nicht mehr, nicht weniger.Beiträge-Feed Kommentare-Feed

Archive for April, 2008

Kettenbriefe

Hatte es schon ganz vergessen, bis gerade endlich mal wieder eine Ketten-E-Mail reinkam: es gibt sie noch! Also hier einmal der Hinweis darauf: was auch immer an seltsamen Anliegen kommt, bitte erst einmal auf den Hoax-Info-Seiten der TU Berlin nachschauen. Oder nach den Schlagworten googeln, bevor dann der Klick auf Weiterleiten durchgeführt wird.

Ob der Neffe von Mrs. Mobutu-Seseseko Freiwillige für den risikolosen Geldtransfer sucht, ob Sie haben im Lotto gewonnen oder Knochenmarkspender gesucht: Hoax-Info leistet seit vielen Jahren großartige Arbeit.

Auch wenn die Seite nicht mehr zeitgemäß hübsch aussieht.

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Der Internetfan

Der amerikanische Vorwahlkampf zeigt recht gut, wie die Bewerber das World Wide Web erfolgreich nutzen, um potentielle Wähler zu erreichen. Vor allem Barack Obama gelingt es mit seinen Internet-Ansprachen und seiner Aktivität in virtuellen Netzwerken, die Aufmerksamkeit der amerikanischen Nutzer zu gewinnen. Seine Video-Ansprachen werden millionenfach zumeist von einem jüngeren Publikum abgerufen. Laut einer Studie haben bis Dezember 2007 etwa 40 Prozent der Amerikaner unter 30 Jahren online Reden, Werbespots, Interviews oder Debatten der Präsidentschaftskandidaten verfolgt. Inzwischen sind es sicherlich noch einige mehr geworden.

Insgesamt haben deutlich mehr junge Menschen vor allem an den Vorwahlen der Demokraten teilgenommen als beim letzten Mal. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass es den Kandidaten eben gelingt, sie über das Medium Internet gezielt anzusprechen. Außerdem schafft das Internet ein hohes Maß an Transparenz. Jeder Bürger kann online einsehen, wer einem Kandidaten welche Summe für den Wahlkampf gespendet hat. Zusammen mit den im Internet veröffentlichten Steuererklärungen schafft das eine ziemlich wirkungsvolle Kontrolle der Einhaltung der Wahlkampffinanzierungsregelungen. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass das Internet Chancen für eine direkte und transparente Politik bietet.

Die digitale Revolution verändert unsere gesamte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ordnung in einem rasenden Tempo. Auch der Markt für Nachrichtenanbieter befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Jeder kann im Internet kostengünstig und einfach eigene Inhalte publizieren und weltweit verbreiten. Neue Formen der Zusammenarbeit unter Bloggern machen thematisch vielfältig ausgerichtete Nachrichtenplattformen möglich. Die Zeitungen bekommen die Folgen der digitalen Revolution in Form eines härteren Wettbewerbs gerade um jüngere Zielgruppen zu spüren.

Qualitätsjournalismus besteht auch darin, mittels einer ausgewogenen Berichterstattung transparent zu machen, was Regel ist und was Ausnahme. Alles andere führt recht schnell zu Populismus. Ich weiß, dass das alles leichter gesagt als getan ist, zumal im Wettbewerb um das knappe Gut “Aufmerksamkeit” die reißerische oder skandalträchtige Information Startvorteile hat. Aber für die nachhaltige Zukunftssicherung freier Presse ist Qualitätssicherung gleichwohl aussichtsreicher.

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Mein Leben als Nichtwähler

Heute war die Abstimmung zur (nicht über die) Zukunft des Berliner Innenstadtflughafens Tempelhof. Ich war nicht dort.

Ich bin ein politischer Mensch. Mir ist es keineswegs egal, was und wie es passiert. Ich habe viel zu kritisieren, insbesondere die Nichtpartizipation weiter Teile der Gesellschaft an ihrem eigenen Staat und den absurden Elitismus, den uns weite Teile des MSM-Wesens vorgaukeln (nicht zuletzt, weil hierdurch auch den Journalisten am Hofe ein bisschen Höfisches, ein kleines Parfümwölkchen Macht anhaftet - sie sind ja alle so anders und wichtig).

Dennoch: ich habe meine Wahlbenachrichtigung aktiv ignoriert. Hier die Gründe, zum mitmeißeln für alle Wiederholungstäter.

Die Kampagnen.

In den letzten Wochen haben wir hier in Berlin zwei Kampagnen erlebt, die intellektuell und kampagnentechnisch eine Beleidigung waren. Über die Schließungsbefürworter habe ich ja bereits vor Wochen hier geschrieben, die Offenhaltungsbefürworter waren in ihrer Kampagne allerdings keinen Deut besser.

