Wasserstandsbericht: Heute hier, morgen da

Was macht der Autor eigentlich derzeit? Schreiben. Radio. Vorträge. Diskussionen. Veranstaltungen. Das ist so im Groben das, was ich in den vergangenen Monaten tat. Wer es etwas genauer wissen will, sollte weiterlesen.


Hin und wieder versuche ich ja, in diesem Blog einen kleinen Einblick in das zu geben, was ich den lieben langen Tag als Freiberufler so treibe. Mein Hauptberuf ist der Journalismus, das schreiben und sprechen über Dinge, die ich als relevant und die andere für bezahlenswürdig erachten. Nachdem im Juni das Buch von Markus Beckedahl und mir offiziell erschienen ist, habe ich mich vor allem einem anderen, nichtjournalistischen Thema gewidmet: der Planung und Organisation einer Konferenz. “The Internet and Human Rights” hieß sie, ausgerichtet von Universität Aarhus, Human Rights Watch, dem Alexander-von-Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft sowie dem Auswärtigen Amt. Eine Arbeitskonferenz mit etwa 150 Teilnehmern, davon 40 Referenten, zu der Frage, wie denn der Zusammenhang zwischen Internet und Menschenrechten ist, wie diese auch online gefördert und durchgesetzt werden können und welche Lösungsansätze existieren. Das hat mich einige Zeit und manchmal auch ein paar Nerven gekostet, alles in allem aber viel Freude bereitet – da alle Projektpartner, so unterschiedlich sie auch sind, an einem Strang gezogen haben. Die Ergebnisse (nachzulesen hier) können sich sehen lassen. Und mein persönliches Ziel, dass die Konferenz reibungslos verläuft und allen Teilnehmern einen Mehrwert bietet, scheint auch funktioniert zu haben. Zwar gibt es eine ganze Reihe an Konferenzen, die sich der Thematik widmen. Doch auch hier schlägt wieder das “deutsche Problem” zu: zu groß und zu klein zugleich. Die deutschen Communities – egal ob Tech, Politik oder Menschenrechte – sind zu groß, um alle gemeinsam auf Konferenzen woanders zu fahren. Und zu klein, als dass sie im Alleingang alles hinbekommen würden. Ziel war also, die Vernetzung zwischen den nationalen und mit den internationalen Akteuren zu verbessern, darauf aufmerksam zu machen, wieviel Expertise wo vorhanden ist. Und das scheint gelungen. Logischerweise habe ich in dem Zeitraum, in dem ich an dieser Konferenz strickte, nicht journalistisch zu der Thematik gearbeitet.

Ähnlich verhielt es sich mit einer anderen Baustelle. Die reine Lehre besagt: Journalisten machen keine PR. Und ich mache das auch nur in seltenen Fällen. Aber als mich Tobias von Whitewhale Communications fragte, ob ich für die Campus Party den Presse-CvD machen könnte, fand ich das äußerst reizvoll. Eine sehr undeutsche, verhältnismäßig kommerzielle Veranstaltung. Von der aber wenige Wochen vor ihrem Start kaum jemand in Deutschland je gehört hatte. Eine, die sich an junge Studenten richtete und anders als die meisten deutschen Konferenzen nicht den Fortgeschrittenen, sondern den interessierten Nachwuchsnerd im Fokus hatte. Eine Vielzahl interessanter Speaker und Menschen in einem breit aufgestellten Programm haben mir viel Freude bereitet – genau wie die Arbeit mit einem kleinen Team an Menschen, die sich von mir zu den spannendsten Programmpunkten scheuchen lassen mussten. Eine sehr anstrengende Woche, die in mehreren Tausend Presseartikeln über die Veranstaltung mündete. Und in vielen Einsichten für mich darüber, wo beim Journalismus der Hase im Pfeffer liegt. Auch hier habe ich natürlich nicht journalistisch berichtet.

Im Journalismus habe ich in den vergangenen Monaten vor allem für die taz, heise und den Tagesspiegel geschrieben. Beim Tagesspiegel schreibe ich in einer Kolumne auch über die etwas unpolitischeren Themen des Digitalen – wie mein Sockenabo. Vergangene Woche schrieb ich dann auch wieder einmal für Hyperland, das ZDF-Digitalwelt-Blog. Für Breitband bei DRadio Kultur habe ich kürzlich mal wieder zum Aufnahmegerät gegriffen, was in näherer Zukunft wieder häufiger geplant ist. Und beim DRadio Wissen c’t-Onlinetalk wäre ich eigentlich jeden Monat zu Gast, sofern kein Terminkonflikt dem im Wege steht. Ein besonderer Auftrag ist der “Berliner Informationsdienst Netzpolitik“, der vom Verein Polisphere herausgegeben wird und für den ich wöchentlich aktuelle Themen zusammenschreibe. Er bietet für Verbände, Firmen und andere Interessierte neben etwas Hintergrundinformationen und Einordnung von mir vor allem einen aktuellen Status der Gesetzesvorhaben/-initiativen und eine Terminvorschau, was netzpolitisch in der jeweils kommenden Woche in Berlin ansteht.

Hin und wieder nehme referiere ich auch als Redner bei Veranstaltungen, zuletzt bei der Winterakademie des Theaters an der Parkaue und beim Fachtag des Elternkreis Ulm, einer Selbsthilfeorganisation für die Eltern von Sucht betroffener Kinder und bei einem Fachseminar für ägyptische Journalisten der Friedrich-Naumann-Stiftung. Nächste Woche Montag dann werde ich mit Markus Beckedahl in Köln aus unserem Buch lesen und diskutieren, die Stadtbibliothek Köln hat uns eingeladen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>