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Archive for Januar, 2008

Schlecht fühlen

Da hilft: Arbeiten. Arbeiten. Arbeiten. Hoffentlich.

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Knüllernamen

Aber leider nicht in .de:

doof.com
wixi.com

Da können die Anwendungen auch noch so toll sein. Aber wer weiß schon, was Studidings, Flickr, Xing und so in den verschiedenen Dialekten dieser Welt so bedeuten könnten…

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Liebe NZZ…

Ich mag dich gerne. Ich mag dich wirklich gerne. Glaub mir! Aber manchmal, da machst Du dich zum sprichwörtlichen Horst.

nicht nur die Hilflosigkeit des Pressejournalisten dem Internet-Medium Video-Blog gegenüber dokumentierte,

schreibst Du also. Oder genauer: dein Autor mit dem Kürzel H. Sf., dessen voller Name im Impressum nicht zu ergründen war. Wer 1. alles für ein Blog hält, das moderner als bedrucktes Papier ist, 2. diese Hilflosigkeit auf gedrucktem Papier zu dokumentieren bereit und 3. sich dabei über die Hilflosigkeit der anderen echauffiert, dem ist nur eines: kaum zu helfen.

Macht aber nix. Hab euch trotzdem manchmal lieb.

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Geschichten in Gedichten #01

Dilettantenballett

Welche Sprachen sprechen Sie,
Ruby, Ajax, PHP?
Trinken Kaffee, Mate-Tee?

Haben Sie Projekterfahrung?
Mögen Sie auch Flüssignahrung?

Arbeiten Sie sehr gern im Team,
sieben Leute, sehr intim,
Arbeitsfläche überschaubar?
Küche dabei selten sauber?

Sind mit wenig Geld zufrieden?
Nicht verheiratet, geschieden?

Arbeiten auch gern am Stück,
sieben Tage, bis das Glück
eines Milestones Sie erreichen?
Mordgelüste Sie beschleichen?

Sagen Sie zu allem «Ja!»
stellen wir Sie ein, na klar!

[Das Gedicht hat überhaupt keinen konkreten Bezug. Aber irgendwie kam es mir gerade über die Tastatur.]

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Wordpress-Woche und Yael Naïm

Diese Woche habe ich zur Woche des Wordpress ausgerufen. Diese Installation hier wird aufgehübscht, jemand anderes bekommt auch noch was er/sie möchte.
Damit mir das so halbwegs flüssig über die Tastatur geht, brauche ich gute Musik im Hintergrund. Zum Beispiel Yael Naïm, die ich, seit ich sie erstmals bei Paul Irish hörte, sehr arbeitsangenehm finde.
Nun wollte ich mir am Samstag mal die CD kaufen. Dachte ich so. «Könn’ wer importieren», lautete die Auskunft beim lokalen Großmusikdealer. Mit dem Satz «Dann halt iTunes» entschwand ich - importieren kann ich selbst auch. Trägermedien machen das Leben einfach nicht leichter.

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Baustellensymbol der End-90er (virtuell)

[Stellen Sie sich hier bitte ein Männchen mit Bohrhammer vor. Es wird derzeit etwas gebaut.]

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Frage: Für wen bloggst Du?

Wurde mir gerade gestellt.

Antwort:

Mich

Mich

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Alles, Prosa

Ich will mal wieder alles, gleichzeitig und sofort. Am Ende mache ich fast nichts. Keine gute Bilanz. Schreib mir jetzt eine To-Do-Liste. Mit allem drauf.

Etwas geplant
und schon geahnt:
perfekt gedacht,
nichts draus gemacht.

Woran es lag werd ich nie wissen
plötzlich gabs andere Prämissen
und gabs sie nicht so hab ichs doch
ganz einfach wieder weggeschmissen.

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Von Lesenden, Schreibenden und Bleibenden

Ein paar Gedanken zu dem, dem, dem, dem, dem, dem und dem. Ob ich mich dazu normalerweise äußern darf, weiß ich nicht - tangiert es doch meinen Arbeitsalltag bei meinem Brötchengeber. Aber ich glaube kaum, dass man mir deswegen kündigen wird (Nur ein kleiner Witz für alte Bekannte, wer ihn nicht versteht, möge ihn bitte ignorieren).