Die Argumente.

Derzeit verfügt Berlin über drei Verkehrsflughäfen, davon ist Tempelhof der kleinste und unwichtigste. Historie schön und gut, das aber kann in meinen Augen kein Argument für einen innerstädtischen Flughafen sein. Allerdings stehen sachliche Bedenken im Raum, dass Schönefeld als BBI für das tatsächliche Flugaufkommen unterdimensioniert sein könnte. Nicht das schlechteste aller Argumente - gegen eine Schließung Tegels. Verkehrswirtschaftlich ist Tempelhof derzeit vollkommen irrelevant. Die Nachnutzungskonzepte sind allerdings, Berlin-typisch, ebenfalls miserabel. Soweit, siehe meine Kampagnenkritik, überhaupt bekannt. Mich würde nicht wundern, wenn in fünf Jahren jemand vorschlagen würde, dort einen Flughafen…

Das Verfahren.

Damit der Volksentscheid überhaupt ein gültiges Ergebnis hat, müssen 25 Prozent der wahlberechtigten Berliner abstimmen. Und damit er erfolgreich ist, müssen es auch 25 Prozent sein, die mit »Ja« stimmen (aber mehr als die Hälfte der Abstimmenden). Wer hingeht und mit »Nein« stimmt, gibt also seine Zustimmung zu diesem Volksentscheid als solchem. Wer zuhause bleibt, stimmt nicht gegen das »Ja«.

Zusammengefasst

Ich bin für Volksentscheide in Grundsatzfragen, ich bin für mehr direkte Demokratie, ich bin für Sachlichkeit in der politischen Auseinandersetzung. Ich bin gegen Politklamauk und irrsinnige Geldverschwendung. Die beiden Kampagnen und die Wahlen selbst dürften zweistellige Millionensummen verschlungen haben.

Ich war also nicht wählen: Das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine Wahl nicht wahrgenommen habe. Und anscheinend war ich mit dieser Entscheidung nicht allein.

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Das Ende der Generation Praktikum?

Thomas Pleil freut sich: die Absolventen des Studiengangs Onlinejournalismus in Darmstadt kommen wohl fast alle unter. Abgesehen davon, dass sich bei Absolventenstudien im Regelfall diejenigen nicht zurückmelden, die echte Probleme haben, erstaunt mich ein Satz:

verdienen überwiegend zwischen 500 und 2.500 Euro netto

500 netto? Das ist Hartz IV. Oder Praktika. Dann vom Ende ebendieser einst proklamierten Generation zu sprechen, halte ich für gelinde gesagt erstaunlich. Von Praktikanten zu Geringverdienern - das ist kein Aufstieg.

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Großer Unfug

Die Grenze bleibt dicht: die Bürger der in letzter Zeit der EU beigetretenen Staaten Mittel- und Osteuropas dürfen auch weiterhin nicht einfach so in der Bundesrepublik arbeiten. Und wer ist schuld?

Die Bundesagentur für Arbeit hat die Schuldigen ausgemacht - und sie sitzen in Berlin.


Wir sind dafür, die Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit frühestens 2009 und auch erst dann aufzuheben, wenn wirksame Regelungen gegen Lohndumping in ganz Deutschland gelten.“


zitiert die FAZ Annelie Buntenbach.

Übersetzt heißt das: die große Koalition schiebt das hausgemachte Problem lieber vor sich her. Briten und andere haben übrigens keinerlei Probleme mit den Nachbarn im Osten - dort profitiert die Wirtschaft ganz erheblich vom (primär polnischen) Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte. Würde der Bundesrepublik natürlich schaden. Welcher Staat galt nochmal als europäischer Bremsklotz?

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Hinterbankberater

»Mach mal was gegen Yahoo und Diktatur und so.«

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Schön

Was Ex-Kollege David Hugendick hier so bloggt. Freut. Enorm. Praxistest erspare ich meiner Umwelt.

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Mopping bei der Netzeitung

20080421-netzeitung-mopping.png

SCNR.

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Einestages wunder ich mich

Auf Spiegel Online ist derzeit ein Text verlinkt, der in “EinesTages”, dem UGC-Zeitgeschichte-Portal der Hamburger läuft. Dort erklärt “der Richthofen-Biograf” Joachim Castan, wie sich der letzte Tag Manfred von Richthofens abgespielt habe und wie die Legendenbildung funktioniert habe.

