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Archive for Dezember, 2008

Das Jahr in Bildern

So kann man das sehen. Oder auch anders.

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Neue Wege

Danke an Markus, Andreas, Andrea, Chris, Oliver, Oliver, Geraldine, Frederik, Mark, Carsten, Kaspar, Daniel, Thomas, Flo, Bernie, Doreen, Basti, Astrid; es war oft nett mit Euch. Wir sehen uns.

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Genau so!

„Weil wir so agiert haben, wie wir agiert haben, wird der Wahlkampf ein anderer werden, als wenn wir nicht gehandelt hätten. Das könnte der Demokratie gut tun.“

Da hat Herr de Maizière wohl Recht: Weil wie wird anderer werden, als wenn nicht. Das könnte.

Noch Fragen, jemand? Ja, Herr Hintze, der hat noch Fragen. Er würde die Rezession gerne einfach auf den Mond schießen. Hintze, Peter, ein wirklich feinzwirniger unter den kleinen Großen. Immer auf Ballhöhe, stets am Puls der Zeit. In Zeiten der Rezession fangen wir einfach an, den Mond zu kartieren. Ob Auswanderung wirklich die Ursachen der Wirtschaftskrise bekämpft? Ich glaube ja und sage: Ja zum Mond! Von solchen Ideen schneiden wir uns kollektiv ein Scheibchen ab.

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Adventsgeschichten #7: “wo kommen eigentlich die wolken her”?

Sie entstehen dort, wo Menschen weinen, wenn das Wasser aus ihren Augen ihre heißen Wangen hinunterläuft und verdunstet, gen Himmel geht und wieder zu Boden stürzt, wenn sich soviele Tränen gesammelt haben, dass sie dem Himmel zu schwer wurden. Dann scheint für einen Moment vielleicht die Sonne.

(Aus dem Tagebuch eines Wolkenmachers)

* der Titel war eine Suche, die auf dieses Blog führte.

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Adventsgeschichten #6: Förderer der Sofa-Autarkie

Berlin ist eine Reise wert, Berlin ist wiederholte Reisen wert - es kann halt nicht jeder in dieser schönen Stadt leben. Aber viele würden gerne, weshalb der Andrang auf in Berlin vorhandene Sofas groß ist. Meines zum Beispiel stelle ich immer wieder gerne für Freunde zur Verfügung, die hier nächtigen mögen.

Damit mir keine Doppelbelegung passiert, habe ich jetzt ein GoogleDoc angelegt - das zeigt die “gebuchten”, die “wahrscheinlichen” und die freien Couchtage an. (Wer den Link auch haben möchte, kann sich per E-Mail bei mir melden.) Wer bei mir nächtigen möchte, trägt sich einfach ein. Einziges Tabu: Einträge anderer ändern.

Mein Sofa kann also ab nun ein von mir weitgehend unabhängiges Eigenleben entwickeln. Das finde ich ein klein bisschen witzig. Der nächste Schritt wäre ein digitales Türschloss mit autogeneriertem Key - damit der Wohnungszugang wirklich autark von meiner Person erfolgen kann. Noch brauche ich Workarounds.

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Adventsgeschichten #5: Habs geahnt

Ja es gibt sie, diese Menschen, die nicht twittern, bloggen, nicht oder kaum auf Facebook sind, die nur ein kleines bisschen online sind. Diese Menschen, von denen ich viele in meinem Freundeskreis habe, sind es aber auch, die ganz genau wissen, dass ich all das schon seit Aberjahrmilliarden tun.

Und im Unterschied zu Lesern, die nur zufällig über ein Posting in diesem Blog stolpern, im Unterschied zu jenen, die mich nur aus beruflichem Kontext kennen, im Unterschied zu all diesen sind es jene, die heimlich mitlesen, fast nie ein Wort dazu verlieren, geschweige denn kommentieren.

Und dann sagt man ihnen etwas. Etwas, das man nicht gebloggt hat, nicht getwittert, keinem gemeinsamen Bekannten erzählt hat. Und sie? Sie haben es bereits geahnt. Weil sie mich kennen. Es ist schön, solche Freunde zu haben, die zwischen den Zeilen lesen können.

