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Archive for März, 2008

Ratgeber-ZEIT gegen Rechtsextremismus

Von der Räte- zur Ratgeberdemokratie: Mein ehemaliger Brötchengeber ZEIT online startet im Mai ein Ratgeberportal gegen Rechtsextremismus. Wünsche viel Erfolg und allzeit gute Trollbetreuung.

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The Twits

Ehrlich gesagt habe ich keinerlei Ahnung, wie das hier in meine Wohnung kam.

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Mr and Mrs Twit are twits. They are also extremeley nasty. So the Muggle-Wump monkeys and the Roly-Poly bird hatch an ingenious plan to give them just the ghastly surprise they deserve!

Was will mir jemand damit sagen?

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Selbstvermarktung dank Second Life

Nein, das gibts noch. Nein, es ist nur medial vollkommen tot. Nur bei Spiegel Online, da schreibt einer manchmal noch darüber: Christian Stöcker. Zum Beispiel: »Das meiste, was über diese virtuelle Welt geschrieben wird, ist tatsächlich schlecht informiertes Hype-Gejubel oder Selbstvermarktung.«

Was meint er damit wohl?

(via Ole Reißmann/Medienlese)

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YouTube als Contentfreiwild für deutsche Nachrichten-Sites?

Aus der losen Reihe Alles für die Klicks: Warum das Zueigenmachen vieler YouTube-Videos durch Nachrichtensites nicht gut sein kann.

Journalisten sind sehr penibel, wenn es um ihre Inhalte geht. Zum Beispiel dann, wenn ihre Texte plagiiert, wenn sie geklaut und woanders neu veröffentlich werden. Das ist gut so, denn Journalisten müssen davon leben, dass ihre Inhalte nicht “irgendwo” erscheinen, sondern dort, wo sie bezahlt werden. Anders funktioniert Journalismus heutzutage nicht.

Was mich immer wieder erstaunt: wie große Nachrichtensites Videos der Plattform YouTube einbinden. Ich sehe fast nie Copyright-Vermerke, wie sie bei Bildern Standard sind. Ob Spiegel oder Welt Online, Netzeitung, dass die Rechtefragen stets geklärt wurden, kann man wohl getrost bezweifeln (Update: aber ich hab jetzt mal eine Fragemail an die Zuständigen verfasst).

Sicherlich ist die Versuchung groß, das Video in den Artikel einzubauen, das man eigentlich nur verlinken darf. Der verlinkte Fall bei der Welt zeigt, dass der Schuss aber auch nach hinten losgehen kann – «Sorry, this video is no longer available». Dass die eigene, harte Position von Journalisten und Verlagen beim Urheberrecht auf diese Art ganz nebenbei vollkommen unglaubwürdig wird ist mehr als nur ein Nebeneffekt. Man kann nicht zugleich auf das Urheberrecht pochen und zugleich mit Ziel Einnahmemaximierung das gleiche mit Füßen treten. Dabei wäre es recht einfach: Embedden ≠ Verlinken.

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Warum?

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Gleich hinter einer Kreuzung steht im Berliner TrendsStadtteil Moabit dieses Schild auf dem Übergang zum Radweg. Es wirkt leicht unmotiviert dorthin deplatziert.

Nachtrag: Ich bin eigentlich erstaunt und froh zugleich, dass der Kommentar zumindest keinerlei Rechtschreibfehler enthält.

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Druckmäusertum

Ostern ist traditionell ein friedliches Fest. Und deshalb bleibe ich auch betont freundlich, wenn ich hier auf Michael Schmidts Eintrag in seinem Tagesspiegel-Blog “Berliner Replik” verlinke.

Seriös recherchierenden Journalisten Zeit und Gelegenheit zu geben, das weniger Offenkundige, das, was, wenn es nach den Mächtigen ginge, im Dunkeln bleiben sollte, ans Tageslicht der Öffentlichkeit zu zerren […] das ist Aufgabe der Zeitung.