Wir haben bei ZEIT online Leserkommentare in der ZEIT online Community. Eigentlich! Dass diese bei den Videobeiträgen bis dato nicht eingebunden ist, hat weniger mit einem Nicht-Wollen als mit ihrem Nicht-Fertigsein zu tun. Ich habe mich darüber nun sowohl gefreut, als auch geärgert. Jens Jessens spitze Polemik, sei sie überzogen oder auch nicht, hat eine Welle ausgelöst. Oder, um genau zu sein: mehrere Wellen. Der letzte Nachschwapp kommt gerade über das FAZ-Feuilleton, den Kulturteil jener Zeitung, in dem Jens Jessen selbst von 1988 bis 1996 tätig war.

[…] Natürlich sind etliche auf derartigen Internet-Seiten abgedruckten „Leserkommentare“ glatt rechtswidrig oder operieren bewusst an den Grenzen der Legalität. Juristische Kanzleien müssten sich eigentlich herausgefordert fühlen, in dieser Lücke des zivilisierten Umgangs zivilisatorisch zu wirken. Denn jeder Anbieter von Internet-Seiten ist ja gesetzlich gehalten, dafür zu sorgen, dass nicht jeder Dreck und Müll zum Abdruck gelangt.

Gut erkannt. Und genau dem werden wir bei ZEIT online denn auch gerecht. Livemoderation ist nach bisheriger Rechtsprechung eben keine Pflicht. Und die können wir dort auch gar nicht leisten. Die Moderation findet dort im Nachhinein statt und war in den letzten beiden Wochen ganz sicher kein Zuckerschlecken (ich habe zum Beispiel einen großen Teil meines letzten Sonntags mit dem Kehrbesen in Digitalien verbracht, dabei hätte meine Wohnung das sicherlich genauso nötig gehabt).

[…] Es ist allerdings oft die schiere Masse an Beleidigungen, die eine rechtliche Ahndung schwierig macht. Darauf setzen manche Anbieter, wenn sie vorsätzlich den Pöbel-Nutzern ihre Portale öffnen.

Da muss man wohl in diesem Zusammenhang nicht viel sagen, oder? Zitiert haben wollte ich diesen Satz aber dennoch. Denn ich bin derjenige gewesen, der die Dokumentation zusammengestellt hat, auf die weitere (bislang) 690 Antworten folgten. Aus E-Mails an Jessen und die Redaktion, aus Irrläufer-Kommentaren habe ich herausdestilliert, was typische Argumentationsmuster waren, auch was Einzelmeinungen waren.

Ich nenne es Dokumentation, denn: Es ist ein Nachweis der Kampagnenfähigkeit bestimmter Kreise rund um bestimmte Webseiten. Und der Nachweis, dass viele Leute sich vor einem Computer mehr trauen als auf der Straße. Sozialpsychologen haben mit dem Internet ein wahres Paradies vor Augen, verhält sich mancher dort doch eher so wie hinter zugezogenen Gardinen oder zumindest so, wie er es wohl gerne in Gemütswallungen gerne tun würde (wäre er nicht das, was er in Wahrheit ist: ein armes Würstchen).

Es lohnt, sich die Links anzuschauen, die beispielsweise Technorati zu den Beiträgen kennt. Da findet man Webseiten von Menschen, deren Mitbürger zu sein man sich mehr schämt denn der spießigen Jugendlichen und gewalttätigen Rentner dieser Republik und andersherum.

Ich habe vor wenigen Journalisten viel Respekt. Jens Jessen ist einer davon. Nicht primär aufgrund dessen, was er schreibt - ich bin bekennend ignorant gegenüber Texten in der ZEIT. Seine gehören auch des öfteren dazu. Mich faszinieren Art und Weise, Worte zu nehmen, sie zu drechseln, sie zu wechseln, dabei oft auf der feinen Linie zwischen Ironie und Sarkasmus tänzelnd. Und wenn allen schon die Kinnlade herunterfällt, dann kommt manchmal, aber natürlich nicht immer, sonst wäre es nicht Jens Jessen, eine kleine Volte. Manchmal folgt darauf auch eine Revolte. Stets jedoch macht es Spaß, Jessen diskutieren zu hören. Obwohl, oder gerade weil er Feuilletonist ist – und man manchmal das Gefühl hat, dass seine Worte schon schelmisch grinsend über die Tastatur flitzen mussten, das fröhliche Liedchen gefühlten Königressorts unter all den politischen im Herzen tragend. Jens Jessens gleichnamiger Großvater wurde nach dem 20. Juli 1944 in Plötzensee hingerichtet.

