Ich habe ziemlich viel über Michael Schöbs Artikel nachgedacht. Was vermutlich eine der Sachen ist, die er erreichen wollte: selbstreferenzielles Grübeln.
Daraufhin habe ich seinen Artikel mal zusammengekürzt. Was übrig blieb:
Elite
So wird das nichts
uninteressant … beklagenswerter und … selbstverschuldeter … unbekannter, nicht selten lesenswert … raumgreifend … kein Vorbeikommen … hätte … lenken können. … übliche Verdächtige … und ein paar mehr.
… sollte sich unterhalten fühlen, … außerhalb der Szene … unbekannt … wie seine … Filmpartner. Mit solch typischen Inhalten wird man nie eine größere Leserschaft von sich überzeugen können, so man das denn will.
… warum … ohne Hinweise auf Fachblogs und Corporate Blogs…?
… Externe Expertise … dominierende Meinungseinfalt gestört. … auszulassen. Das obere Bloggerhundert … alles selbst machen, alles wissen, alles können, … mit niemandem außerhalb des Gemeinwesens etwas zu tun haben. So wird … nie, was in Amerika oder Frankreich aufscheint - eine res publica.
… Fehleinschätzung …: „Leben im Netz“. … A-Blogosphäre … nicht gerade … Übermaß an Solidarität …, … gemeinsamer Gegner…: die Printmedien. Kein Wunder … einig…: … Zukunft … online. … muss, wenn überhaupt, nur noch in Andeutungen begründet werden. … Erfahrungsschnipsel … abgefragt. … Sache der Zuhörer, … Unterhaltung … auf Trab zu bringen. … sachfremd, aber trotzdem kurzweiliger.
… Selbstbezüge … Bezugsgröße Print … Heißluftballon ohne Flamme. … Blog-Olymp für Neulinge … unzugänglich; … konsequent unterhalb … Aufmerksamkeitsschwelle all jener…, … Leben nicht im Netz verbringen.
Nun, ich will versuchen zu verstehen, welche Probleme der Autor hatte. Er ging zu einer Veranstaltung die von Bloggern für Blogger ausgerichtet wurde. Auf der Blogger sich mit Bloggern unterhielten und das - vielleicht deshalb, weil es die grundlegende Gemeinsamkeit der versammelten Blogger war - häufig über Weblogs.
Was mich an dem Artikel enorm gestört hat: die Summe der Wertungen und die Form der Argumentation.
Wertung ist das gute Recht eines jeden Autoren. Aber Schöbs Wertungen sind nicht nachvollziehbar. “Bezugsgröße Print” zum Beispiel: ich habe selten weniger über herkömmliche Medienformen diskutiert, als auf re:publica. Stattdessen viel mit Leuten, die keinen Fernseher und kein Radio mehr besitzen. Die sich ihren Medienkonsum selbst zusammenklicken. Die vielleicht auch gar nicht prototypisch für die Zukunft sind. Dafür aber jetzt, hier und heute interessant.
Eine Beobachtung, die sicherlich stimmt: es dürfte eher schwierig sein, in den Kreis oder die Klickraten der deutschen “A-Blogger” vorzustoßen.
In einem kleinen Nebensatzkonstrukt findet sich jedoch der wichtigste Hinweis auf die Diskrepanz zwischen den Vorstellungen des Autors und der Realität, soweit mir bekannt: so man das denn will.
Schöb unterstellt, dass Blogger per se an einer möglichst großen Öffentlichkeit Interesse hätten. Haben aber sicherlich gar nicht alle. Ich zum Beispiel möchte hier für die Leute schreiben, die sich für mein Tun und Lassen, meine Meinungen und Sichtweisen interessieren. Die mich sicherlich zu einem gewissen Teil aus ganz anderen Zusammenhängen, aus dem realen Leben oder dem Netz kennen.
Die Unterscheidung in Mikro- und Massenmedien, sie macht schon Sinn. Auch wenn ich nicht an die Zukunft der heutigen Massenmedien glaube: Die Summe der Mikromedien kann natürlich einen indifferenten Einheitsbrei produzieren und damit den Massenmedien wieder nahe kommen. Oder auch einfach mal nichts Nennenswertes produzieren. Und das ist vollkommen in Ordnung so. Um das zu erkennen, dafür braucht es aber nicht den von Schöb in seinen niedergeschriebenen Wertungen unübersehbaren Belehrungscharakter, wie das alles besser sein könnte. Es wirkt wie ein Kind, dessen Wunschzettel zu Weihnachten nicht sonderlich beachtet wurde. Weil ein Maserati und ein Lear Jet gerade nicht lieferbar waren.