Reine Videotie?
Posted on 22 August 2008 by Falk
Video, Video! Der Schlachtruf unserer Tage ist das bewegte Bild. Zeitungen setzen online darauf, Parteien setzen darauf, Firmen setzen darauf. Video! Video!
Der gesunde Menschenverstand ist oft genug problematisch, von sich selbst auf andere schließen oft verkehrt. Aber die Analyse der eigenen Verhaltensweisen gibt gute Anhaltspunkte, anhand derer man den Umgang anderer mit etwas vielleicht besser nachvollziehen kann. Die Nutzung von Onlinevideos ist so ein Fall.
Fernsehen ist ein unglaublich faules Medium. Man setzt sich hin und konsumiert (und wird konsumterrorisiert). Fernsehen funktioniert auf seine ganz eigene Weise.
Was passiert, wenn man nun Bewegtbilder im Netz publiziert? Welche Verhaltensweisen treten dort zu Tage?
Onlinevideo ist nicht “Fernsehen”. So banal es klingt, man sollte es berücksichtigen:
- ich brauche Audioequipment: Kopfhörer oder Boxen
- ich brauche Zeit: Video erfordert drei Sinne und ein abgebrochenes Video setze ich kaum fort
- ich brauche Bandbreite: mobil macht Video nach wie vor gar keinen Spaß
Diese Liste ließe sich fortsetzen. Onlineaudio? Lässt sich passiv konsumieren. Text? Lässt sich gut später fortsetzen und ist leise.
Darüber hinaus kommt ein typischer Effekt zum tragen: Ich weiß nicht, was mich erwartet. Das lässt sich zwar beheben, indem Teasertexte zum Video gestellt werden – oder diese in einen größeren Kontext eingebettet werden. Doch letztendlich: Ich muss mich auf Video einlassen. Das ist und bleibt anspruchsvoll. Da Video ab einem gewissen Qualitätsanspruch zudem auch noch extrem teuer ist, sollte man sich daher sehr gut überlegen, ob man auf dieses Format allzugroße Hoffnungen setzen sollte. Oder liege ich hier falsch? Ich bitte um Gegenmeinungen.
Tags | Onlinefernsehen, Onlinemedien, Onlinevideo, Onlinewahlkampf


Deine Punkte sind sicherlich korrekt, Video ist nix fürs Büro und teuer obendrein. Aber mit dem richtigen Format kann es trotzdem funktionieren, glaube ich. Siehe der Star Ledger aus New Jersey und seine Rubrik “You’re da boss” (ab 2:40) http://tinyurl.com/6sa9af Da kann Online-Video etwas bieten, was sich lokale TV-Sender niemals trauen würden. Das geht auch über den Reuters-Schrott hinaus, den die hiesigen Online-Medien so ausliefern.
Großartig. Danke. Kannte ich nicht. Lokal, so wie es sein sollte – und besser als die schnarchigen Dritten der ARD allemal.