Digitale Verblödungslehre
Posted on 24 November 2008 by Falk
Ich schätze die Texte von Susanne Gaschke sehr. Ich mag es, wenn sie mit viel Gefühl Themen in Worte fasst, diese in Blei gießt, ohne dass sie erstarrt wirkten. Diese Liebe zum Text, zum Detail, zur Schrift. Ich finde es großartig, schöne Texte lesen zu dürfen.
Auch dieser Text hier ist mit Sorgfalt und Liebe geschrieben. Von der Personalisierung der Gesellschaft, dem Thatcher-Individualismus zum Internetheilsversprechen, vom Nicht-Instrument zur wortgewaltigen serverbasierten Seligsprechung,
Vernetzung, Vereinsamung, Verblödung! Das ist, wovor sie warnt. Vor der Technikvergötterung, vor dem Unrecht, Technik anbeten zu müssen. Wie könnte man ihr widersprechen? Könnte man? Nein, denn sie hat ja irgendwie Recht. Dieser Invididualismus, seine Auswüchse, schlimm.
Doch wo hab ichs gelesen? Im Internet. Diesem Hort der Bildungsferne, am Ort der Ersatzreligion, der Heilsverkünder und Sünder.
Tags | Die Zeit, Internet, Internetnutzung, Susanne Gaschke


also von sorgfalt oder gar liebe kann, denke ich, keine rede sein – schade, dass dieser artikel nicht nur im internet steht, sondern gar druckerfarbe und papier dafür geopfert wurden, ihn unter die zeitleser zu bringen. schon der beginn, der konstatiert, dass der neoliberalismus erst nach ende des kalten kriegs auftauchte (und dann im gleichen atemzug thatcher nennt, die 1990 schon so gut wie weg vom fenster war). dann wird carrs atlantic-artikel dummdreist zu “Google macht blöd” umgedichtet (das original hieß “Is Google Making Us Stupid?”) … so könnte man ewig weitermachen… nichts gegen eine vermeintlich provokante these, aber dann sollte susanne gaschke sie wenigstens nicht durch eine null-recherche ad absurdum führen. manchmal ist es eben doch nicht so verkehrt, ein wenig zu googlen, bevor man in die tasten haut.