Ich hielt es bislang für die Aufgabe aller Journalisten. Aber ich bin ja auch naiv – und das recht gerne. Schmidt, Politikredakteur beim Blatt, er ist qua Amt zum Medienkonservatismus verdammt. Dass die heutige Zeitung aber keine große Zukunft hat, ist ihm schon bewusst. Stattdessen plädiert er für bunte Blödchen:

Ja, doch: Mehr Bilder, mehr gute Fotos, mehr Infografiken brauchen gute Zeitungen auch.

Vielleicht am besten Bildergalerien zum ausklappen oder zum sammeln? Das Berlini-Album beim Tagesspiegel? Mit Tauschbörse auf Seite 3?

Aber was Zeitungen nicht mehr brauchen, sind die zahlreichen 20-40-Zeiler - die können wir getrost den anderen überlassen.

» Dorfdisko - Die Anderen

Es ist der Wunsch eines jeden Journalisten, die Magazinstücke zu schreiben. Für die man Tage, Woche Zeit zum recherchieren hat. Für die man viel Freiheiten genießt. «Echten» Journalismus halt. Das unterscheidet Print- und Onlinejournalisten nicht. Und ob man eher online mit variierendem Tempo oder im Tagesrhythmus der Tageszeitungen magazineske Artikel verfassen kann? Weiß ich nicht.

Angesichts der Schmidtschen Argumentation darf es einem um die Zukunft der gedruckten Medien wirklich bange werden – wer so rumdruckst, wenn er schreibt, wer so wenig klar sagt, was ihm am aktuellen Zustand missfällt, wer nicht schreibt, warum er schreibt: Es ist herumdrucksen. Ich möchte nicht spekulieren müssen, worauf sein Eintrag eine «Berliner Replik» war.

Frohe Ostern!

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re:publica ‘08

Weil jemand vorhin fragte: ja, ich werde da sein. Auch wenn ich kein Banner für die Veranstaltung im Blog eingebaut habe.

Und ja: ich freu mich auf viele nette Gespräche mit alten und neuen Kontakten, auf interessante Vorträge und auf den Schlaf danach. Auf “mein” Panel allerdings auch.

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Missy Magazine

Ich bin zwar - wie jeder vermuten würde, der mich etwas besser kennt - mindestens zurückhaltend, obs das Ding wirklich braucht. Geschweige denn auf totem Holz. Aber Glück wünsche ich den Damen hinter Missy mit ihrem Projekt natürlich und von Herzen.

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Scheißkampagne?

Es gibt Kampagnen, bei denen schlägt man einfach nur die Hände über dem Kopf zusammen. Es gibt Kampagnenideen, die bringen einen dazu, darüber nachzudenken, auf welcher Seite des Rechners der Bekloppte nun wirklich sitzt. Es gibt auch Kampagnen, da ist… Continue Reading »

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Bike there

Vielleicht ist es eine gute Idee, Google darum zu bitten, Fahrradrouten in GoogleMaps einzubauen. Aber warum eigentlich mit Google, warum nicht als eigenes, auf dem Pulk basierendes Tool in OpenStreetMap oder so? Versteh ich nicht, irgendwie. (via Michael Gomez)

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Gemütsplaylist #48

» Myslovitz - ChciaÅ‚bym umrzeć z miÅ‚oÅ›ci

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Zahl ick für ‘n VIP-Flughafen?

In Berlin kleben jetzt überall Plakate, die die Bürger zum Votieren gegen einen Weiterbetrieb des Flughafens Tempelhof auffordern. Unabhängig von meiner eigenen Position zum Thema finde ich die Kampagne nicht gelungen. Sie ist nämlich leider nur eines: dagegen. Ein Mann auf einem Plakat sagt: »Ick zahl doch nicht für ‘n VIP-Flughafen!« Aber mache ich das momentan denn? Das weiß ich nicht. Ich forsche jetzt auch nicht nach.

Die Kampagne hätte mehrere Leistungen zu erbringen, um gut zu sein:
1. Gegen Tempelhof.
2. Weil…
3. Stattdessen…

Den Kampagnenmachern ist nach dem ersten Punkt aber offensichtlich die Kreativität ausgegangen.

