nicht mehr, nicht weniger.Beiträge-Feed Kommentare-Feed

Archive for November, 2008

+++ Eilmeldung: Zwölf Milliarden Nutzer bei StudiVZ +++


Aber eventuell reichen die Aktien von Facebook, um den deutschen Konkurrenten StudiVZ zu kaufen. Die Social Community hat zwar mit zwölf Milliarden Nutzern hierzulande deutlich mehr Mitglieder als das amerikanische Original Facebook. Dennoch ist es dem Eigner Holtzbrinck-Verlag bislang noch nicht gelungen, die 85 Millionen Euro Investition profitabel zu machen. Würde Facebook StudiVZ übernehmen, wäre wohl beiden Seiten gedient.

Huch!

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Ein wenig unklar

Sueddeutsche.de schreibt in einer Klickstrecke zu Tina Turners Geburtstag

(ob es der 68., 69. oder schon der 70. ist, ist ein wenig unklar)

Warum schreibt man derartiges? Genau:

20081126-sueddeutsche-tinaturner.png

So sah der Artikel heute morgen aus. Glückwunsch, Sueddeutsche.de.

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Galante Entenentsorgung

Wer meine Beiträge zum Thema in verschiedenen Publikationen gelesen hat, der weiß, dass ich von der “Onlinedurchsuchung” als Ermittlungsinstrument herzlich unüberzeugt bin, von der Namensgebung und dem Krakeelen in Parlament und Presse noch etwas weniger. Ich denke jedoch auch, dass sich Studenten der Medien- und Politikwissenschaften auf dieses Thema stürzen sollten: eine sachliche Aufarbeitung der Fakten (PSIS ff.), der Diskussionsstränge unter der Prämisse politischer Kommunikation dürfte eines der spannendsten Felder für Hausarbeiten der letzten Jahre sein.

Die Politik mit der Angst könnte man nennen, was einige seit spätestens - aber nicht erst - seit 2001 betreiben. Die Onlinedurchsuchung erscheint mir dabei ein Symbol für eben diese Auseinandersetzung zu sein. Während die einen darauf verweisen, dass der gegenwärtig offenbar wieder populärere Liberalismus falsch verstanden sei und nur deshalb in Deutschland noch nichts passiert sei, weil die Ermittlungsbehörden eben mit weitergehenden Befugnissen ausgestattet wurden und dieses Wettrüsten im Katz- und Maus-Spiel der Terroristenjagd dringend weitergehen müsse, fragen die anderen, wo denn konkret die Erfolge aufgrund welcher Erweiterungen liegen. Und so langsam scheint sich eine zumindest groß genügende Minorität einzufinden, die - aus welchen Gründen auch immer - dazu übergeht, eine Prüfung neuer Gesetze - und damit in Konsequenz die Evaluation der Sicherheitsgesetzgebung der letzten Jahre zu fordern.

Dass sich dies an der technisch meines Erachtens eher sinnbefreiten Onlinedurchsuchung festmacht, ist dabei ein Paradebeispiel für Symbolpolitik: erst das technische Nichtverstehen (vulgo: Inkompetenz) des Gegenstandes führte zu seiner Forderung, von der der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wohl kaum mehr abrücken kann - selbst wenn er wollte. Insofern ist der Weg der Entsorgung der entsprechenden Passagen im BKA-Gesetz durch faktische Unmöglichmachung (z. B. “Richterband”) im Vermittlungsausschuss vielleicht auch für Schäuble nicht so unangenehm wie es die Frage sein könnte, die ich dem Verfassungsschutz NRW (als der zumindest theoretisch noch durfte) früher immer stellte: Wieviel Onlinedurchsuchungen gab es denn bislang? Die Antwort war stets die eine: keine. Diese Antwort könnte im Wahlkampf des kommenden Jahres sehr viel peinlicher sein als die Kassierung durch den Bundesrat.

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Digitale Verblödungslehre

Ich schätze die Texte von Susanne Gaschke sehr. Ich mag es, wenn sie mit viel Gefühl Themen in Worte fasst, diese in Blei gießt, ohne dass sie erstarrt wirkten. Diese Liebe zum Text, zum Detail, zur Schrift. Ich finde es großartig, schöne Texte lesen zu dürfen.

Auch dieser Text hier ist mit Sorgfalt und Liebe geschrieben. Von der Personalisierung der Gesellschaft, dem Thatcher-Individualismus zum Internetheilsversprechen, vom Nicht-Instrument zur wortgewaltigen serverbasierten Seligsprechung,

Vernetzung, Vereinsamung, Verblödung! Das ist, wovor sie warnt. Vor der Technikvergötterung, vor dem Unrecht, Technik anbeten zu müssen. Wie könnte man ihr widersprechen? Könnte man? Nein, denn sie hat ja irgendwie Recht. Dieser Invididualismus, seine Auswüchse, schlimm.

Doch wo hab ichs gelesen? Im Internet. Diesem Hort der Bildungsferne, am Ort der Ersatzreligion, der Heilsverkünder und Sünder.

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Manchmal

Verlier ich die Worte,
Worte verlieren mich,
verliert ein mich das nächste,
ein mich dich sich erschlich.


AnWendungen

Im Warten auf Antwort verantwortet sich,
AnWendungen ÜberFluss es
Gartennutzungserlaubnisgesellschaftet,
kampiert, kopiert, kapiert sie
AnWendungen Überdrusses.