Dass es sich um einen EinesTages-Text handelt, ist aus dem Teaser auf der Startseite nicht ersichtlich. Dass es sich dabei jedoch um einen miserabel redigierten (vermutlich gar nicht) Text handelt, stellt man hingegen schnell fest: mit einem Richtofen kann ich vielleicht gezielt Brötchen backen. Aber dass ein Richthofen-Biograf im Text gleich zweimal den Namen des Objekts seiner Schreibfreude falsch schreibt…

Ganz am Ende findet sich auf EinesTages dann ein Link:

Im SPIEGEL-Shop:

* Joachim Castans Buch “Der rote Baron. Die ganze Geschichte des Manfred von Richthofen” ist hier erhältlich.

Dieser Artikel ist also
1. nicht UGC.
2. zumindest Eigenwerbung für das Buch des Autoren, das so großartig ist, dass es der Spiegelshop auch gleich anbietet.
3. nicht oder nur schlampig redigiert.
4. trotzdem für genug Klicks gut - ob das genauso wäre, wenn “EinesTages” drüberstände, weiß ich nicht.

Schön.

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Ausnahmsweise ein politischer Beitrag

Wenn auch nur als externes Korrektorat:

Bereits im Jahr 2002 musste der republikanische Senator Trent Lott wegen kritischer Sätze zur Rassentrennung, die zuerst von Bloggern aufgegriffen wurden, zurücktreten.

Dieser Satz ist inhaltlich falsch, liebe Süddeutsche (Ok, man könnte ihn auch richtig interpretieren. Aber dann wäre er immer noch eine sprachliche Zumutung. Mehr Mut zum Redigieren!)

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Bloggen gegen Bares

Ja. Bin käuflich. Zumindest mein Content. Ab Mai gehts los.

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Super-Überschrift


Medien überrascht: Angela Merkel hat ja Brüste!

Übrigens: es geht NICHT um ein Super-Symbolfoto.

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Einfache Formel

Die Zahl höherwertiger mobiler Endgeräte wird sich auch in Zukunft proportional umgekehrt verhalten zur Zahl der verkauften Zeitungen, insbesondere der Massenblätter.

while (empty($iphone)) { print($morgenpost); }

(Hoffentlich ist da jetzt kein Fehler drin, seit ‘nem Jahr kein PHP mehr angefasst. | Ha, danke, Eike!)

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Gemütsplaylist #49

» Sportfreunde Stiller - Auf der guten Seite
» Tocotronic - Verschwör dich gegen dich
» Tocotronic - Die Welt kann mich nicht mehr verstehen

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Was wirklich peinlich ist

Immer wieder fordern Sicherheitsbehördenchefs weitergehende Befugnisse im «Kampf gegen den Terrorismus». Heute berichtet der Spiegel von dem Wunsch, sich bei De-Cix und ähnlichen einklinken zu dürfen.

Das Problem ist aber nicht die Technik. Sondern dass die Leute, die das fordern, von ihr weniger Ahnung haben als durchschnittliche 17-jährige. Anders lässt sich der geballte Allmachtsphantasieaktionismus einfach nicht erklären.

Wenn Wolfgang Bosbach sagt, dass man mit der Überwachung von zehn “Gefährdern” schon den kompletten Verfassungsschutz des Landes Bremen außer Gefecht bzw. in Dauerbeschäftigung versetzen kann, dann möchte man doch gern wissen, wer die Sortierung der Daten bei De-Cix vornehmen soll. Und die Auswertung und Analyse. Und die anschließende Weiterverwertung. Und das alles unter Richterkontrolle. Nee, is klar. Unsere Sicherheitsbehörden sind hochgradig peinlich.

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Kommunikationskaskade

Barack Obama tut es, Lyssa tut es. Professoren wie Maha und Habu tun es, andere üben damit ihr französisch. Downing Street 10 nutzt es, um Clooney-Visiten zu covern. Und Niggi tut es nicht, betonterweise. Twitter. Twitter. Überall Twitter. Man kann in diesen Tagen nicht aktiver Netizen sein, ohne dauernd auf Twitter zu stoßen. Versuch einer Einordnung der Mikroblogplattform.

Um sich Twitter zu nähern gibt es viele Wege. Ein naheliegender ist, die Charakteristika im Vergleich zu anderen Formen der Onlinepublikation zu suchen. Doch was bietet sich dort an?

Weblogs sind von kleinen Content-Management-Systemen angetriebene Plattformen, auf denen Menschen individuell oder gemeinsam Inhalte veröffentlichen. Wie lang, in welcher Form und wozu, das alles ist den Autoren überlassen. Blogcharakteristisch sind die Kommentar- und die Trackbackmöglichkeit - also die Interaktion mit an anderen Orten im Netz stattfindenden Inhalten und anderen Personen.

