Fast vergessen
Nicht ganz so lang wie der zweite, ist auch der dritte Teil meiner vierteiligen Telepolis-Reihe über den Onlinewahlkampf erschienen - während ich letzte Woche im Südwesten der Republik weilte. Teil IV kommt auch bald.
nicht mehr, nicht weniger.Beiträge-Feed Kommentare-Feed
Nicht ganz so lang wie der zweite, ist auch der dritte Teil meiner vierteiligen Telepolis-Reihe über den Onlinewahlkampf erschienen - während ich letzte Woche im Südwesten der Republik weilte. Teil IV kommt auch bald.
Es ist einfach: Man nehme ein Portrait über einen Blogger. Zum Beispiel Felix Schwenzel. Der sitzt morgen für wahlblog.de auf dem SPD-Parteitag in Berlin und wird seine üblichen deutlichen Worte loswerden. Eben dieser Felix Schwenzel ist ein komischer Mensch, finden viele. Denn er bloggt. Er schreibt also einfach auf, was ihm in den Kram kommt - und was ihm viel Medienaufmerksamkeit bringt. Was aber jetzt viel weniger Menschen erfahren werden, als eigentlich zu erwarten war. Denn die taz hat in ihrem Artikel statt auf wirres.net auf wirres.de verwiesen.

Konsequent und vollkommen verkehrt. Nun ja. Das kommt von zuviel Sachverstand.

Guten Freunden aus dem entfernteren Ausland zeigt man die Heimat. Und um Deutschland zu verstehen, muss man sich die Geschichte anschauen. Das abfotografierte Bild zeigt das gute deutsch-französische Verhältnis: Deutscher Generalstab am Lager eines toten französischen Generals 1870. Es hängt auf der Burg Hohenzollern. Die Betrachter aus dem Osten waren nach dem Bild doch etwas irritiert ob der heutigen Beziehungen zwischen Franzosen und Deutschen - wenig vorher hatten wir gemeinsam in Straßburg die Grenze überschritten.
Blogs sind Citizen Journalism, Citizen Journalism ist beinahe Grassroot und oft genug knabbern viele Journalisten entlang der Grasnarbe. Also die perfekte Voraussetzung, damit Journalisten bloggen.
Mario Sixtus gehört zweifellos zu den professionellen unter den Bloggern, er liest den täglichen Wahnsinn für die FR - und für Geld. Jetzt geht er zusammen mit Alexander Wolff auf wahlbegleitende Deutschlandreise. Für das Zweite Deutsche Fernsehen bloggen sie über Fußgängerzonenkugelschreiberverteiler, politische Überzeugungstäter der vierten Funktionsebene und die Schönheit der Landschaften zwischen Uckermark und Oberbergischem. Und werden mit UMTS nicht überall weit kommen.
Ein bloggender klassischer Journalist bloggt für ein klassisches journalistisches Medium in fast-klassischer journalistischer Weise ein Reisetagebuch. Almighty Grassroot Movement.
Ich geh ‘ne Woche nach Süddeutschland. Mal gucken, ob von da aus bloggen möglich ist.
Was ist der Unterschied zwischen Äpfeln und Kiwis? Beide sind aus Sperrholz.
Das etwa könnte das Fazit des mit Abstand schlechtesten Artikels sein, den ich je zum Thema Weblogs, Wikis und Buzzwordbingo gelesen habe. Der Autor hat vom Thema offenbar soviel Ahnung, wie mein Neffe vom Autofahren: Es macht hin und wieder “brumm”. Der Chaos Computer Club bloggt also seit 1980, die Wikipedia ist ein Blog mit Schwarmintelligenz und der Grimmepreis ist das gleiche wie der Grimme Online Award. So, so. Nun gut. Das Tüpfelchen auf das I des beinahe perfekt in den Sand gesetzten Artikel setzt der verantwortliche Redakteur: Es gibt kaum Politiker, die bloggen.. Außer Petra Pau.
