
Eben noch schnell nach Neukölln geflitzt: “Die Trends nach dem Web 2.0 – Chancen und Herausforderungen für die IT-Welt” heißt hier ein Panel. Hm. Der Einstieg ist vielversprechend: Moderator Stefan Krempl redet von der Readers Edition als “so etwas wie ein Wiki.” Soso. Das scheint noch lustig zu werden. Auf dem Panel sitzen Sascha Lobo, Robert Basic, Peter Schink, Christian Göttsch (Experteer), Torsten Muth (Cisco) und als Moderator eben dieser Stefan Krempl. Der zur Einführung daraufhingewiesen hat, dass bislang eigentlich die «Aggregatoren» Geld verdienen würden.
Robert Basic verweist auf das Saftblog als Positivbeispiel. Hm. Ja. Und Sascha Lobo soll was zu Adical sagen. «Ich halte sehr, sehr viel von der Blgolandschaft», sagt Lobo. «Ich hab Spezialwelten, wo ganz spezielle Themen intensivst behandelt werden – in Bereichen, die Zeitschriften niemals interessieren würden.» Nun.. Ja.
«Die meisten Prophezeiungen», sagt Lobo über die Voraussagen des Aufeinandertreffens von Massennutzung und Web, «sind nicht eingetroffen.» Krempl schwenkt gleich auf Web 3.0 um. Muth von Cisco redet von «Einbinden von Kunden». Hm. «Das Bloggen wird sicherlich weitergehen. Aber ich glaube, dass Zweitwelten wie Second Life die Trends setzen werden.» Soso. Soso. Dann stellt er eine These über ungleich lange Hosenbeine als Trend auf und weiß dann doch nicht, ob der Trend eintreten würde. Oder so. Hm. Hmmm.
Jetzt träumt Robert Basic von Mensch-Maschine-Schnittstellen. «Network-to-Personal-Communication»? Interpersonell scheint sein aktuelles Lieblingsschlagwort zu sein. «Je transparenter ich werde, um so größer wird die Widerstandsbewegung gegenüber Firmen», glaubt Basic. Vielleicht. «Embedded Ekel» hat mehr Zukunft für ihn als Second Life.
Peter Schink macht einen Schwenk auf «Location Based Services»: hier sei die IT gefordert, «reale Konzepte zu liefern.» Muth glaubt an die Notwendigkeit von Überall-WLAN. Ich nutz hier übrigens UMTS.
Jetzet verlieret man sich. In «Sascha, Du bist da skeptisch.» Bezüglich allem. Oder so. Zumindest bzgl. Schuhverkäufern in Second Life. Er glaubt nicht, dass sich ein Turnschuh mit Biberschwanz im realen Leben wirklich durchsetzen würde. Hm. Der Lobo hat vielleicht recht. Wobei.. Fuchsschwänze sollen auch schonmal angesagt gewesen sein.
Krempl fragt nach «intelligenten Agenten» und «semantischen Schlagworten» bei Experteer. «In fünf Jahren wird es wieder weiterentwickelt sein», sagt der Experteer-Mensch Göttsch. So schwammig wie die Frage war, antwortet Göttsch auch. «Die spannende Frage, die ich ind en letzten Jahen aufkommen sehe, ist: wie entwickeln sich aus diesen Herstellkosten[freien] Dingen Geschäftsmodelle?» Er macht wieder Werbung für sich und seine Plattform. «Sich zu überlegen, wie man aus diesen technischen Enablern etwas an den Markt wirft.» Ich glaube, ich möchte das gar nicht verstehen. Aber vielleicht wars auch nur krudes Marketingdeutsch.
Lobo macht einen auf Creative Mind: remixen von drei Panelaussagen. «Eine der Voraussetzungen ist funktionierendes Micropayment», sagt der Adical-Salonpunk. Lobo hält spontane kleine Geschäftsmodelle für die Zukunft, mal eben 40 Cent von Handy zu Handy zu schubsen.
«Services ist das nächste große Ding, das da kommt im Web3.0», sagt Muth von Cisco. Er redet von kleinen, begrenzten Zirkeln. Hm. Nicht «jeder mit jedem» sei die Zukunft. Er hält viele Communities für nicht mehr händelbar.
Stefan Krempl nimmt seinen Moderatorenjob ernst: er will über «Data Mining» reden. Robert Basic antwortet mit «Microformats». Absichtliches aneinandervorbeireden ist toll. Manchmal. Heute nicht. Krempl nimmt das als Vorlage und hüpft Richtung RDF und Co., da versagt der Cisco-Mitarbeiter aber kläglich und hat keinerlei Ahnung. Er ist ein PR-Mensch.
Wo waren eigentlich die Panelisten Ende der 90er? Stefan Krempl darf ungestraft behaupten, dass Virtuelle Communities sich erst heute durchgesetzt hätten. Näää. Aua. Und die Zeit ist jetztet auch rum. Publikumsfragen?
Nun, jetzt gehts wirklich mit dem Buzzwordbingo los. «Internet der Dinge», Kühlschrankconnection (hey, wie heißt das Blog hier nochmal?), Nearfield Communication, … Toll.
Das Abschlussgerede überlässt die Runde dem Cisco-Gastgeber. Leider keine besonders gute Wahl: er redet ziemlichen Krams. Ah, Danke. Lobo fällt doch noch was ein. «Die Vielfalt im Informations- und Kommunikationsangebot» sei das, was ihn erfreut. Peter Schink weist auf die Techniklastigkeit von Foren hin – und hält die neuen Formen für wesentlich benutzerfreundlicher. Lobo glaubt: «Es kommt auf den Nutzwert an.» Und sei dafür auch bereit zu bezahlen, solange er einsieht, dass er davon etwas habe.
Markus Beckedahl fragt nach dem klassischen Datensilo-Problem und der Hin- und Hertransportierbarkeit von Daten, Relationen etc. – Peter Schink glaubt an ein Geschäftsmodell, der Experteerer erinnert an Microsofts gescheitertes Passport: es müsse eine glaubwürdige Institution sein. Basic sagt, dass man in den USA genau daran arbeiten würde.