Umfragedissonanzen
Posted on 23 September 2005 by Falk
Stell dir vor, Du wirst angerufen. Wird man ja hin und wieder. Dran ist ein Mensch von einem “Meinungsforschungsinstitut.” Da gibt es große Möglichkeiten: Sofort auflegen. Die Wahrheit sagen. Oder einfach flunkern. Wenn das viele Menschen machen, verzerren sich die Ergebnisse ins Maßlose.
“Da passiert das, was die Wahlforschung als kognitive Dissonanz bezeichnet.” nennt es Klaus Kocks von Vox Populi in der Netzeitung. Kognitive Dissonanz? Ach so. Er unterstellt also keine böse Absicht. Nur ein wenig Flunkern, was man wählen wolle. Um dann doch nicht zur Urne zu gehen. Oder einfach was anderes zu wählen.
In den einschlägigen Wissenschaften gab es lange Zeit die These, dass die Ergebnisse von Umfragen die Wählermeinung manipulieren würden (Bandwagon-Effekt etc.). Ob der künftig so noch eintritt, wenn die Standardfrage an den jeweiligen Forschersprecher die nach dem Rauschfaktor ist? Die kognitive Dissonanz auf Seiten der Wahlforscher scheint jetzt schon bedenklich.
Ich bin bekennender Umfrageinstitutsbelüger. Zur Wahl hat mich leider niemand angerufen. Ich hätte zu gerne mitgelogen.