IRC bietet sich als Vergleichsmedium ebenfalls an. Dort treffen sich Menschen absichtlich oder zufällig in Channels genannten, frei eröffenbaren Chatrooms, in denen sie unter Pseudonym über all das diskutieren können, was sie bewegt. Viele Channels haben eine lange Historie und sogenannte Residents, Stammbenutzer. Häufig gehen diese gar nicht offline, auch dann wenn sie schlafen. In Queries genannten Fenstern können sich die Nutzer privat austauschen. IRC findet im Web de facto nicht statt, es gibt, jenseits solcher Spaßseiten wie bash.org, kaum unter HTTP auffindbare IRC-Inhalte. Dennoch, was in den Channels stattfindet, ist Teil einer Diskussion in einer Mikroöffentlichkeit: wie Anwesende mit dem vorgefundenen Content umgehen, liegt außerhalb der Reichweite des Einzelnen.

Jabber und die meiste anderen Instant Messenger funktionieren nach dem Buddylist-Prinzip: man muss Kontakte hinzufügen, um mit ihnen Chatten zu können. Viele Instant Messenger bieten auch Gruppenchats an, doch stets stet der individuelle Nutzer im Vordergrund. Instant Messenger haben daher primär privaten Charakter: ihre Inhalte sind öffentlich nicht abrufbar (Ausnahme bestätigen die Regel), werden nicht von Google und Konsorten indexiert.

Auf Twitter haben die Nutzer die Länge einer Kurznachricht (140 Zeichen) Platz um ihren Mitteilungsdrang auszuleben. Chronologisch invertiert wird dort dargestellt, was die Menschen bewegt. Lesen können das theoretisch erst einmal alle: unter twitter.com/username wird dargestellt, was der Nutzer so alles in die Welt setzt. Was macht diesen Dienst also attraktiv? Vordergründig bietet er gegenüber den vorhandenen Techniken nur Nachteile.

Privat ist passé, man schreibt gefühlt für eine Mikroöffentlichkeit und weiß dabei doch genau, dass potenziell jederzeit jedermann zugreifen könnte. Klar, man könnte seine Updates schützen. Aber ist das wirklich der Sinn und Zweck einer Plattform, die zum wilden Aggregieren, Mashen, Interagieren auffordert?

Die Twitternutzung füllt eine Lücke: die meisten Tweets sind in ihrem Informationsgehalt zu klein fürs Bloggen oder zu unwichtig um den Inhalt gezielt einer Person mitzuteilen. Es ist eher ein Rufen in die Wüste. Und manchmal kommt hinter einer Sanddüne jemand hervorgekrochen, der Lust an Interaktion mit diesem Ruf verspürt.

Twitter ist als alleinstehende Kommunikationsform fast nicht verständlich. Nur im Kontext von Blogs, Instant Messengern und IRC ist Twitter zu verstehen: function follows form. 140 Zeichen sind 140 Zeichen - egal von welchem Endgerät aus, einer der großen Stärken Twitters.

Es ist für mich persönlich Befindlichkeitsbloggen und - auch aufgrund der direkten Reply-Funktionen - eine deutlich emotionalere Veranstaltung als das Publizieren via Blog. Twitter entzerrt die Kommunikation weiter, ist ein Anwendungsfall des verzichtbaren Egotainments. Twitter ist die Real-Life-Soap ohne Realität.

Oder sollte zumindest sein. Denn Twitter erfordert eine viel größere Schere im Kopf als das Bloggen: der Chatcharakter, insbesondere seit ich es primär über Jabber in Adium mitbenutze, verleitet dazu, auch Dinge zu publizieren, die einem hinterher leid tun können. Ist ja eigentlich nur ein weiteres Chatfenster, oder?

Nein, ist es nicht. Twitter ist Publikation. Mit den entsprechenden Mindeststandards die ich an Diskretion und Sprachniveau habe. Und deshalb halte ich es auch beim Twittern so, wie ich es schon beim Bloggen halte: über mich wird dort nur der viel erfahren, der mich eh schon kennt. Ansonsten gibt es dort eher einen Einblick in Interessen. Und manchmal - aber ohne den Kontext sicherlich eher seltsam wirkende - Stimmungsbilder und Kommunikationsfetzen mit Menschen, die ich gut, schlecht oder eigentlich auch gar nicht kenne.

Mein Lieblingstwitterer ist übrigens der hier. Der ist nämlich durch und durch künstlerich.