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Journalismus verpflichtet (aus: journalist 03/08)

Für die aktuelle Ausgabe des Journalist habe ich mich mit dem Vorhaben beschäftigt, den Pressekodex auch auf Onlinemedien zu erweitern. Im Heft findet sich zum Thema ein Interview mit Jochen Wegner, Chefredakteur von Focus Online, ein Beitrag Pro Onlinekodex von Hendrik Zörner (DJV) und ein Contra von Stefan Niggemeier. Hier nun in Absprache mit dem journalist mein Beitrag im Volltext. Er enthält eine markierte Änderung gegenüber der Druckfassung, die ich zu beachten bitte.

Der Deutsche Presserat geht in die Online-Offensive: Die ethischen Leitlinien des Pressekodexes sollen auch für professionell betriebene Onlinemedien gelten. Aber lassen sich die Richtlinien problemlos auf das Internet übertragen? Continue Reading »

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Zweimal “Au weia”

Wer heute ökologisch korrekt waschen möchte, macht dies mit Waschnüssen. Nur: diese kleinen Naturwaschmittel fallen nicht vom Himmel, sondern kommen meist aus Indien. Jenseits der Ökobilanz solcher Importware tritt nun laut taz der Effekt ein, dass die Nachfrage der Ökologiebewegten Waschnüsse für Inder schlicht zu teuer werden lassen.

Das regt zum Nachdenken an. Und dann denkt man sich, wer

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bei dieser Bebilderung eine Waschnuss genascht hat. Dass Bilddatenbanken wie die der DPA eher wenig Bilder zu Waschnüssen enthalten, nun gut. Dass man die in der Kochstraße auch sicher schnell selbst mit einem Handy hätte fotografieren können, geschenkt. Aber diese unglaublich dämliche Bildunterschrift ist ein bisschen viel, liebe taz.

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Verblüfft

Die SPD macht es seit langem schwer, mich noch zu verblüffen. Seit ich mich mit ihr beschäftige schlingert sie hin und her. Als unter Helmut Kohl Aufgewachsener sind meine Erfahrungen mit den Sozialdemokraten mindestens zwiespältig. Nur unterbrochen ist dieser Eindruck vom Schröderschen Basta, das in seiner rigiden Form allerdings auch nur aus dem unrühmlichen Abgang des zweiten aus der Troika II, des damaligen Finanzministers Oskar Lafontaine heraus möglich wurde.

Schröder war ein Freund der Inszenierung, die Geschlossenheit der “neuen Mitte” hielt unter seinem und dem Regiment des Generals Müntefering - unter ihrem Deckel kochte die Partei. Als Schröder und Müntefering gemeinsam die Neuwahl 2005 anzettelten, scheiterten sie am Ende nur knapp - und an ihrem Unwillen, Rot-Rot-Grün einzugehen - was mit Lafontaine für beide nicht möglich sein konnte. Und zugleich daran, dass die FDP lieber zwischen Union und Sozialdemokraten im Mitte-Maß versinken wollte, denn in einer Ampel mitzuwirken.

Unterm Ex-Grünen Platzeck und dem sozialliberal koalierenden Kurt Beck hätte sich die SPD zu einer multikoalitionsfähigen Partei entwickeln können. Hat sie aber nicht. Stattdessen hat sie in alle Richtungen taktiert, kaum paktiert und am Ende konterkariert sie ihre Bemühungen um eine Glaubwürdigkeit jenseits der Agenda 2010 durch Unprofessionalität, die jeder Beschreibung spottet. Die SPD versinkt in ihren Gräben, ohne Linie, Ziel, Programm und: ohne Personal. Die Partei funktioniert wie eine Kuh, Charisma von SPD-Spitze und Partei sind, was bei einer Kuh am Ende dabei rauskommt. Wenn sie irgendwann auch aufhört Milch zu geben, wird sie geschlachtet. Wobei man das Gefühl hat, dass manche Pansenbewohner versuchen, die Kuh aus ihrem Inneren heraus zu erlegen.

