Sprache ist so wunderbar, ich spiele einfach gern mit ihr. Fremdsprachen sind mir deshalb auch ein Greuel – in ihnen kann ich nur halb so viele, wenn überhaupt, Spiele spielen.
Manchmal scheint es wie verhext, wenn man wild mit Tinte kleckst. Ein Wort, ein Satz. Und Schicht für Schicht: so backen wir ein Schnellgedicht.
Es ist kein Zufall, dass die deutsche Sprache ihre Vielfalt durch das Falten vieler Worte gewinnt. Die Setzergeschichten waren ein kleines Beispiel der schier unglaublichen Entfaltbarkeit, die sich offenbart, so man sich zum Verfalter aufschwingt. Nehme ein Wort, und dann ein Wörtchen, macht sichs bequem an ruhigem Örtchen. Und ratzefatz, schon backt man Törtchen.
Sprache macht Spaß, und Spaß macht Lust auf Mehr. Warum nur schaffen es nur wenige Lehrer in den Schulen, die Faszinationen Wortgewandtheit und -gewalt zu vermitteln? Sprache ist die wohl mächtigste Waffe, die wir besitzen - Sprache ist Grundlage fast aller Kommunikation. Insbesondere in Zeiten, in denen wir uns schneller und direkter als je zuvor auch auf Textbasis “unterhalten”, wird die Sprachfähigkeit ein immer wichtigeres gut. Ach, Sprache. Was wärest Du nur. Sprache, ach.
Kürzlich erzählte mir jemand, eine universitäre Abschlussarbeit über das “Ach” oder das “O” in der deutschen Literatur gelesen zu haben. O, wie faszinierend. Ach, was für ein Zeitvertreib. Uff, was für ein Unfug. Sprache kommt von Sprechen, doch darauf verzichten wir zugunsten des Schreibens zunehmend. Wir sollten uns beider Formen Anwendung bemühen.
Eben fand ich ein schönes, altes Stück textblasierter Kommunikation. Es ist ein Briefwechsel, der zwischen Amt, Würde und Kurt Tucholsky spielte. Paul Löbe, nach ihm ist heutzutage einer der drei wichtigen Bundestagsbauten benannt. Ach, O, Uff.
Dieser Präsident des Reichstages ist rettungslos in seinen »Bestimmungen« verhaspelt und hat längst vergessen, daß er einmal, bis zu Gefängnisstrafen, mit Typen gekämpft hat, deren einer zu werden er auf dem besten Wege ist.