(via JoNet-Medienlog und netzpolitik.org)
Die einen sind drin, die anderen auch. Mehr oder weniger. Wer viel und wer wenig drin ist, habe ich im zweiten Teil meiner Telepolis-Reihe geschrieben. Natürlich fing dann am Abend die sich sonst zurückhaltende CSU doch noch an, etwas in dem Bereich zu machen - da hatte ich den Artikel allerdings schon lange weggeschickt…
In Weblogs kocht jeder Autor sein eigenes Süppchen. Allgemein gilt, dass die Kommentare die Würze ausmachen. Doch manche Blogger glauben, dass man mittels Gastbloggern noch viel mehr Salz unterrühren kann. So gastbloggt bei Joi Ito momentan Thomas Crampton, bei Lawrence Lessig bloggt Hillary Rosen. Linda Links IT&W-Gastblog scheint vorbei zu sein. Das sind natürlich nicht die typischen Blogs, in denen MEX das Gastbloggen empfiehlt, wenn man selbst - respektive das eigene Blog - Aufmerksamkeit sucht. Kritisch allerdings, wenn so viele Gastblogger bloggen, dass es fast kein Originalblog mehr gibt. Wohldosiert können sie hingegen durchaus bereichernd wirken.
Ach ja, das hier ist natürlich kein Wahlkampfblog. Aber es gibt solche und weil das gar nicht so unspannend ist, habe ich für die Netzeitung vergangene Woche etwas drüber geschrieben.
Autos sind stinklangweilig. Sorry, Olaf. Vier Reifen und ans Ziel muss man kommen damit. Entsprechend langweilig sind die meisten Autotests. Zum Beispiel der hier. Ein Alpina B5. “Das Besondere entsteht im Kopf.” Nicht nur beim Fahren. Auch beim Lesen. Fachblatt? Nun gut. Langweiliges “vier Reifen, sechs Zylinder, acht Rücklichter” wohin man nur blickt. Nein, ich werde mir nie eine Autozeitschrift kaufen. Warum auch. Denn die besten Autotests, so wie diesen, schreiben immer noch ausgewiesene Banausen.
Gleiches gilt für das Urteil über Musik. Wen interessiert, was in Rolling Stone, Musikexpress oder Bravo als vermeintlichen Fachblättern steht? Niemanden, denn sie sind langweilig geschrieben. Anders: plattentests.de. Zum Beispiel die Rezension von El*ke - Wilder Westen. “El*ke. Scheißname, klar. Aber den haben Bands wie die Smashing Pumpkins und Pearl Jam auch. Doch El*ke sind konsequenterweise auch gleich eine Scheißband.” Da macht das Lesen Spaß. Zum Glück schreib ich selbst sowas fast nie. Könnte ich wohl nicht. Wäre auch ein Langweiler.
“Anders als Computerspiele, die Kinder in eine komplexe Welt voller bewegter Bilder und musikalischer Landschaften führen, sind Bücher einfach nur eine öde Aneinanderreihung von Worten, sie folgen einem festgelegten linearen Pfad.” sagt Steven Johnson in der taz vom 12. August 05. Wer hat das nicht schon immer geahnt? Andererseits: Gibt es nicht auch so etwas wie simulierte Überkomplexität?
Dieser Kühlschrankgedanke entstand irgendwo zwischen brandenburgischen Kiefernwäldern im Zug beim Lesen der digitaz.
Der ideale Ort um sich zu verabreden ist meist das Café. Schwierig wird es nur, wenn man sich in Filialen einer Café-Kette rund um einen belebten Ort verabredet - und einer in der einen Filiale, der andere in der anderen sitzt. Mir heute so ähnlich passiert. :/
“Ihr schickt unsere Lieder auf die Straße, um für euch zu laufen, sie sollen sich verkaufen, sie sollen mit jedem mit ein kleiner Schritt, ist ein Schritt zum Hit für das kälteste Gewerbe der Welt.” ist die Schlusszeile des Songs “Zuhälter” der Deutschpoprockcombo Wir sind Helden. Daniel Fiene stimmt bei Medienrauschen das hohe Klagelied der Radiowelt an. Genauer: er lässt Spiegel und Die Presse die Probleme erläutern. Wie er es allerdings geschafft hat, das Wort Voice Tracking in diesem Zusammenhang elegant zu vermeiden, muss er mir bei Gelegenheit erklären.
Ich verweise da gern auf einen Artikel von 2003 - natürlich von mir ;) - in dem die Problematik schonmal angerissen wurde. Voice Tracking ist eigentlich nichts anderes als eine Aufzeichnung die möglichst inhaltsleer ist. Dabei sitzt ein Moderator einmal eine halbe Stunde im Studio und spricht die Takes ein, mit denen der Sendeablaufrechner dann gefüttert wird. Er mischt Aufzeichnungen, Musik, Jingles und Nachrichten zusammen, fertig ist der Sendebrei. Aus einer halben Stunde kann man so drei- oder vierstündige Sendungen machen. Dabei ist der neue Hype Podcasting dem Voice Tracking technisch sehr ähnlich - nur sind die Sprecher schlechter und die Werbung fehlt (noch?).