Dann gab es da noch eine sehr spezielle Linkquelle: Herrn Herres Blog. Die Kampagnenfähigkeit derartiger Publikationsorte ist tatsächlich verstörend, und die Art ihrer Leserschaft leider nicht minder, denn verstanden haben viele der Kommentatoren Herrn Jessen nicht. Mein Erstaunen darüber war jedoch gering: Teile des Textes dort wurde von vielen “erbosten Zeitlesern”, die umgehend “ihr Abonnement kündigen” wollten, oft erstaunlich wortgleich übernommen. Man könnte also glatt vermuten, dass manch einer den Umweg über das Anschauen des Videos sparte und gleich zum Kommentarfeld, zum Mailformular oder dem E-Mail-Client griff.

Ein Jessen werde ich nie werden. Schon allein deshalb, weil dieser Text wieder einmal viel zu lang, zu pointenlos, zu schnarchig ist. Außerdem mag ich (Cord-)Anzüge nicht. Immerhin habe ich nun in jungen Jahren schon meine eigenen Trolle.

[Nachtrag: Der grandiose Wortwitz des FAZ-Autoren verschlägt mir nun doch die Sprache. »Anbieter von Internet-Seiten … gehalten, dafür zu sorgen, dass nicht jeder Dreck … zum Abdruck gelangt.« So sei es - das schaffen eigentlich sogar alle.]

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Kopfschütteln 08, Ausgabe #01

Der Deutsche Bundestag erkennt das Potential von Medien an, sieht aber auch die Abhängigkeitsgefahren. Die Auslöser, Mechanismen und Symptome gleichen denen anderer nicht stoffgebundener Suchterkrankungen: Durch den Konsum bestimmter Medienangebote wird das körpereigene Belohnungssystem in Gang gesetzt. Der damit einhergehende Dopaminausstoß führt zu einem gefühlten Erfolgserlebnis, auf das manche nicht mehr verzichten können.

Zu den typischen Abhängigkeitssymptome gehören ein unkontrollierter, stundenlanger Konsum, die stetige Erhöhung der „Dosis“, eine ständige gedankliche Beschäftigung mit dem Suchtverhalten, misslingende Reduzierungsversuche sowie Entzugserscheinungen bspw. in Form von Aggressivität, wenn das Suchtmittel einmal nicht zur Verfügung steht. Die negativen Folgen einer Medienabhängigkeit sind – wie bei anderen Abhängigkeitserkrankungen auch – nicht nur psychischer Natur, sondern erstrecken sich auch auf die körperliche Gesundheit und das soziale Umfeld der Betroffenen: Die Betroffenen vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse, ihre beruflichen bzw. schulischen Verpflichtungen und ihre sozialen Kontakte. Sie verheimlichen und bagatellisieren das eigene Suchtverhalten und geraten mitunter sogar in finanzielle
Verschuldung.

Worum es hier geht? Um »Formen der Mediensucht wie z.B. die übermäßige Teilnahme an Chats oder Onlinespielen oder
der übermäßige Konsum von Pornografie im Internet«. Es ist ein Antrag der Grünen, namentlich von Grietje Bettin, Dr. Harald Terpe, Ekin Deligöz, Kai Gehring, Katrin Göring-Eckardt, Britta Haßelmann, Priska Hinz, Krista Sager, Uschi Eid, Elisabeth Scharfenberg. Noch ohne Drucksachenummer.

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IVW + User Generated Content

Die IVW online weist nun auch speziell User Generated Content bei Verlagsangeboten aus. Mir scheint da manches noch nicht korrekt “verzählpixelt” zu sein. Oder so manches Angebot hat echte Probleme mit seinen Usern…

Zahlen für 12/07, Prozentangaben = Anteil an der Gesamtsumme:

FAZ.net: 1.228.348; 1,98%
sueddeutsche.de: 397.630; 0,46%
welt.de: 13.113; 0,01%
zeit.de: 496.261; 1,57%

Sueddeutsche.de und welt.de kann ich mir so kaum vorstellen. Oder ist die Debatte jetzt frisch verstorben? Ich fand ihren Relaunch zwar nicht sehr gelungen (insbesondere den netscapigen Button rechts), ist mir viel zu Insellösung ohne Rückanbindung an das Hauptangebot. Aber 13.113? Das kann dann doch kaum sein.
Bei FAZ.net wundere ich mich auch ein wenig. Aber eher über den recht hohen Anteil. Hat jemand eine Erklärung parat?

