Falk on Aug 27th 2008 21st Century Wahnsinn, Medien, Menschen, Politik, Rechner und Netz
Hubertus Heil twittert also. Der Generalsekretär der SPD versucht sich im neuen Medium - und das tut er meines Erachtens nach ziemlich gut. Natürlich sind Sätze wie “Wir sozialdemokraten machen einen modernen deutschen wahlkampf, keine billige us-kopie” Hirnsalat. Weil “moderner deutscher Wahlkampf” eine sinnfreie Floskel ist. Doch ich bin (wie zum Beispiel auch Herr Lumma von der SPD) ein großer Freund von Authentizität in der Politik, kein Freund der Talkshowinszenierung. Ich bin kein Freund von Politik als PR-Produkt, bei dem Message, Mensch und Mediengestalt inkongruent sind.
Doch dass Spon und SZ so reagieren, wie sie reagieren, mit Häme nämlich, das ist keine Überraschung. Der Neoboulevard lebt davon, dass Menschen sich anders geben als sie eigentlich sind. Er lebt von der Pseudoinszenierung, von gefärbten Haaren, tiefen Dekolletes, von allem, wo Menschen “Huch” sagen können. Spiegel Online ist “Huch”-Medium par excellence.
Wer Twittert, imitiert Obama. Wer nicht twittert, ist altmodisch. Hauptsache man kann draufhauen. Das ist arm. Und doch so naheliegend: Viele Journalisten haben einen ausgeprägten Geltungsdrang, oft nicht geringeren als mancher Politiker. Dass sie zumindest nicht direkt gestalten können, müssen sie dadurch ausgleichen, dass sie über Artikel Einfluss zu nehmen versuchen. Dass sie dabei oft genug nur zur polemischen statt zur sachlichen Auseinandersetzung mit ihrem Berichtsgegenstand fähig sind, ist bedauerlich.
Falk on Aug 26th 2008 Medien, Menschen, Politik, Rechner und Netz
Sueddeutsche.de schaut sich gerade an, wie die Parteien sich im Internet präsentieren. Nun hat sich Carolin Gasteiger der Grünen angenommen. Das kann man so oder so machen und vieles so oder so sehen. Mir gefällt der Artikel allerdings schon sprachlich überhaupt nicht, da ich im Teaser auf ausgestorbene Worte und seltsame Ansprüche stoße:
Im Internet präsentieren sich die Grünen gleich auf mehreren Web-Portalen. Nach fetziger Politposse und flotten Wahlkampf-Clips sucht man allerdings vergeblich.
Fetzig? Flott? Warum nicht endgeil? Oder knorke? Fesch? Fluffig? Flippig? Ich würd es ja so schreiben:
Im Internet machen sich die Grünen breit. Krasse Politposse und voll geile Wahlkampf-Clips sind aber leider nich’. Ey, nix kapiert, wa?
Egal. Kann schonmal passieren, dass man einen schlechten Tag erwischt. Inhaltlich ist der Artikel eher schwach auf der Brust und uninspiriert, aber kein großes Ding.
Was aber nicht passieren kann: laut Auskunft der Grünen haben zweimal Mitarbeiter/Verantwortliche der Grünen versucht, in den Kommentaren zum Artikel Stellung zu nehmen. Und wie geht sueddeutsche.de damit um?
25.08.2008 18:06:57
Die datenschutz-ist-buergerrecht.de Redaktion:
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Na dann ist ja gut.
Disclaimer: Ich arbeite für newthinking communications, die eine der hier angesprochenen Websites umgesetzt hat (datenschutz-ist-buergerrecht.de). Mit der Site war ich nicht befasst.
Falk on Aug 24th 2008 21st Century Jobs, Berlin, Menschen
“Viel Tag, wenig Sonne.” Immerhin kein schlechtes Gefühl, da ich den ganzen Tag an Sachen arbeite. Erkenntnis dieser Woche ist übrigens, dass - egal wie gut man Timing plant - man aufgrund externer, unbeeinflussbarer Umstände auf jeden Fall alles binnen der gleichen drei Tage zu erledigen hat.