Vielleicht besser lesen: Bei Telepolis Teil I (m)einer Serie über den Onlinewahlkampf 2005. Der unglaublich subtil vieldeutige Titel dieses Teils: Die Mehrheit ist drin.
Ich suche gerade für eine Freundin eine schöne Mitwohngelegenheit in Berlin.

Aber bei diesem jungen Herrn wird sie wohl nicht einziehen, der sucht wohl etwas anderes.
Wie siehts aus mit dem Einfluss der Blogosphäre? Der PR-Mensch Steve Rubel weist darauf hin, dass man bei Blogs nicht nur auf die “Einschaltquote” achten dürfe - der Einfluss würde zählen. Erinnert damit etwas an die Zählweise verschiedener Printprodukte, die nicht mit verkaufter Auflage sondern mit Leseranzahl werben. Schließlich werden ein Spiegel oder Focus ja nicht nur von einem gelesen (das Arztwartezimmer ist der Ort, an dem man das praktisch nachvollziehen kann). Aber lässt sich der Impact von Blogs in irgendeiner Form anständig messen? Klar, es gibt ein paar Blogs mit vielen Lesern. Die meisten - logischerweise auch dieses - dümpeln im Bereich weniger Dutzend Leser herum. Oft genug liegt es an einem einfachen Fehler: Manche Blogs erzählen nicht, wie Inuit Eisbären grillen. Werd ich natürlich demnächst nachholen.
Howard Rheingold hat die Welt wieder einmal mit einem Schlagwort beglückt: der Smart Mob geistert durch die Lande. Die unschöne Eindeutschung “Schwarmverhalten” wurde vorgenommen von Menschen, die sich “Trendforscher” nennen, also immer dann etwas sagen, wenn etwas bereits da ist und noch größer zu werden droht. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich manche Medienschaffende geradezu nach einer Neubelebung des 2003er-Hypes der “Flash Mobs” sehnen. Hohle Phrasen lassen sich nun mal am schönsten dreschen.
Man kann wirklich schlecht streiten über Musik. Dafür engagiert. Und endlos. Derzeit liegt viel und gerne die dänische Band Tiger Tunes im Player. Ihr Album Absolutely Worthless Compared To Important Books ist - mit wenigen Ausnahmen - wunderbare Musik zum Arbeiten, mitsingen und Auto fahren. Oder einfach nur zum Anhören. Leider ist ihre einziger kostenlos runterzuladender Track ein ziemlich mieser von der Platte. Die meisten lokalen Plattenhändler (Media Markt etc.) führen das Album natürlich nicht. Zum Glück gibts Versandhändler.
Diese Woche hatte ich mit einigen Freunden über die perfekte Plakatpositionierung in Wahlkämpfen gesprochen. Die FDP hat sich hier in der Gegend teilweise so hoch gehangen, dass sie nur für Leute sichtbar ist, die im Doppeldecker oben fahren. Die SPD hängt auf mittlerer Höhe. Ganz tief haben sich die Grünen angebracht. Warum, das ist mir eben klargeworden. Mitten auf dem Wochenmarkt beim Einkaufen grinst mich Renate Künast an - mit dem Slogan “Verbraucherschutz ist wählbar.” Viel perfekter kann man sich nicht positionieren als zwischen Spritztomaten aus Holland und Bioeiern aus Werder. Leider keinen Knipsapparat dabei gehabt, vielleicht hängts ja nächsten Mittwoch noch.
Momentan feiert man den 20. Geburtstag des Amigas. Eigentlich eher traurig. Ich weiß mittlerweile nicht mal mehr, wann ich meinen ersten hatte. Einer hängt bei mir noch im Netz, ein überzüchteter Amiga 4000. Erst seit 4 Monaten nicht mehr angefasst.
