YouTube als Contentfreiwild für deutsche Nachrichten-Sites?
Posted on 25 März 2008 by Falk
Aus der losen Reihe Alles für die Klicks: Warum das Zueigenmachen vieler YouTube-Videos durch Nachrichtensites nicht gut sein kann.
Journalisten sind sehr penibel, wenn es um ihre Inhalte geht. Zum Beispiel dann, wenn ihre Texte plagiiert, wenn sie geklaut und woanders neu veröffentlich werden. Das ist gut so, denn Journalisten müssen davon leben, dass ihre Inhalte nicht “irgendwo” erscheinen, sondern dort, wo sie bezahlt werden. Anders funktioniert Journalismus heutzutage nicht.
Was mich immer wieder erstaunt: wie große Nachrichtensites Videos der Plattform YouTube einbinden. Ich sehe fast nie Copyright-Vermerke, wie sie bei Bildern Standard sind. Ob Spiegel oder Welt Online, Netzeitung, dass die Rechtefragen stets geklärt wurden, kann man wohl getrost bezweifeln (Update: aber ich hab jetzt mal eine Fragemail an die Zuständigen verfasst).
Sicherlich ist die Versuchung groß, das Video in den Artikel einzubauen, das man eigentlich nur verlinken darf. Der verlinkte Fall bei der Welt zeigt, dass der Schuss aber auch nach hinten losgehen kann – «Sorry, this video is no longer available». Dass die eigene, harte Position von Journalisten und Verlagen beim Urheberrecht auf diese Art ganz nebenbei vollkommen unglaubwürdig wird ist mehr als nur ein Nebeneffekt. Man kann nicht zugleich auf das Urheberrecht pochen und zugleich mit Ziel Einnahmemaximierung das gleiche mit Füßen treten. Dabei wäre es recht einfach: Embedden ?? Verlinken.
Tags | copyright, netzeitung, spiegel online, urheberrecht, welt online, youtube


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