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Kartoffelfeuer

20081110-kartoffelfeuer-bei-tagesschaude.png

(via Torsten)

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Wenn in 30 Jahren..

  1. »Es gibt kein selbsttragendes Finanzierungsmodell für Qualitätsjournalismus im Internet«
  2. Geschwindigkeit eine der zentralen Tugenden des Onlineschreibens
  3. Wenn in 30 Jahren die Zeitungen verschwunden sein werden, bleibt nur der Journalismus unten übrig.

Will man das, was Christof Siemes hier schreibt, noch kommentieren? In 30 Jahren wird für solche Zeilen vermutlich kein Baum mehr gefällt.

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My.FrangelaWestnasy.de?

Markus, mit dem ich in diesem Bereich viel diskutiere und viele Einschätzungen teile, hat auf netzpolitik.org seine eher pessimistische Erwartungshaltung an die Kampagnen zur Wahl des 17. Deutschen Bundestages formuliert.

Meiner Meinung nach kann man aber den Kontrollverlust komplett vergessen und sollte strategisch lieber vom Gegenteil ausgehen. … Man muss Angebote machen, die Menschen in politische Prozesse einzubinden. Und dies nicht nur durch die berühmte “Ochsentour”, sondern durch temporäre Angebote. Vor allem sollte man mehr in den Wahlkampf in Internet investieren. Solange die Parteien soviel Geld in den kompletten Internetwahlkampf stecken, wie für eine Großveranstaltung, wird sich auch nicht ändern. Auch hier bestätigen Ausnahmen eher die Regel. Und solange das Internet nicht in den Parteien und bei den Politikern richtig angekommen ist, wird sich auch nichts groß ändern.

Ich bitte darum, zu lesen und zu kommentieren.

Neulich stieß ich auf einen alten Screenshot von 18zweitausendzwei.de. Da fiel mir auf: Ich beschäftige mich seit mittlerweile fast 10 Jahren mit politischen Onlinekampagnen. Bis heute bin ich versucht, in dem Bereich auch noch eine (politik- oder medienwissenschaftliche) Dissertation anzufertigen. Allein: mir fehlen Prüfer, die ein genuines Interesse und zumindest ein gewisses Maß an inhaltlicher Expertise jenseits der normalen politischen Kommunikation mitbringen. Vorschläge sind herzlich willkommen.

Zurück zum eigentlichen Thema. Ist das Gerede von Grassroots-Campaigning für die BTW 2009 zutreffend oder doch nur heiße Luft?

Meine kurze Antwort lautet: nur wer seine Kampagne mit anderen betreiben möchte, also tatsächlich ein Interesse daran hat, dass mehr Menschen am politischen Willensbildungsprozess teilhaben, der kann in diesem Feld etwas gewinnen. Wer nur auf der Suche nach Kampagnen-Lastgoldeseln ist, muss und wird scheitern.

Und die lange schreibe ich irgendwann auch nochmal.

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Magpie

Nico Lumma hat mit Magpie experimentiert. Magpie platziert werbliche Tweets mit dem Account eines Nutzers. Er kommt zu dem Schluss, dass Magpie et. al. nicht erfolgreich sein werden. Ich stimme der Schlussfolgerung zu, doch der Argumentationsweg ist falsch.

Bleibt eigentlich die Grundfrage bestehen, nämlich wie muß Werbung im Kontext von Konversationen funktionieren, ohne daß sie nervt, aber dennoch wahrgenommen wird? Ja, ich weiss, aber die einfachen Fragen waren schon weg.

Stellen wir uns ein Telefongespräch vor.

“Hallo Erna!”
“Hildegard, schön Dich mal wieder zu hören! Wie gehts dir?”
“Mir gehts..”
MORGEN BEIM DISCOUNTER IHRES VERTRAUENS: GEHACKTES VOM KROKODIL, 38,49 DAS KILO!
“..nicht so gut, ich war die letzten vier Tage im Krankenhaus..”
NICHT VERGESSEN: KROKOHACK, 38,49. MORGEN BEI MÖÖÖP
“..und bin nach wie vor etwas angeschlagen.”

Übertrieben? Weil Twitter ein Egobroadcastingservice ist? Egotainermedium? Ja, nein, vielleicht. Ein bisschen übertrieben. Aber wenn Twitter Konversation ist, dann ist Werbung das letzte, was ich darin sehen möchte. Und eines ist klar: ich blocke Leute, die sowas so benutzen, dass ich es bemerke, umgehend.

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Elefantendusche

Ich kannte einmal jemanden, der war Experimentalchirurg. Das ist eigentlich nichts außergewöhnliches, sondern ein Chirurg, zu dem die Leute kommen, die nichts mehr zu verlieren haben. Das ist sehr dankbar und zugleich doch undankbar. Denn die meisten kommen nicht durch. Da hilft auch keine implantierte Schweineleberzelle.

Zum Glück habe ich von Medizin etwa soviel Ahnung wie ein Elefant vom Duschen. Das dachte ich auch gestern wieder. Da saß ich mit Toni beim Essen, am Nachbartisch saßen Unfallchirurgen. Solange ihre Teller gefüllt waren, sprachen sie über Liebschaften und andere Techtelmechtel. Klatsch und Tratsch. Als sie fertig gegessen hatten, wechselten sie das Thema. Und sprachen über herabhängende Restmundpartien, Adersalat und diverse andere Leckereien. Mein Essen war gut.

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