(Disclaimer: Ich arbeite derzeit als Redakteur bei ZEIT online und bin dort für Nutzerpartizipationsstrategien und -projekte verantwortlich)

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Ungewohnte eigene Stimme

Hab mich lange nicht mehr reden gehört. Schon gar nicht knapp zwei Stunden lang - so lange geht jedoch die ChaosradioExpress-Folge, in der mich Tim Pritlove* über die Struktur von Politik und die Frage, was eigentlich Nerds von ihr Wissen sollten und wie sie partizipieren könnten befragt.

Die Idee zu der Podcastepisode ist, nebenbei bemerkt, schon etwas älter.

*(Disclaimer: mit dem ich übrigens schonmal Bier trank und dessen Wissen insbesondere in den Bereichen Syndizierung, Nerdkultur und Audio-Equipment ich sehr schätze)

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In schöner Selbstgefälligkeit

Falls mich nochmal jemand fragt, warum ich Don Alphonso nicht sonderlich schätze: hier gibt er selbst genug Antwort. Zumindest für die, die besser informiert sind, als er es ist. :-)

[Nachtrag: Zur Selbstgefälligkeit gehört natürlich auch die Ausübung des digitalen Hausrechts. Missliebige Kommentare löscht man, dann sieht es wenigstens für die Besucher so aus, als ob Antworten schuldig geblieben wären.]

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Liebe Spammer

Ich hab nichts wirksames gegen Euch. Aber mir leere Mails ohne Absender und Betreffzeile zu schicken ist selbst für Eure Verhältnisse ziemlich dusselig. Auch dann, wenn ihr es 344 mal tut.

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Gemütsplaylist #46

» KT Tunstall - Gone to the Dogs
» KT Tunstall - Universe & U

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Fensterkitsch

20080116_kitschuntergang.png

Darf auch mal sein.

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Das Prinzip Inzucht

Ich bin ja eher für Diversität denn für Monokulturen.

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Mein persönlicher Liebling


Ich werde so lange die ZEIT nicht kaufen, bis dieser Mensch bei Ihnen arbeitet.

Das ist vieldeutig und doch eindeutig. Arbeiten Sie, Jens Jessen! Arbeiten Sie!

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Der politische Einkaufswagen

«300 Euro für eine Jacke?», fragte mich jemand im Sommer. Eine Jacke, die weder spektakulär aussieht noch ein großer Markenname ziert. Die aber aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt ist und nicht von Kindern in einer Diktatur genäht wurde. Und hoffentlich länger hält als das Sweatshop-Produkt aus der direkten Nachbarschaft für 120 Euro. Ich bin kein Dogmat und ich habe auch keinerlei Ambitionen, die Welt dadurch zu retten, dass ich anderen Menschen vorschreibe, wie sie dies tun sollen. Aber ich bin davon überzeugt, dass man durch etwas intelligenteres Verhalten viel für seine eigenen Überzeugungen tun kann.

Und momentan kann ich es mir überdies auch noch leisten, «politisch» einzukaufen. Was nicht heißt, dass ich das immer konsequent tue: wenn ich vor einer Dönerbude Hunger habe, dann habe ich Hunger. Beim Tageseinkauf kaufe ich natürlich auch normale Butter, wenn gerade keine Öko-gelabelte vorhanden ist. Die CO2-Bilanz wäre wahrscheinlich negativer, würde ich zum nächsten Laden gehen.

Der »mündige Konsument« ist ein Bild, das mir sehr gut gefällt. Auch wenn mir klar ist, dass dahinter eine Menge Geschäftemacherei steckt und nicht jedes Bio-/Öko-/Fair-Produkt wirklich gut ist.

Neuerdings poppen die Gutmenschencommunities auf. Utopia.de zum Beispiel, eine Community für “Fairbraucher” die unter anderem von einigen Bio-/Öko-/FairTrade-Vorreitern gesponsert wird.

Der Ansatz - ähnliche auch - gefällt mir durchaus. Aber ich schrecke davor zurück, mich dort zu beteiligen. Warum?

Weil ich eben nicht zur “Birkenstock & Bircher-Müsli”-Fraktion gehören will? Weil ich nicht dem Prenzlberg-Bionade-Biedermeier-BoBo-Tum zugehören mag? Weil ich mich nach wie vor nicht für das mentale Biotop glücklicher deutscher Missionare des Gutmenschentums sondern für «normale Menschen» interessiere? Die großen Marken entdecken das Öko-/Sozial-/Fair-Image langsam für sich. Das entspricht dann wohl eher meiner Einstellung.

