Falk on Sep 30th 2005 Menschen
Ferienanfang! Leider nicht für mich. Aber wenigstens ein langes Wochenende. Also ab in den Zug nach Berlin, Stadt genießen wollen. Die Idee hatten aber noch ein paar mehr. Die eine Hälfte Heimfahrer aus den Hamburger Büros, die zweite Hälfte Heimfahrer aus den Hamburger Universitäten und die dritte Hälfte irgendwelche Leichtmatrosen Dienstleistenden der Marine. Sympathische junge Herren.
Zwei von ihnen schafften es, sich 100 Minuten lang gegenseitig zu erzählen, wie und wo sie den Führerschein verloren hätten. Und warum Bahnfahren doch eigentlich mies sei. O-Ton des Tages: “Also, bei der MPU, weißte, da isses ja wie bei der Musterung. Also im medizinischen Teil.”
Der Unterschied: Bei der Musterung wurde derjenige für tauglich befunden. Seinen Führerschein hat er nach fast zwei Jahren immer noch nicht wieder.
Falk on Sep 28th 2005 Musik und ähnliches
Angeblich sagen Playlisten viel über den (Gemüts-)Zustand eines Menschen aus.
Aufgabe: Interpretieren Sie diese Playliste.
- Gustav - Rettet die Wale
- Rocko Schamoni - Mauern
- Tomte - Die Schönheit der Chance
- Kettcar - Landungsbrücken Raus
- Judith Holofernes - Kamikazefliege
Für die richtige Lösung spendier ich ‘n Kaffee in der Kantine.
Falk on Sep 27th 2005 Medien, Rechner und Netz

Meinungsumfragen sind etwas schönes. Dank Internet kann man überall und fast jeden Tag voten - für Abtreibung, gegen Sterbehilfe, gegen Abogebühren und für die Fortsetzung der großen Koalition in Neuseeland. Seltener darf man seine Meinung bestellen. Passenderweise gleich bei der “Jungen Welt”.
Falk on Sep 26th 2005 Rechner und Netz
[21:31:49] user1: Und wer richtig viel Zeit hat "The World at War", ueber 30 Stunden ueber den zweiten Weltkrieg ;)
[21:32:33] user2: kann man da nicht gleich den Churchill lesen?
[21:33:18] user1: Nee - und die Doku ist wirklich nicht schlecht
[21:33:30] user2: aber 30 Stunden?
[21:33:38] user2: das ist ja fast der Krieg in Echtzeit
Falk on Sep 23rd 2005 Medien, Menschen
Stell dir vor, Du wirst angerufen. Wird man ja hin und wieder. Dran ist ein Mensch von einem “Meinungsforschungsinstitut.” Da gibt es große Möglichkeiten: Sofort auflegen. Die Wahrheit sagen. Oder einfach flunkern. Wenn das viele Menschen machen, verzerren sich die Ergebnisse ins Maßlose.
“Da passiert das, was die Wahlforschung als kognitive Dissonanz bezeichnet.” nennt es Klaus Kocks von Vox Populi in der Netzeitung. Kognitive Dissonanz? Ach so. Er unterstellt also keine böse Absicht. Nur ein wenig Flunkern, was man wählen wolle. Um dann doch nicht zur Urne zu gehen. Oder einfach was anderes zu wählen.
In den einschlägigen Wissenschaften gab es lange Zeit die These, dass die Ergebnisse von Umfragen die Wählermeinung manipulieren würden (Bandwagon-Effekt etc.). Ob der künftig so noch eintritt, wenn die Standardfrage an den jeweiligen Forschersprecher die nach dem Rauschfaktor ist? Die kognitive Dissonanz auf Seiten der Wahlforscher scheint jetzt schon bedenklich.
Ich bin bekennender Umfrageinstitutsbelüger. Zur Wahl hat mich leider niemand angerufen. Ich hätte zu gerne mitgelogen.
Falk on Sep 20th 2005 Medien
Welches Cover gehört hier nicht hin - und warum?
