitschaft: mit diesen drei Schlagworten lässt sich beschreiben, was kommen mag. Welche Rolle können hierbei, welche Rolle sollten hierbei, welche Rolle werden hierbei die sogenannten “Sozialen Medien” spielen? Continue Reading »

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