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Ehrliche Bestandsaufnahme?

Ich hätte Lust und Laune, mal alle möglichen aktuellen Studien zur Mediennutzung auf Herz und Nieren zu prüfen - und die Ergebnisse vielleicht dann auf der Re:Publica im April vorzustellen. Findet der Medienwandel statt? Wenn ja, wie? Von wo nach wohin? Bei wem?

In den derzeitigen Diskussionen fehlt mir der sachliche Bezug etwas zu sehr… Wer hat Lust, mitzumachen? (blog@, Twitter-Nachricht oder Kommentar hier, Dankeschön!)

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Litanei des Printelariats

Daniel Baumann kenne ich nicht. Und leider ist es einer der Namen, deren Verfütterung an Google keine wirklichen Freuden verursacht*. Auf jeden Fall schreibt Daniel Baumann Artikel im Medienteil der «Berliner Zeitung».

Die Blogger-Szene streitet, ob 2008 das “Jahr des Exits” wird. Eine Zeitenwende steht bevor

sagt der Teaser seines Textes. Was damit gemeint ist? Don Alphonso, der Untergangsbeauftragte aus Few Economy-Zeiten hat wieder einmal tief in die Milchglaskugel geblickt. Es gehe nun abwärts mit der Bloggerei und den Blogs. Baumann schreibt: “Er mutmaßt, dass diese Autoren sich nach gut dotierten Beraterjobs umsehen werden.” Der von Baumann als Skelett für seinen Artikel zitierte Eintrag ist eine gute Woche alt. Nun, Fonsis Voraussagen sind schon immer von eigener Qualität. Und ganz zweifelsohne häufig eher Wunsch denn Wirklichkeit. Was von dem Artikel in der Berliner Zeitung zu halten ist, zeigt ein einziger Satz: »Robert Basic, der aktuell wichtigste deutsche Blogger, sieht das Ende nicht gekommen.«
Dieser Prognose möchte ich mindestens in dem Maße widersprechen, in dem Robert Basic der wichtigste deutsche Blogger ist («fleißigste» oder «umtriebigste» hätte ich vielleicht noch unterschrieben..).

Beim Independent liest sich die Bloguntergangsstimmung schon ungleich interessanter: Janet Street-Porter verkündet dort Ihr Motto für 2008: Blog off!. Sie stellt darin einige weniger schöne Seiten der neuen Öffentlichkeit vor.

A woman who contacted him via his Facebook entry met up with the 63-year-old and a romantic fling ensued. The episode, complete with embarrassing details […] has appeared as a blog on the internet under the pseudonym of Lucia Keenan. She describes him as being “as short as Ronnie Corbett” and reveals details about their love-making […] would probably have preferred not to have been electronically disseminated among the e-community.

Solange Journalisten genau solche pikanten Details mit Genuss rezitieren - natürlich, um solche Dinge aus ethischen Gründen nicht der Öffentlichkeit mitzuteilen -, solange habe ich keinerlei Bedenken um den Zustand des Journalismus (und ja, das ist immerhin der Independent!).


*Vielleicht ist es ja dieser freundliche junge Mann, den ich eher in einem Sales Department (Juniorposten) vermutet hätte?

(via Kathrins Corner und Jonet Medienlog)

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Seltsam, Seltsam

Früher hoffte ich, irgendwann einmal, dass die hierher führenden Suchbegriffe etwas besser zu mir/diesem Blog passen würden. Aktueller Spitzenreiter ist jedoch «Bundespolizei», dann kommen irgendwann «Totenbett» und «Antimatschtomate».

Das macht mich betroffen: worüber blogge ich hier eigentlich? Was findet man so alles in meinem Kühlschrank? Ich geh lieber einmal nachgucken.

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«Gibt es draußen einen Aschenbecher?»

«Müssen wir jetzt wirklich raus?», fragt eine Besucherin der Schwarzwaldstuben in der Tucholskystraße. Ja, müsse sie, teilt ihr der genervte, selbst rauchende Mann hinter der Theke mit. Es sei kalt und ungemütlich, zum Rauchen vor die Tür gehen zu müssen. Die Besucherin denkt schon ans Ende der Zigarette: «Gibt es draußen denn auch einen Aschenbecher?» Den stellte die Berliner Stadtreinigung schon vor Jahren dort auf. Weitsicht?

