Zahl ick für ‘n VIP-Flughafen?
In Berlin kleben jetzt überall Plakate, die die Bürger zum Votieren gegen einen Weiterbetrieb des Flughafens Tempelhof auffordern. Unabhängig von meiner eigenen Position zum Thema finde ich die Kampagne nicht gelungen. Sie ist nämlich leider nur eines: dagegen. Ein Mann auf einem Plakat sagt: »Ick zahl doch nicht für ‘n VIP-Flughafen!« Aber mache ich das momentan denn? Das weiß ich nicht. Ich forsche jetzt auch nicht nach.
Die Kampagne hätte mehrere Leistungen zu erbringen, um gut zu sein:
1. Gegen Tempelhof.
2. Weil…
3. Stattdessen…
Den Kampagnenmachern ist nach dem ersten Punkt aber offensichtlich die Kreativität ausgegangen.
10 sagten etwas
Finde die Kampagne auch nicht sehr gelungen. Man hätte lieber deutlich machen müssen, wie man sich eine mögliche Nachnutzung vorstellen könnte. Das hätte ja nicht allzu konkret sein müssen, aber die Komponente “Hier ist massig öffentlicher Raum, der für die Berliner/innen geöffnet werden kann!” und “Hier kann eine tolle riesige Freifläche für die Bürger/innen genutzt werden!” ist leider gar nicht vertreten.
Mögliche Bilder:
Campingplatz
Park
Wiese
Skaterbahn
Bauwagenplatz
Kulturraum
Freiraum
Aber sowas ist der SPD wohl zu spinnert - Schade!
Im Moment bezahlst Du schon für den Flughafen, weil er 10 Mio. Euro Verlust im Jahr macht.
Und natürlich ist die Kampagne differenzierter als die Plakate den Eindruck machen. Aber ein Plakat ist, nun ja, plakativ und nicht differenziert. Kannst ja mal unter http://www.tempelhof-flugfrei.de schauen.
Danke für die Info, Mark. Aber warum erfahre ich das nicht aus der Kampagne? Auch nicht die URL? Plakativ heißt, dass ich eine Information vermittle. “Dagegen” ohne zu sagen, wogegen man ist, ist als Message einfach nur Blödsinn. Diese Kampagne trifft den Informationsstand durchschnittlicher Berliner einfach nicht.
Ja, das ist leider richtig. Aber es gibt ja auch noch Veranstaltungen, Infostände, Berichte in der Presse. Die Plakate orientieren wohl - ich hab ihre Entstehung nicht mitverfolgt - auf den Tag der Abstimmung. Dazu ruft die Kampagne auf, mit Nein zu stimmen. Das ist halt aber auch sowas von dagegen…
Viel interessanter ist ohnehin die Zukunft es tollen Geländes. Nur wenn es ein Flughafen mit Flugbetrieb bleibt, ist wenig Raum für Entwicklungsideen.
na ja,
die url ist drauf: http://www.tempelhof-flugfrei.de
wahrscheinlich zu klein.
die Auseinandersetzung um die Zukunft des Flughafens läuft ja schon erstaunlich hitzköpfig (wenn man nur die Kommentare beim Tagesspiegel liest…)
da ist das Plakat mit dem dünnen Spruch natürlich Wasser auf die Mühlen der Tempelhof-Fangruppe.
der Bürger wird da doch als naiver Neidhammel angesprochen und merkt es auch noch gleich.
Erläuter doch mal Deine Position. Ich selbst habe nicht begriffen, warum Berlin seinen einzigen Stadtflughafen schliessen sollte, der so ganz nebenbei der Welt erster Flughafen ist, zumal es ja genug private Betreiber gibt, die bereit wären ihn auf eigene Kosten fortzuführen.
@tim
ich kenne keinen. lauder will das gebäude als südberliner ärztezentrum nutzen, das bringt unter dem strich nichts, weil alle docs aus treptow, neukölln, tempelhof und schöneberg da hin ziehen sollten. wie er und warum dann noch flugverkehr haben möchte, erschließt sich mir nicht. mehdorn will den vip-flughafen - das geht nicht wirtschaftlich, die bahnkundinnen müssten dauf zahlen. wirtschaftlich wirds erst mit 5 millionen passagieren im jahr und das sind stündlich 11 flugbewegungen. täglich (wegen nachtflugverbot) 165 flugbewegungen, im jahr ca. 60.000 flugbewegungen. das ist bedeutend mehr lärm und schmutz als heute, etwa soviel wie um 1990. und die leute in neukölln und tempelhof waren froh, dass es weniger geworden ist.
der welt erster flughafen war in johannisthal und der ist lange geschlossen. das gebäude kann doch prima als standort luftverkehr des technikmuseums genutzt werden.
dafür brauchen wir keinen defizitären flugverkehr in der umweltzone.
Wir haben zu der Kampagne ja noch ein Seyfried-Plakat gemacht.
Vorteil: Beides zusammen spricht vielleicht noch unterschiedlichere Menschen an und sensibilisiert sie gegen die populistische Kampagne von ICAT und CDU!
[…] in Berlin zwei Kampagnen erlebt, die intellektuell und kampagnentechnisch eine Beleidigung waren. Über die Schließungsbefürworter habe ich ja bereits vor Wochen hier geschrieben, die Offenhaltungsbefürworter waren in ihrer Kampagne allerdings keinen Deut […]