Falk on Sep 20th 2005 Medien, Menschen, Rechner und Netz
Dieses Blog ist erfolgreich. Mag man kaum glauben. Ist aber wirklich so. Denn es macht mir Spaß. Und damit hat es seinen Zweck auch schon erfüllt. Bloggen, die hohe Kunst der Gratwanderung zwischen öffentlicher Zurschaustellung von Privatsphäre und Langeweile, das unüberlegte Hinrotzen von Einträgen, auch wenn man gerade aus der Kneipe kommt. Thomas Mrazek hat sich in Telepolis mal wieder der großen Frage zugewandt, ob Journalisten bloggen sollten. Oder gar könnten. Mal so, mal so. Lautet mein salomonisches Urteil, auch wenn ich Horden bloggender (Ex-)Journalisten sehe.
Doch zurück zum Ursprung: Erfolg hängt von den selbstgesteckten Zielen ab, was für eine küchenphilosophische Überraschung. Wer einfach kein Ziel verfolgt, kann auch nicht enttäuscht werden. Das ist das wirklich Schöne am Bloggen - einfach mal so was schreiben. Und wenns niemanden interessiert, who cares. Man hat ja auch niemanden gefragt, als man angefangen hat.
Falk on Sep 19th 2005 Medien

Bedarf keiner weiteren Worte. Nur der Erläuterung, dass ich diese Rubrik normalerweise nicht lese. Und die Sendung auch noch nie gesehen habe. ;-)
Falk on Sep 19th 2005 Medien
Nein, ich war mir sogar sicher: Mit der “Elefantenrunde” müsste der Tiefpunkt der Fernsehmöglichkeiten erreicht sein. Falsch gedacht. Das sonst manchmal sehr interessante ZDF-NachtStudio ist einfach nur unerträglich. Ein schlaugeifernder altlinker Welt am Sonntags-Publizist, ein Prof., der von der FDP gerne das Steuermodell hätte und im Berliner Merve Verlag publiziert, usw. - schade um die eigentlich sonst aufgrund ihres gewissen Intellekts durchaus sehenswerten Sendung. Jeder Gast hatte mindestens die Weisheit für sich gepachtet.
Falk on Sep 13th 2005 Medien, Rechner und Netz
“Blogs bringen den ökonomischen Tod dummer Medien.” steht heute im zweiten Eintrag des ZeitOnline-Redaktionsblogs. Bild kostet ein paar Zehncentstücke. Vergleichbare Blogs sind sogar kostenlos zu lesen. Die Zeit kostet mehr. Auch intelligente Blogs sind kostenlos zu lesen (ein paar davon habe ich in meinem zweiten, sehr selten gepflegten Blog fundstelle.net vorgestellt). Ökonomisch sind Blogs nicht. Sie kosten Zeit. Machen aber Spaß. Ob dumme oder intelligente klassische Medien mehr darunter leiden? Machen die eigentlich richtig Spaß?
Falk on Sep 13th 2005 Medien, Rechner und Netz
Bei Spiegel Online hat Frank Patalong mal wieder tief in die stilistische Künstlerkiste gegriffen: “Die Experten sind sich sicher: Die Zeit des Audio-Video-Webs bricht an.” Patalong schildert, warum Kevin Sites Hotzzone exemplarisch sei. In die gleiche Kerbe schlug einige Tage vorher Henning Hoff bei der Zeit mit dem Beispiel rocketboom. Das Web wird also videotisch.
Spontan beschleicht einen das Gefühl eines Flashbacks. Kennen wir das nicht schon? Zwischen 1994 und 1996 war “Multimedia” das Hypewort. Und stand für das, was nach 1996 “digitale Konvergenz” genannt wurde: Das Zusammenwachsen von Netz, Fernsehen und Radio.
Jetzt haben wir 2005. Und wie von allen Nicht-Experten in banaler Betrachtung und Weiterschreibung aktueller Realität (aka Empirie) erwartet: Das Netz frisst sie alle. Und zwar in erster Linie als Textmedium. Hin und wieder angereichert mit Fotografien. Audio und Video sind anstrengend zu konsumieren. Die Geschwindigkeit ist vom Autoren festgelegt. Wer möchte sich heutzutage so sehr bevormunden lassen?