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«Wenn Politiker ins Internet sprechen»

Letzten Freitag habe ich die gleichnamige Diskussion zu politischer Onlinekommunikation per Video auf der Republica moderiert. Der Mitschnitt ist jetzt bei Hobnox online. Danke noch einmal für die nette Runde an Bernd Steinmann (Verdi), Sebastian Reichel (BMAS), Robert Heinrich (B90/Die Grünen), Jan Schmidt (Hans-Bredow-Institut).

Randnotizen:
* SMS-Wall kann man durchaus aktiv in Diskussionen einbeziehen
* ich moderiere nach wie vor ungern im Sitzen
* Schlafmangel scheint bei mir zu verstärkter Augenbrauenakrobatik zu führen
* nächstes Jahr könnte an gleicher Stelle ein richtiges Feuerwerk zur politischen Onlinekommunikation zünden: ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl
* Hobnox-Videos nicht embedden zu können ist ziemlich unpraktisch

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Prioritätenfragen

Ausnahmsweise mal ein Stück persönliche Weltsicht. Wer mich persönlich nicht mag, braucht also nicht weiterlesen.

Ich habe vor Jahren angefangen zu arbeiten. Schon zu Schulzeiten habe ich viel Zeit für Dinge aufgewendet, für die mich andere Menschen zumindest schief und befremdet anschauten. Damals hatte ich recht damit, denn der Weg hat sich für mich als richtig erwiesen.

Später habe ich angefangen, zuviel zu arbeiten. Schule und Uni sind Orte, die es einem verzeihen, wenn man nebenbei viel tut. Wenn man “aktiv” ist. Wenn man sich nicht mit Tunnelblick auf sie stürzt. Man kommt trotzdem voran, wenn auch nicht immer so erfolgreich wie andere Menschen sich das vielleicht wünschen würden.

Viele Leute haben mich als Workoholic kennengelernt. Ich arbeite gern, wenn mir Dinge Spaß machen. “Upcoming King of Karoshi” hat mich mal jemand genannt. Das war nicht als Kompliment gemeint.

Je mehr man arbeitet, umso überzeugter wird man davon, dass Arbeit allein nicht glücklich macht. Die Rückwirkungen auf das Private sind enorm. Angeblich macht es in gewissem Maß auch attraktiv, unnahbar, erfolgreich und zielstrebig zu sein. Aber keine Zeit für niemanden zu haben, das ist zumindest für mein Lebensmodell nicht das richtige. Es macht krank und unglücklich.

Ich habe immer noch zuviele Dinge auf meinen To-Do-Listen stehen. Manche nett, manche weniger. Aber die Prioritäten setze ich doch anders als noch vor meinetwegen zwei Jahren. Was hinten herunterfällt, ist nicht mehr das Privatleben. Sondern eher ein Auftrag hier oder da. Mit weniger kann man deutlich mehr haben. Nicht zuletzt eine Erkenntnis aus meiner Hamburger Zeit (die ich trotzdem nicht missen möchte).

Warum ich diese total selbstbezügliche Suppe schreibe? Mir war gerade so. Auch vor diesem Hintergrund. Und jetzt such ich mir jemanden, mit dem ich heute Abend einfach mal entspannt quatschen kann. Oder schreibe mal wieder ein paar Gedichte.

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Randnotiz zur Randnotiz zur Randnotiz

Zu früh gefreut. Und das gleich doppelt: Auf Seite 1 ist ja weiterhin dieses unsäglich sinnfreie Bild. Das Bild, das sueddeutsche.de nun eingebaut hat, ist auf Seite 2. Und, wie man in der Großansicht sehen kann, von der Republica 2007.

Langsam schüttelts mir den Kopf vom Rumpf.

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Randnotiz zur Randnotiz

Bei Sueddeutsche.de ist jemand aufgewacht und hat ein Foto von der Republica organisiert.

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Randnotiz: Bildbetextung

Es ist jetzt nicht so, dass es besonders unüblich sei, Bilder von DPA zur Illustration zu nehmen. Viele Journalisten haben keine Lust oder schlicht nicht das Können, mit einer schweren Kameraausrüstung qualitativ hochwertige Fotos zum Text abzuliefern. Dann vertraut man auf die DPA.

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Ohne im DPA-Bildarchiv nachgeschaut zu haben: das gezeigte Bild ist nicht von der re:publica’08. Die Laptopmodelle sind alt, den abgebildeten Ort gab es dort nicht. Und Windows 98 (oben rechts auf dem Screen) dürfte heute seltener als eine TA Gabriele 9009 im Einsatz sein. Über den Inhalt des Textes schreiben derweil bereits andere.

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