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Adventsgeschichten #4: Im Puls der Mitte

Es war ein schöner Wintertag in Berlins Mitte. Die verbliebenen Vöglein zwitscherten. Die spanischen Touristen, mit den Gen-Sonne-Fliegern der Deutschen Retour importierte Massenware, suchten zwischen American Apparel- und Dreistreifen-Retro-Shop nach Cafés. Sie froren dabei ein wenig.

Ich saß wie so oft in einem solchen. Dachte nach über die Welt, das Internet, die Medien, die Menschen. Machte mir Sorgen, fürchtete das Beste und ging vom Schlimmsten aus. Der Kaffee war in Ordnung, wenn man einmal davon absieht, dass er zu teuer war. Der Service funktionierte, das Internet hatte zwischendurch leisen Schluckauf, hin und wieder ploppte ein Fenster auf, eine Kurznachricht flog herein, ein Anruf kam, eine E-Mail nervte, allein es tat sich: nichts.

So verlebte ich den Tag, verschlief einen Termin, jemand anderes verschlief einen Termin mit mir. Und manchmal kam einer vorbei den ich kannte. Wir sprachen, lachten, dachten und verfolgten zwischendurch die Börsenkurse, um uns daran zu erheitern, dass wir gar kein Geld verlieren konnten, da wir auch vorher keines hatten da unser Lebensstil der “taktischen Konsumelite” entsprach. Sonst hätten wir natürlich allen gezeigt, wie man gute Sachen im Internet machen würde.

Dann setzten wir uns hin und dachten wieder etwas darüber nach, ob wir nicht doch gerne mit dem Mann tauschen wollten, der draußen die Kippen vergangener Nächte wegfegte. Manchmal überkam uns ein oder auch zwei, drei Geistesblitze. Oder es purzelte, fiel, stolperte, entfiel ein grausliges Wortspiel dem partyerschütterten Gehirn. Kopfarbeiter arbeiten, indem sie ihren Kopf mit kaffeehaltigen Getränken bearbeiten.

Es war also ein schöner Dezember, mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass er etwas schöner gewesen wäre, wäre er schön gewesen. Am Nebentisch setzte sich eine spanische Touristin mit ihrem Laptop und Headset. Sie sagte etwas, das so klang, als ob es ihr in Berlin sehr gut gefalle.

[Inspiration]

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Adventskalendergeschichte #3: “darf ich mich auf bahn comfort setzen”

Viele der Leser meines Blogs kennen mein intensives Verhältnis zur Deutschen Bahn AG. Ich mag sie ja, auch wenn es mich schon vor den Weihnachtszügen graust. Es ist angenehm, zu fahren.

Auch, weil ich noch im Besitz einer bahn.comfort-Karte bin. Das ist so etwas wie eine Reservierung, ohne eine Reservierung zu haben: es gibt in ICEs einen bestimmten Bereich (ca. 32 Plätze in der 2. Klasse), der für eben diese Vielfahrkunden vorgesehen ist. Ich habe viel erlebt auf diesen Plätzen. Habe grummeligen älteren Herren nachweisen müssen, dass ich den Platz mit der Steckdose wirklich beanspruchen darf. Bin von grummeligen älteren Herren gebeten worden, den Platz doch bitte freizumachen, nachdem ich eine Nacht nicht so viel geschlafen hatte und eher nach mittel- und fahrkartenlos denn nach Bahn-Comfort aussah. Beim Sitzplatz ist man sich jedoch ab einer gewissen Fahrhäufigkeit klar der Nächste. Das werden wieder schöne Weihnachten.

Die Überschrift war übrigens eine Suchanfrage, eben aus den Serverstats gefischt. Die Antwort: Im Prinzip ja, aber. Aber heißt hier: wenn ich komme, dann machst Du mir bitte Platz. Als Dank für meine vielen tollen hochinformativen Bahnpostings.