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Zynismus?

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Heute, Ecke U Eberswalder Str.

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Korrektur + Dank

Bei meinem Text für den Journalist ist mir ein Fehler unterlaufen: «Das Onlineleitmedium legte ihm die Worte in den Mund» schrieb ich in Bezug Spiegel Online / Walden Bello / G8-Gipfel. Das ist nicht korrekt.

Korrekt ist: Das Onlineleitmedium ließ ihm von dpa die Worte in den Mund legen, ohne das in dieser Form hochbrisante Zitat gegenzuprüfen.

Mea culpa, Dank an Stefan Niggemeier für den sachdienlichen Hinweis.

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Das perfekte Werbeumfeld?

Für die Märzausgabe des journalist habe ich einen langen Artikel zur in der frühen Planung befindlichen Onlinevariante bzw. anstehenden Erweiterung des bisher nur für Printprodukte geltenden Pressekodex geschrieben. Kernpunkte: Online ist anders, Online ist viel schneller und direkter, Online ist noch unterfinanzierter. Und entsprechend größeren Versuchungen ausgeliefert als die meisten gedruckten Publikationen.

Um nur einen der vielen Punkte mit Praxisbeispielen zu garnieren:

  • Trennung Werbung und Redaktion: Sowohl Fremde als auch eigene Nebengeschäfte gehören klar als Werbung gekennzeichnet.

    Beispiele (von heute):
    Beim Kölner Stadtanzeiger gibt es in der rechten Spalte plötzlich eine Box “Germanwings”. Bei Zeit Online in der zweiten Navigationsebene auf der Hauptseite den Punkt “Partnersuche”. Bei Spiegel Online findet sich im Navigationsheader unter Wirtschaft “6% aufs Tagesgeld”.

Zu Klickschinderei muss ich nicht mehr viel sagen, das taten andere bereits in ausreichender Länge.

Ein kleiner Punkt im Artikel jedoch ist mir inzwischen sehr wichtig geworden: der Livecharakter und das “Horserace” um die Nachricht. Onlinejournalismus ist quasi-Live, in Zukunft wohl noch etwas mehr als heute. Während eine Zeitung am Tag danach für Unmut sorgen kann, eine Katastrophe wird sie nicht auszulösen in der Lage sein. Onlinemedien hingegen schon.

Fast alle Missstände im Onlinejournalismus haben “wirtschaftliche” Gründe. Häufig genug handelt es sich dabei um den Versuch, den Wettbewerb zu seinen Gunsten zu beeinflussen - z. B. durch möglichst galant untergejubelte Werbung, durch wenig subtile Brustbilder (”instinktorientierte Angebote”, wie ich neulich irgendwo las oder hörte), durch Reichweitensteigerungen bis zum ausgedehnten Erbrechen – und manches Mal auch noch weit darüber hinaus.

Das alles ist: grober Unfug. Und hat mit Journalismus strukturell wenig zu tun, auch wenn die Kollegen in den Redaktionen das ganz sicher nicht hören mögen. Der Onlinejournalismus hat uns - unter anderem - die wohl besten Anzeigenblättchen der bundesrepublikanischen Geschichte beschert.

Wenn der Presserat es daher ernst meint, muss er die Verlagsangebote nach einheitlichen Kriterien messen. Und das meint: Qualitätskriterien. Wer diese Kriterien ignoriert ist nur über relevante finanzielle Sanktionen vor einer Wiederholung zu retten. Um damit dem Journalismus wieder den Stellenwert zu geben, den nicht jeder Verleger (aber leider auch längst nicht jeder Leser) ihm zugestehen mag.

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Gemütsplaylist #47

» Die Türen - Die Welt wird mich von meiner spießigsten Seite kennenlernen

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Winke, Winke

Mit dem heutigen Tag bin ich nicht mehr als Redakteur bei ZEIT online tätig. War nett, manchmal. Dafür: Dankeschön.

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