Internetradio ist bis heute kein Massenphänomen, Fernsehstreams sind häufig kaum erhältlich - nicht mal als Paid Content - oder kaum genießbar. Die letzte kleinere Evolution im Netz waren die Blogs. Ein klassisches Textmedium mit starkem Interaktionsanteil. Wie sollten Videoschnipsel (VLogs) und Audioschnipsel (Podcasts) da mithalten? Sie sind Einbahnstraßen - Hypertextstrukturen lassen sich nicht sprechen oder filmen. Langweilig. Blogs sind kein “independent journalism“, sie sind hochabhängig. Voneinander und von Dritten. Was ihre große Stärke ist.
Falk on Sep 11th 2005 Menschen
Ich sitze in Bonn auf dem Marktplatz, trinke mit einem Freund Kaffee. Irgendwann vormittags. Kurz vorher hatte ich mir eine Wohnung angeguckt und diversen Papierkrieg in der Stadt erledigt. Jetzt sitze ich also da, diskutiere bei einem Kaffee über verschiedenste Dinge des alltäglichen Lebens.
Auf den Treppen zum alten Rathaus toben sieben oder acht Jugendliche/Kinder Pänz. Das Gespräch dreht sich um Bundesstadt vs. Bundeshauptstadt, das Niveau der Mieten und die Schwierigkeit, nicht auf der “falschen” Rheinseite landen zu wollen. Die tobenden Kids setzen sich auf die Treppenstufen und spielen mit ihren Handys.
Nein, wohnen auf der Schäl Sick will ich nicht. Habe ich dann auch nicht, stattdessen fast dort, wo ich an diesem Tag Kaffee trank. Und sonst so?
Die Pänz werden laut und reden wirres Zeugs. Ich höre sie immer wieder die Worte “Flugzeug”, “Hochhaus” und diverse Zahlen krakeelen. “50.000 Menschen arbeiten da.” sagt der Oberschreihals. Offensichtlich spielen sie mit irgendeinem Newsdienst ihres Mobilfunkanbieters.
Also ich hatte schon vor dem 11. September oft ein Scheiß-Gefühl.
Ich bin genervt und die vorgezogene Mittagspause des Freundes ist auch gleich rum - “Zahlen Bitte!”
Falk on Sep 5th 2005 Hamburg, Menschen
Ich habe gerade Gelegenheit, mir den einen oder anderen Hamburger aus der Nähe anzuschauen. Anders als ihre Namensvettern sind die meisten nicht sehr fleischig, käsig und gurkig. Sogar der Ketchup fehlt. Stattdessen tragen - im direkten Vergleich mit Berlin und Köln - viel mehr Menschen im öffentlichen Personennahverkehr Nadelstreif und Kulturstrick. Dem einen oder anderen täte eine kleine Käsescheibe vielleicht gar nicht schlecht.
Falk on Sep 2nd 2005 Menschen
Statt Karten mit Grüßen aus der Ferne schicken immer mehr meiner Bekannten einfach einen Link — zu ihrem Auslandsblog. Anatol zum Beispiel. Kaum ist er weg, schon bloggt er über das Studium westlicher Kunstgeschichte in Mexiko, Frijoles und seltsame Prozesse auf seinem Linuxlappy. Haben wir jetzt schon so viele Nerds, dass wir sie exportieren sollten dürfen?
Falk on Sep 2nd 2005 Medien, Rechner und Netz
Als sie neu war, haben alle die automatische Telefon-Tippvervollständigung auf ihre Tauglichkeit geprüft. Jetzt gibts sie schon lange und in meinem Telefon werden standardmäßig Worte wie Habermas erkannt. Aber warum mit dem Wort kotzen einer der wichtigsten deutschen Redewendungsbestandteile fehlt… Find ich zum Kmu?
Falk on Sep 2nd 2005 Berlin, Menschen
Gestern mit dem neuen ICE mal wieder nach Hamburg gebraust. Die Hansestadt wird in den nächsten Monaten häufiger meine Anwesenheit erleben. Aber die Bahnfahrt ist wirklich sagenhaft. Bahnhof Zoo einsteigen, Brandenburg genießen, Hamburg Hauptbahnhof wieder raus. Rumrennen in der Stadt, mit dem gleichen Zug und den gleichen Zugbegleitern wieder zurück. Sehr lustig. Sollte ich häufiger machen. Ach ja, die Bahn ist auf Extrempendler nicht eingestellt - Berlin-Hamburg würde im Abo mehr kosten, als eine Bahncard 100 (früher Netzkarte). Komisch, der Laden…