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Dem Journalismus geht es nicht sonderlich gut derzeit. Tragfähige Geschäftsmodelle sind Mangelware, statt mit Recherche verbringen die Journalisten ihre Zeit entweder - als Redakteure - mit Redaktionskonferenzen, Freienbetreuung, Arbeitsplatzerhaltsangst, Klickstreckencontentersinnung, Ärger mit aufmüpfigen, besserwisserischen Lesern, irreleitenden Googletreffern und Kaffeemaschinenverstopfungen. Oder als Freie, dann verbringen sie ihre Zeit mit Redakteurspflege, Auftragerhaltsangst, Klickstreckencontentproduktion, Ärger mit aufmüpfigen, besserwisserischen Redakteuren und Lesern, irreleitenden Googletreffern und Kaffeemaschinenverstopfungen. Wie kann sich der Journalismus aus der Misere befreien?

Indem der gemeine Journalist sich auf den Rücken legt, Arme und Beine in die Höhe streckt, wie wild mit allen Vieren strampelt und ganz laut den Namen eines beliebigen, ehemals neuen Onlinephänomens ruft. Alle zwei Stunden darf er einmal laut “Scheiße” rufen, alle halbe Stunde betonen, dass das doch kein Journalismus ist, einmal am Tag darf er das als Kommentar oder Analyse niederschreiben und am Ende sich beschweren, dass heute kein Journalist mehr recherchiert. Es ist gut, sich Frust von der Seele zu schreien oder auch zu schreiben. Es ist gut, das Gute bewahren zu wollen. Es ist gut, sich auch einmal gut zu finden. Es ist wunderbar, dabei nicht einzuschlafen.

[Die Überschrift heißt übrigens: hier geht’s gar nicht so wirklich um Print oder Online.]

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Adventskalendergeschichte #2: Die Knuwingson-Saga

An einem kleinen Ort, nicht weit von einem größeren auf der anderen Fjordseite, saßen sie in ihrem langbohligen Blockhaus. Auf «große Fahrt» sei er gegangen, habe «wilde Meere», dunkle Araber und wilde Skrælingar entdeckt, berichtete Thomassur Knuwingson. Einmal sei er im Sturm eine Woche lang so weit abgetrieben worden, dass er fischende Fliegen gesehen habe.

Er sei daraufhin noch fünf Tage gen Westen gesegelt und sei auf gar wundersame Inseln gestoßen. Gesehen habe er niemand, doch Zeugnis von Besiedlung gibt er. «Aus Steinen gebaut, ein Haus mit fünf Ecken - mit 140 Stufen zu erklimmen», berichtet die Knuwingson-Saga. Da lachte die Versammlung der Seeleute: niemand außer ihnen könne segeln, Häuser bauen und Knuwingson? Der Aufschneider, noch nie in seinem Leben habe der auch nur einmal die Planken zu einem Schiff verbaut. Überliefert sind die Aussprüche des Iwerson: «Land? Mehr als fünf Tage westlich von Grönland? Jeder weiß, dass ich zu Fuß von Haithabu bis zu den Papeyar laufen kann. Während Du dir im Sommer im Haus von deinen Sklavinnen wilde Geschichten erzählen lässt, die Du uns im Winter als die Deinen verkaufst.»

Da lachte die Wikingerrunde und trank ein Schlückchen Beerenwein. Später schlich Knuwingson sich mit seinen Gefährten aus dem Haus und setzte das Segel gen Zukunft. Zurück blieben Iwerson und die seinigen. Es ging ihnen gut.

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Adventskalendergeschichte #1: Wo sind sie?

Ich hab sie lange gesucht, ich habe sie immer wieder gesucht.

Im Jahr 2000 habe ich sie in Alltheweb gesucht. 2001 in Google. 2002 in StayFriends. 2003 in Google. 2004 in Orkut. 2005 in Xing. 2006 in StudiVZ. 2007 in Google. 2008 in Facebook.

Bis heute sind etwa 80 Prozent meiner früheren Mitschüler verschollen, einfach so verschwunden. Weg, fort, nie mehr aufgetaucht. Sie gibts im Internet nicht. Gibt es etwa ein Leben außerhalb des Internets? Ich glaub, ich guck mir das 2009 mal an.

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