Seit dem 1. Januar gilt in Berlin das neue Nichtraucherschutzgesetz. Und viele Kneipenwirte hadern mit dem Rauchverbot. «Unsere Stammgäste sind nicht da», heißt es in einer Kneipe. Die würden nun in Restaurationen einkehren, in denen es separate Raucherzimmer geben würde.

Auch im Café Morgenrot auf der Kastanienallee ist nun vieles anders. Dicke Verbotsschilder stehen auf den Tischen, die sonst von Tabakkrümeln «der aus Prinzip-Selbstdreher» der Berliner linksalternativen Szene gut gewürzt schienen. Noch vor dem Jahreswechsel wurden in Restaurants Unterschriften für ein Volksbegehren zur Abschaffung des Nichtraucherschutzgesetzes gesammelt. Kellner fragten »Was darf ich Ihnen zu trinken bringen – und sind Sie für oder gegen das Rauchverbot?«

Das Morgenrot ist deutlich leerer als sonst. In den Schwarzwaldstuben sitzt ein früherer Reemtsma-Manager am Tisch und darf nicht rauchen. Auch hier ist es für gewöhnlich voller. Dieses Bild traf am Wochenende auf fast alle Kneipen und Restaurants zu. Ist das Rauchverbot also wirklich der von manchen Gegnern prophezeite Gastronomiekiller?

Es dürfte noch zu früh sein, das zu sagen. Die erste Januarwoche ist traditionell eine Woche, in der viele Menschen noch im Winterurlaub sind oder nach der Völlerei der Weihnachtstage ihren Sättigungsgrad überschritten sehen. Ungewohnt bleibt auf jeden Fall, am Tag nach einem Kneipenbesuch den Mantel guten Gewissens überstreifen zu können.

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Missverständlich

Eben im Brötchengeber-Drupal gesehen:

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Nun. Staubige Sache.

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Kunst am Loch

Heute festgestellt, dass drei Abteilungen aus zwei Finanzämtern auf fünf Arten ihre A4-Blätter lochen. So wird das nix mit uns.

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Ganz geheimer Geheimtipp

Psssst.

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Fehlender Pingback

Peter Monnerjahn hat mich auf Telepolis als unkritisch kritisiert. Schon im Dezember. Habe ich aber nur zufällig bemerkt. Monnerjahn schreibt:

Und Falk Lüke wiederholt umstands- und kritiklos die so zentrale wie aus der Luft gegriffene Behauptung, “die westliche Form von Freiheit ist, was im Visier der Attentäter steht”. Ein Problem mit dem in den genannten Artikeln in Rede stehenden Terrorismus, den sie angeblich bekämpfen, hatten bislang genau zwei Gruppen von Staaten: solche, die prominent an der Irak-Invasion beteiligt sind oder waren; und solche, die eine prominente Militärpräsenz in Afghanistan unterhalten.

Das will ich so nicht stehen lassen und zitiere kurzerhand aus Bin Ladens 1998er-Fatwa:

No one, not even a blind or a deaf person , can deny the presence of the widely spread mischief’s or the prevalence of the great sins that had reached the grievous iniquity of polytheism and to share with Allah in His sole right of sovereignty and making of the law.

Eine Gültigkeit der Scharia und Bin Ladens monotheistische Weltsicht sind nicht mit en westlichen, aufgeklärten Freiheiten vereinbar. Auch wenn Peter Monnerjahn offenbar gerne anderes hätte - damit meine Meinung in seine Argumentation passt (dass er den Rest des Artikels ignorierte, nun ja. Passte wohl nicht mehr in die kleine Google-Recherche..). Nicht ganz unproblematisch, wenn man erst seine Meinung fasst und danach einen Artikel dazu schreibt. Könnte wenig ergebnisoffen sein. Und damit schlecht argumentiert.

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Bloggerköpfe

Wunderbare Fotos von Andreas Chudowski. Machte dadurch Spaß zu betexten. Mal mehr und mal weniger einfach.

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Gemütsplaylist #45

Seit heute gilt in Berlin das neue Nichtraucherschutzgesetz.

» Kante - Wer hierher kommt will vor die Tür

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Logische Fortsetzung

Twitter kann nur der Anfang sein: Was nun folgen muss, ist eine anständige IM/TXT-Schnittstelle für Wordpress. Die zugleich auch wieder die Bromfeeds (ha, Jahresanfangsriesenwortspiel! Gruß nach Nachbarland!) aus dem direkten Umfeld zurückliefert. Da geht noch was, liebe Informationsarchitekten!

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