Ach ja, ich glaub, ich hab noch nie selbst das Hallenprojekt von Sebastian Sooth, Alexander Lang und noch ein paar Berlinern erwähnt. Das gefällt mir, abgesehen von ein paar Usability-Geschichten, eigentlich ganz gut. Die Grundidee ist, dass man neue Orte für neues Arbeiten benötigt. Also Orte, an denen man Arbeiten kann, ohne “auf Arbeit” zu sein. Passende Orte identifizieren, mit anderen Neuarbeitern zu teilen und am Ende nebeneinander, miteinander und durcheinander arbeiten zu können ist in etwa das Ziel.
Neulich habe ich mir einen Sonnenbrand an der Wade geholt. Ich hatte gearbeitet und der Akku hielt länger als die Sonnenmilch.
Falk on Aug 22nd 2008 21st Century Wahnsinn, Gedankenverbrechen, Medien, Politik, Rechner und Netz
Video, Video! Der Schlachtruf unserer Tage ist das bewegte Bild. Zeitungen setzen online darauf, Parteien setzen darauf, Firmen setzen darauf. Video! Video!
Der gesunde Menschenverstand ist oft genug problematisch, von sich selbst auf andere schließen oft verkehrt. Aber die Analyse der eigenen Verhaltensweisen gibt gute Anhaltspunkte, anhand derer man den Umgang anderer mit etwas vielleicht besser nachvollziehen kann. Die Nutzung von Onlinevideos ist so ein Fall.
Fernsehen ist ein unglaublich faules Medium. Man setzt sich hin und konsumiert (und wird konsumterrorisiert). Fernsehen funktioniert auf seine ganz eigene Weise.
Was passiert, wenn man nun Bewegtbilder im Netz publiziert? Welche Verhaltensweisen treten dort zu Tage?
Onlinevideo ist nicht “Fernsehen”. So banal es klingt, man sollte es berücksichtigen:
- ich brauche Audioequipment: Kopfhörer oder Boxen
- ich brauche Zeit: Video erfordert drei Sinne und ein abgebrochenes Video setze ich kaum fort
- ich brauche Bandbreite: mobil macht Video nach wie vor gar keinen Spaß
Diese Liste ließe sich fortsetzen. Onlineaudio? Lässt sich passiv konsumieren. Text? Lässt sich gut später fortsetzen und ist leise.
Darüber hinaus kommt ein typischer Effekt zum tragen: Ich weiß nicht, was mich erwartet. Das lässt sich zwar beheben, indem Teasertexte zum Video gestellt werden - oder diese in einen größeren Kontext eingebettet werden. Doch letztendlich: Ich muss mich auf Video einlassen. Das ist und bleibt anspruchsvoll. Da Video ab einem gewissen Qualitätsanspruch zudem auch noch extrem teuer ist, sollte man sich daher sehr gut überlegen, ob man auf dieses Format allzugroße Hoffnungen setzen sollte. Oder liege ich hier falsch? Ich bitte um Gegenmeinungen.
Falk on Aug 5th 2008 Eigenprodukte
Natürlich kein echter. Aber vom Social Web. Mal schauen, wie lang.
Falk on Aug 2nd 2008 Medien, Rechner und Netz
Die ARD/ZDF-Onlinestudie gilt seit Jahren als feste Bank der Onlinenutzungforschung. Nun ist sie wieder einmal erschienen - aber manches an ihr hinterlässt mehr Fragen denn Antworten. Hugo E. Martin hat ein paar Punkte zusammengetragen, die ein ungutes Gefühl hinterlassen:
Ein wenig erklärungsbedürftig ist auch, warum in dieser Befragung die Nutzungsdauer bei Frauen extrem zugelegt hat und zwar um 34, 3 % (von 102 auf 137 Minuten) und bei Männern fast ebenso extrem abgenommen hat und zwar um 24,1 % (von 133 auf 101 Minuten), während die Altersaufteilung derm Trend folgt.
Das ist ohne jede quantitative Gegenprüfung schlicht unglaubwürdig. Als ob die Männer alle zum Public Viewing gegangen wären und die Frauen sich dann im Internet vergnügt hätten…