Wie viele andere auch habe ich damals erst einmal gespielt, was das Zeug hielt. Dino Dinis Kick Off, Ralf Glaus Hanse und Vermeer, MadTV aus dem Hause Rainbow Arts und natürlich alle Sid Meier-Spiele (bis Colonization). Nächte, Tage, Wochen hat mich das Spielen gekostet. Unzählige Speeding Tickets bei Test Drive eingefangen, bei Monkey Island beinahe gestorben (”unten stand ein Gummibaum”) und gekämpft (”Du kämpfst wie ein dummer Bauer - Wie passend, Du kämpfst wie eine Kuh.”). Und immer wenn man dran denkt, möchte man am liebsten sofort seine Rechner-Sammlung aufbauen. Ein paar Freunde - inkl. Rechner - einladen. Und dann einfach nur drei Wochen daddeln…
Dabei konnte der Rechner so viel mehr. Dieses Jahr dürfte mein zehnjähriges im Netz sein. Natürlich war ich damals mit einem Amiga drin. Und einen besseren E-Mailer als YAM hat mir bis heute niemand zeigen können. Bessere Browser als die amigaseitig verfügbaren hingegen schon. Die Amigageschichte wäre normal 1996 vorbei gewesen. Escom war als Aufkäufer der Amigareste der Commodore Business Machines (CBM) ebenfalls pleite und wurde zerschlagen. Was übrigens wieder mal nur am PC-Geschäft lag - der Amigabereich lag voll im Soll. Und einige weinen bis heute dem verpassten Management-BuyOut durch den C= UK-Manager David Pleasance 1994 hinterher. Doch der Amiga starb nicht einfach so. Bis heute gibt es einige Hardcoreuser, die mit Nachfolgern für den Amiga ihr Faible weiter ausleben.
Doch wie kam es? Das Ende der großen Zeit des Amigas fiel nicht nur in den Aufstieg der PCs als Daddelkisten. Gleichzeitig begann der Aufstieg des Internets. Und mit dem Internet der Aufstieg des AmiNet. Ein riesiges Softwarearchiv für die hungernde Masse. Persönliches Lieblingsfundstück in diesem Heuhaufen: Bratwurst. Ein Spiel für mindestens zwei menschliche Spieler mit hohem Spaßfaktor. Im Aminet fanden die meisten Amigauser jahrelang Dinge, mit denen sie sich ihre Systeme wieder ein wenig angenehmer schnitzen konnten. Das Paradies der Bastler lebte vom Austausch untereinander. Das Netz verlängert das Systemsterben um Jahre. Nur: Fast ganz ohne kommerzielle Software, ohne Hardwarenachschub und ohne Usernachwuchs wurde es irgendwann dann doch sehr schwierig. Schade, denn das System rockt bis heute die Hütte. Nächste Woche schalte ich mal wieder meinen 1200er an. Versprochen. Spätestens übernächste.
Noch drei Links zum Thema:
Workbenchspielereien (via: Robert Lender)
FreeCiv ’cause Civilization should be free
FreeCol Leider noch ziemlich Beta ist das Projekt für Colonization.
Langsam wird es besser. Ganz langsam, aber doch. Auf der Karte gibt es rund um Berlin meilenweit einfach nur Nichts. Brandenburger mögen das anders sehen. Aber Brandenburg hat weder Strand noch Berge. Geschweige denn Städte. Brandenburg lebt von seiner Ruhe. Berlin von seiner Hektik. Die Verbindung von beidem sind der ICE nach Hamburg, der nach Leipzig und der nach Hannover. Kein Halt. Kein Gedanke an Brandenburg. Einfach durch. Bald werde ich wieder durch das große, Berlin umgebende Nichts fahren. Und mich freuen, wenn das auch nicht sonderlich hübsche Wolfsburg mit seiner VW-Fassade auftaucht.
Dass es so umständlich ist, in einer Stadt wie Berlin ein angenehmes Cafe mit WLAN zu finden, hätte ich nicht gedacht. Nach dem Heimscheißer kommt jetzt wohl auch der Heimsurfer…
Jeder kennt dieses Gefühl, wenn er die Tür aufgemacht hat. “Was wollte ich noch gleich?” Dann schweift der Blick über Milch, Salami und Joghurt. Bis die Erleuchtung kommt - allerdings die falsche.
Nun weiß man zwar immer noch nicht, was man am Kühlschrank wollte. Im Zweifel übrigens die Fertigpizza aus dem Gefrierfach. Aber oft genug kommen einem in genau diesem Moment richtig gute Gedanken. Orte, an denen man damit eigentlich nicht rechnet, scheinen inspirierend zu wirken. Ob Dusche, U-Bahn oder eben Kühlschränke. Deshalb der seltsame Name. Ja, es ist ein Notizblog. Mal schauen, was es genau wird. Ich werd einfach hin und wieder etwas reinwerfen und umrühren.
Kühlschränke sind toll. Sie stehen für Dauerhaftigkeit. Für große Gefühle. Und für schlechte Witze. Oder auch für die absolute Leere in sich.